Mittelständler macht Mobilität möglich

Interview mit Detlef Berkenhoff, Geschäftsführer der Berger Karosserie- und Fahrzeugbau GmbH

Berger Karosserie- und Fahrzeugbau ist auf Karosserie- und Unfallreparaturen für Pkw, Lkw und Nutzfahrzeuge aller Marken spezialisiert. Darüber hinaus fertigt der weit über Hessen hinaus bekannte Fachbetrieb Spezialfahrzeuge und Sonderaufbauten, wobei das Spektrum von Geld- und Werttransportern, Infomobilen, Messefahrzeugen, Bücherbussen und Vorfeldfahrzeugen für Flughäfen bis zu fahrbaren Bankzweigstellen, Sattelaufliegern für den professionellen Rennsport und Fahrzeugen für Blutspendedienste oder auch mobilen Arztpraxen reicht.

Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1942 von Karosserie-Baumeister Hans Berger. „Wir sind ein klassisches Familienunternehmen, das heute in zweiter Generation seitens Inhaber Peter Berger und von mir als Geschäftsführer geleitet wird“, erklärt Detlef Berkenhoff, der Berger langfristig erfolgreich und rentabel im Fahrzeugbaumarkt etablieren will.

Markenunabhängige Beratung

Berger Karosserie- und Fahrzeugbau erwirtschaftet mit 120 Mitarbeitern einen Umsatz von zuletzt etwa 15 Millionen EUR. Der Fachbetrieb ist an keine Marke gebunden, sowohl im Pkw- als auch im Lkw-Bereich, bei Reparatur, Service und Lackierung sowie im Fahrzeugbau.

„Wir können unsere Kunden völlig markenunabhängig beraten und ihnen ein Optimum an Preis-Leistung bieten“, beschreibt Detlef Berkenhoff die Vorteile. Im Segment Fahrzeugneubau fertigt Berger in der Regel bis zu zehn Einheiten. „Meist liegt die Stückzahl zwischen eins und fünf“, erläutert Detlef Berkenhoff.

Geschäftsführer, Detlef Berkenhoff
„Wir sind keine Serienfertiger mit einem hohen Automationsgrad, bei uns zählen konstruktive und fertigungstechnische Fachkompetenz und jahrzehntelange Erfahrung.“ Detlef BerkenhoffGeschäftsführer

Berger profitiert vom zunehmenden Trend zur Mobilität in vielen Bereichen, wie zum Beispiel im Gesundheitswesen oder im Bankensektor. „Es gibt in allen Bereichen Bestrebungen, das Leistungsangebot beziehungsweise Geschäftsprozesse mobil zu machen“, so Detlef Berkenhoff. „In ländlichen Gegenden gibt es mobile Arztpraxen, die die Patienten in ihren Dörfern besuchen. Immer mehr Banken ziehen sich aus kleineren Gemeinden zurück und setzen auf komplett ausgestattete, rollende Geschäftsstellen. Und auch Bücherbusse werden immer stärker nachgefragt, weil Stadtteilbibliotheken schließen.“

Auf der Messe in Hannover stellt Berger im September 2019 Büchereifahrzeuge der neuesten Generation vor. „Die gesellschaftliche Entwicklung geht immer mehr in Richtung Mobilität“, erklärt Detlef Berkenhoff. „Diesen Trend unterstützen wir durch unsere Fahrzeuge. Im Grunde gehen wir die demografische und mentale Änderung der Gesellschaft Schritt für Schritt mit. Wir haben den Trend nicht nur erkannt, sondern planen im Voraus die Entwicklung der künftigen mobilen Geschäftsstellen und Einrichtungen.“

Dabei setzt Berger verstärkt auch auf das europäische Ausland. „Wir können uns außerdem gut eine Geschäftsentwicklung in Afrika, Asien und Südamerika vorstellen“, sagt Detlef Berkenhoff. „Das verstärkte Auslandsgeschäft nehmen wir noch dieses Jahr in Angriff.“

Zugleich will Berger die Innovationsfähigkeit weiter verstärken und neue Mobilitätslösungen entwickeln, wie zum Beispiel mobile Fitnesscenter und andere Fahrzeuge für die Freizeitbranche, insbesondere Expeditionsfahrzeuge und individuelle Wohnmobile – nicht nur im Neubau, sondern auch in der Sparte Reparatur und Service. „Perspektivisch betrachtet wird das Thema Mobilität in nahezu jeder Branche eine zunehmende Rolle spielen“, so Detlef Berkenhoff.

Eine große Rolle für Berger selbst spielt der hohe Facharbeitergrad in der Belegschaft. „Wir sind keine Serienfertiger mit einem hohen Automationsgrad, bei uns zählen Fachkompetenz und Erfahrung“, sagt Detlef Berkenhoff.

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