Rund um die Wurst

Interview mit Nicola Gottardello, Werksleiter und IT Manager der Bailocom srl

„Unser Fokus liegt ganz klar im Handel mit Naturdärmen, die wir vor allem aus Südamerika beziehen. Mit dieser Entscheidung ist es uns gelungen, BSE als Risikofaktor auszuschalten“, weiß Werksleiter Nicola Gottardello. Herzstück des Unternehmens ist das Lager am Hauptsitz in Lorregia. Von dort aus versorgt Bailocom seine Kunden in ganz Italien, aber auch in Ländern wie Frankreich, Spanien und Großbritannien. 20 Mitarbeiter erzielen so einen Umsatz von elf Millionen EUR im Jahr.

Neben den Naturdärmen haben künstliche Varianten aus Kollagen an Bedeutung bei den Kunden gewonnen, berichtet Nicola Gottardello: „Die Nachfrage in diesem Segment ist stark gestiegen. Das betrifft vor allem die großen Wurstwarenfabriken, die ihre Verpackungsprozesse standardisieren.“

Außer den Hüllen bietet Bailocom ein erweitertes Produktportfolio an, das die Verarbeitung der Rohware ermöglicht: Dazu gehören Gewürze, Bindfäden und Netze für die Verpackung. „Gerade die elastischen Netze sind in Italien für die Reifung sehr wichtig. Da gibt es je nach Region komplett unterschiedliche Vorlieben, die eng an das dortige Klima beziehungsweise Mikroklima zur Reifung geknüpft sind. Die Kunden schätzen unser Know-how, das sich letztlich in der Qualität unserer Produkte widerspiegelt“, verweist Nicola Gottardello auf die Expertise des Betriebs.

Eine große Herausforderung besteht in den gestiegenen Anforderungen an die Verfügbarkeit und damit an die Logistik: „Wir müssen genau darauf achten, welche Produkte wir auf Lager haben. Die Kunden rufen heute an und bestellen eigentlich für gestern. Das verdeutlicht, wie dynamisch der Handel ist. Also arbeiten wir daran, die Produktversorgung zu beschleunigen und dafür müssen wir den künftigen Bedarf gut kennen. Man darf nicht vergessen: Bis der Rohstoff aus Südamerika bei uns angekommen ist, vergehen bis zu acht Wochen.“

Trotz aller Geschwindigkeit ist bei Bailocom nach wie vor der persönliche Kontakt zu den Kunden wichtig. Repräsentanten besuchen Neukunden und pflegen den Austausch mit Bestandskunden. Dazu gehören Unternehmen jeder Größenordnung, vom lokalen Hersteller bis zum Großkonzern.

Nicola Gottardello sieht in Summe gute Perspektiven für die Zukunft von Bailocom. Für sich selbst zieht er eine überaus positive Bilanz zu seiner bisherigen beruflichen Tätigkeit: „Ich war von Beginn der Gründung an mit dabei. Vorher habe ich in dem Bereich Wurstwaren vor allem mit den Gewürzen zu tun gehabt. Das heißt, das Innere der Salami war für mich wichtig, jetzt ist es das Äußere. Wir verstehen uns selbst als Maßschneider für die Hüllen von Salamis und wollen so unsere Kunden kontinuierlich zufrieden stellen.“

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

Der Dienstleister, dem die Netzbetreiber vertrauen

Interview mit Ralf Gimbel, Geschäftsführer der GIMBEL CONSULTING GmbH

Der Dienstleister, dem die Netzbetreiber vertrauen

Für eine vernetzte digitale Zukunft muss der Ausbau der Telekommunikationsinfrastruktur weiter voranschreiten. Seit mehr als 25 Jahren unterstützt die GIMBEL CONSULTING GmbH Netzbetreiber und andere Marktteilnehmer als leistungsfähiger Partner. Das…

Sicherheit als Teil der Wertschöpfung

Interview mit Stephan A. Busch, Geschäftsführer der Busch Arbeitssicherheit und Brandschutz GmbH

Sicherheit als Teil der Wertschöpfung

Arbeitssicherheit wird in vielen Unternehmen noch immer nur als Pflichtaufgabe wahrgenommen. Für Stephan A. Busch greift dieser Blick zu kurz. Mit der Busch Arbeitssicherheit und Brandschutz GmbH in Lippstadt unterstützt…

Kommunikation, die Wissen wirksam macht

Interview mit Daniela Schumann, Geschäftsführerin der diaplan GmbH

Kommunikation, die Wissen wirksam macht

Medizinischer Fortschritt entsteht nicht allein im Labor oder in der Klinik. Entscheidend ist, dass neues Wissen die behandelnden Ärzte erreicht. Seit 40 Jahren schafft die ­diaplan GmbH die organisatorischen und…

Spannendes aus der Region Lorregia (PD)

Produkte zwischen zwei Welten

Interview mit Sandro Sartori, CEO der Ventidue Srl

Produkte zwischen zwei Welten

Einweg muss nicht billig aussehen. Das beweisen die Servietten, Tischdecken und -läufer der Ventidue Srl aus Bovolenta, Italien. In Haptik und Optik stehen sie den Produkten aus Stoff in nichts…

Schön und tragbar

Interview mit Francesco Pengo, Inhaber der Mara Bini Srl

Schön und tragbar

Schuhe aus Italien sind ein Synonym für beste Materialien, höchste Verarbeitungsqualität und Komfort gepaart mit zeitloser Eleganz. In Zeiten der Globalisierung muss sich das Gütesiegel ‘Made in Italy’ verstärkt gegen…

Alles gut bedacht: Zelte für Events

Interview mit Emilio Tosetto, Geschäftsführer der Extend srl

Alles gut bedacht: Zelte für Events

„Wenn wir nicht flexibel wären, würden wir nicht seit 26 Jahren für Ferrari arbeiten“, sagt Emilio Tosetto, Geschäftsführer der italienischen Extend srl. Ferrari ist das Aushängeschild des von drei Brüdern…

Das könnte Sie auch interessieren

Spirituosen im Wandel

Interview mit Carola Scivetti, Trade Marketing Manager der Fratelli Francoli S.p.A.

Spirituosen im Wandel

Traditionelle Brennkunst, internationale Märkte und ein wachsender Fokus auf Nachhaltigkeit: Die italienische Destillerie Fratelli Francoli gehört zu den etablierten Familienunternehmen der Branche. Seit über einem Jahrhundert prägt sie die Produktion…

Geschmack trifft Emotion

Interview mit Lukas M. Walchhofer, geschäftsführender Gesellschafter von STAY SPICED !

Geschmack trifft Emotion

Was macht aus einem Gewürz ein Lifestyle-Produkt? Die SPICEWORLD GmbH vereint in ihrer Marke STAY SPICED ! hochwertige Rohstoffe, nachhaltige Produktion und eine emotionale Markenwelt. So entwickelte sich das Unternehmen…

Mit Fleiß und Einsatz zum Franchise-Erfolg!

Interview mit Thomas Wilde, Geschäftsführer der Call a Pizza Franchise GmbH

Mit Fleiß und Einsatz zum Franchise-Erfolg!

Call a Pizza hat als Pizzalieferdienst Pionierarbeit im deutschen Takeaway-Markt geleistet. Heute setzt das Unternehmen auf ein starkes Franchisesystem, wobei den einzelnen Franchisenehmern viele Freiheiten bleiben – auch wenn Geschäftsführer…

TOP