Webcode:

Um einen Artikel aus dem Print-Magazin online zu lesen, geben Sie bitte nachfolgend den Webcode ein, der im Magazin unter dem Artikel zu finden ist.

https://www.getdigital.de - Gadgets und mehr für Computerfreaks

Eine allgegenwärtige Lösung

Interview mit Udo Richter, General Manager DACH der ASEM S.r.l.

Social Share
Teilen Sie diesen Artikel

Wirtschaftsforum: Herr Richter, im italienischen Markt ist ASEM im Bereich Automatisierungssysteme und -Lösungen marktführend. Welche Meilensteine waren auf dem Weg dahin wichtig?

Udo Richter: ASEM wurde 1979 von Renzo Guerra gegründet und war schon damals in der Entwicklung und Fertigung von Industrie-Automationssystemen mit Prozessorentechnologie tätig. Seitdem hat sich die Firma kontinuierlich weiterentwickelt. Ein sehr wichtiger Schritt kam Anfang der 1990er-Jahre als wir als einzige italienische Firma angefangen haben, PCs für die industrielle Automatisierung zu entwickeln und zu fertigen. Zehn Jahre später waren wir mit unseren industriellen PCs Marktführer in Italien. Ab 2006 haben wir begonnen, neben der Hardwareentwicklung auch mit Software ausgestattete Automatisierungssysteme anzubieten. Seitdem werden Hard- und Software parallel zueinander entwickelt.

Wirtschaftsforum: Welche Produkte sind denn heute Ihre wichtigsten?

Udo Richter: Sehr wichtig für uns sind die Produkte Ubiquity und Uniqo. Ubiquity ist eine eigens entwickelte Plattform für die Fernwartung von automatisierten Maschinen und Anlagen. Die unkomplizierte und sichere Lösung kann ohne spezielle IT-Kenntnisse installiert, verwaltet und genutzt werden und hat seit der Einführung 2012 stets sehr gutes Feedback von Kunden bekommen. Sie gilt als starker Türöffner auch für den Bereich Industrie 4.0. Diesen Bereich können wir seit 2019 mit der Uniqo Softwareplattform noch stärker bedienen. Uniqo basiert auf dem OPC UA Standard und ist somit eine vollständige Industrie 4.0-fähige Lösung.

Wirtschaftsforum: Das Schlagwort Industrie 4.0 ist in aller Munde. Wie hebt sich ASEM hier von anderen Anbietern ab?

Udo Richter: Wir setzen auf offene Standards und schotten uns nicht ab. Unsere Software kann mit nahezu jedem Automatisierungsgerät kommunizieren. Dabei können auch Neuheiten immer wieder aufgenommen werden. Unser größter Mehrwert jedoch ist, dass alle unsere Systeme und Lösungen komplett im eigenen Haus entwickelt, konstruiert und produziert werden. Dadurch bieten wir die perfekte Integration von Hard- und Software. So wollen wir auch wahrgenommen werden: Nicht nur als Komponentenanbieter von Industrie-PCs, sondern als Rundumanbieter von integrierten ganzheitlichen Automatisierungslösungen inklusive Teleservice und IIoT.

„Unser größter Mehrwert ist, dass alle unsere Systeme und Lösungen komplett im eigenem Haus entwickelt, konstruiert und produziert werden.“ Udo RichterGeneral Manager DACH
Udo Richter

Wirtschaftsforum: Sie sind seit Ende April 2020 Teil der Rockwell Automation Group. Was ändert sich mit der Übernahme?

Udo Richter: Trotz der Übernahme bleiben wir ein unabhängiges Unternehmen. Wir wachsen zurzeit sehr stark. Wir werden dieses Fiskaljahr mit einem Wachstum von 25 bis 30% zum Vorjahr abschließen. Wir wollen die Synergien, die durch die Übernahme entstanden sind, dafür nutzen, unsere weltweite Präsenz auszubauen.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt der deutschsprachige Markt für Sie?

Udo Richter: Der deutsche Markt ist der größte europäische Markt für den Maschinenbau und dementsprechend wichtig für unsere Wachstumspläne. Wir haben letztes Jahr ca. 20% unseres Umsatzes im DACH Raum generiert. Dort sind wir aber eher als Hidden Champion unterwegs. Das wollen wir in der kommenden Zeit ändern und unseren Bekanntheitsgrad besonders im deutschsprachigen Raum erhöhen. Das Ziel dabei ist, die Anforderungen des DACH-Marktes in die gesamte Unternehmensentwicklung miteinfließen zu lassen. Denn durch den weltweiten Einfluss des deutschen Marktes erzielen Produkte, die in Deutschland erfolgreich sind, auch im Rest der Welt Erfolg.

Wirtschaftsforum: Welche Auswirkungen hat die Coronakrise auf Ihre Pläne gehabt?

Udo Richter: Auf der einen Seite konnten wir mit unserer Ubiquity Fernwartungslösung punkten, denn gerade während der Pandemie ist der Fernzugriff auf Maschinen und Anlagen wichtiger geworden. Zum anderen mussten wir unsere geplante Teilnahme an verschiedenen Fachmessen in Deutschland verschieben.

Wirtschaftsforum: Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Stärken des Unternehmens?

Udo Richter: Sehr wichtig ist unser Ansatz ‘Made in Italy’. Wir fertigen unsere Anlagen auftragsbezogen und haben im Vergleich zu unseren Wettbewerbern sehr kurze Lieferzeiten. Auch Kundenspezifische Produkte können wir im Gegensatz zu den großen Anbietern, die zum Teil Lieferzeiten von sechs bis zwölf Wochen haben, innerhalb von zwölf Arbeitstagen liefern. Diese Agilität macht uns extrem wettbewerbsfähig. Wir sind auch Branchenunabhängig. Überall wo man einen Industrie-PC braucht, sind wir zu Hause.

TOP