Ein neuer, starker Auftritt

Interview mit Stefan Becker, Geschäftsführer der Abeba Spezialschuh- Ausstatter GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Becker, Sie sind seit gut zwei Jahren Geschäftsführer der Firma Abeba Spezialschuhe und haben vorher viele Jahre für verschiedene internationale Branchenplayer gearbeitet. Wo lag für Sie der Reiz, zu Abeba zu gehen?

Stefan Becker: Abeba ist eine bekannte Marke für Berufs- und Sicherheitsschuhe, die überall dort eingesetzt werden, wo Sicherheit und Hygiene wichtig sind. Das sind Bereiche wie die Lebensmittelindustrie, Horeca, Pflege oder Bauindustrie. Die Marke war bekannt, aber in die Jahre gekommen. Meine Aufgabe war, frischen Wind in das Unternehmen zu bringen, es zu modernisieren und fit für die Zukunft zu machen. Man sollte sehen, dass Abeba mehr als bequeme Krankenhausschuhe ist. Ich habe das Potenzial des Unternehmens gesehen und die Aufgabe sehr gern angenommen.

Wirtschaftsforum: Abeba ist Teil einer Gruppe. Wie sieht diese aus?

Stefan Becker: Abeba ist in Deutschland eine eigenständige GmbH, gehört aber zu einem polnischen Mutterkonzern. 2007 wurde Abeba von der polnischen Firma Protektor übernommen. Im Oktober 2021 entstand die Abeba Group mit den Marken Abeba, Protektor und Grom. Protektor steht für Sicherheitsschuhe, Grom für Militärstiefel, Abeba für den Bereich ESD. Agierte vorher jede Marke für sich, kam es fortan zu einer Bündelung, einem gemeinsamen Auftritt mit dem Ziel, einen Wiedererkennungswert zu schaffen. Durch die Symbiose von Mutter und Tochter ergeben sich für uns ganz neue Möglichkeiten zu agieren. Mit einem breiteren Portfolio können wir sämtliche Branchen bedienen.

Wirtschaftsforum: Welche Herausforderungen stellten sich bei der Neuausrichtung?

Stefan Becker: Wir haben ein komplettes Rebranding angestoßen, inklusive neuem Logo und Schriftzug. In einer coronabedingt schwierigen Zeit haben wir investiert, um die Strahlkraft der Marke mutig nach außen zu tragen. Dazu zählte auch, eine neue Marketingabteilung zu etablieren, durch einen stärkeren Fokus auf Social Media jüngere Kunden anzusprechen oder mit Influencern zusammenzuarbeiten. Weil die Branche dennoch relativ konservativ bleibt, setzen wir nach wie vor auf den klassischen Vertrieb, der Kunden vor Ort besucht. Mit der Neuausrichtung ging auch ein kultureller Wandel einher. Ab 2020 haben wir uns den verschiedenen Kulturen und Denkweisen angenähert, uns ausgetauscht und ergänzt. Anfangs waren die Leute wenig offen, es gab eine große Distanz zur Geschäftsführung. Ich selbst bin ein absolut offener Mensch mit großem Respekt für jeden Mitarbeiter; genau das erwarte ich von jedem anderen. Heute herrscht ein ganz anderes Klima und Mindset. Wir sind zu einer Gruppe zusammengewachsen und sehr stolz darauf.

Wirtschaftsforum: Wie ist die Gruppe aufgestellt?

Stefan Becker: In St. Ingbert sind 50 Mitarbeiter tätig; wir sind für die komplette Logistik verantwortlich und versenden in die ganze Welt. Die Produktion findet in Polen und an zwei Standorten in Moldawien statt. Zudem gibt es mit Abeba France eine Vertriebsniederlassung in Frankreich. Insgesamt sind um die 400 Mitarbeiter bei der Abeba-Gruppe beschäftigt, der Umsatz liegt bei 28 Millionen EUR und hat sich in den vergangenen Jahren konstant positiv entwickelt.

Wirtschaftsforum: Abeba ist das Zugpferd innerhalb der Gruppe. Was macht die Schuhe so besonders?

Stefan Becker: Abeba ist Inbegriff für Qualität. Wir verarbeiten gute Materialien, die Schuhe sind langlebig, man kann sich auf sie verlassen. Das stärkt das Vertrauen der Verbraucher in die Marke. Letztlich kann man das Rad nicht neu erfinden, ein Schuh bleibt immer ein Schuh, dennoch arbeiten wir konstant an Verbesserungen. Ein Thema sind intelligente Schuhe, die mit einem Mikrochip versehen sind, um den Träger im Notfall orten zu können. Es sind jedoch nicht allein die Schuhe, die uns erfolgreich machen. Es sind vor allem die motivierten, leistungsbereiten Mitarbeiter in jeder Abteilung, die verstanden haben, dass Veränderungen notwendig sind.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

Platz schaffen für neue Möglichkeiten

Interview mit Russell W. Jordan, Geschäftsführer der Space Plus Store GmbH

Platz schaffen für neue Möglichkeiten

Ob Umzug, Unternehmenswachstum oder saisonale Schwankungen: Der Bedarf an flexiblen Lagerlösungen wächst. Die Space Plus Store GmbH will den deutschen Self-Storage-Markt mit einem digitalen, nachhaltigen und kundenorientierten Ansatz weiterentwickeln. Geschäftsführer…

Mit Grenzpendlern gegen den ­Fachkräftemangel

Interview mit Danilo Baldauf, Geschäftsführer der Starke Jobs GmbH & Co. KG

Mit Grenzpendlern gegen den ­Fachkräftemangel

In vielen Industriebranchen bestimmen Personalknappheit und volatile Auftragslagen den Takt. Die Starke Jobs GmbH & Co. KG hat daraus ein belastbares Geschäftsmodell entwickelt. Der Personaldienstleister aus Marienberg verbindet regionale Unternehmen…

„Wir wollen unternehmerische Handlungsfähigkeit sichern!“

Interview mit Alina Nauen, Geschäftsführerin der torq.partners Finance GmbH

„Wir wollen unternehmerische Handlungsfähigkeit sichern!“

Sowohl Start-ups als auch mittelständische Unternehmen benötigen bei der Erschließung neuer Kapitalquellen, etwa durch Venture Capital-Investoren, oftmals Unterstützung bei der Professionalisierung ihrer Finance-Strukturen: An dieser Stelle kann torq.partners auf jahrelange…

Spannendes aus der Region Saarpfalz-Kreis

Wo Versorgung  zur Zukunftsaufgabe wird

Interview mit Marc Sprengard, kaufmännischer Leiter der Stadtwerke Ramstein-Miesenbach GmbH

Wo Versorgung zur Zukunftsaufgabe wird

Die Energie- und Versorgungsbranche befindet sich im größten Wandel ihrer Geschichte. Die Energiewende, steigende Regulierung, Digitalisierung und veränderte Kundenansprüche stellen Stadtwerke vor enorme Herausforderungen. Als kommunale Infrastruktur­unternehmen gelten sie als…

Kunden zu Fans machen

Interview mit Sebastian Lauer, Gesellschafter und Marius Ollinger, Gesellschafter der ZAHL Gebäudetechnik KG

Kunden zu Fans machen

„Wir wollen Kunden zu Fans machen“ – mit dieser Philosophie führt Marius Ollinger seit 2019 das saarländische Familienunternehmen ZAHL Gebäudetechnik durch unbeständige Zeiten. Vom politisch getriebenen Heizungsboom bis zur aktuellen…

Sonnenstrom braucht starke Partner

Interview mit Markus Krampe, Geschäftsführer der Enovos Renewables O&M GmbH

Sonnenstrom braucht starke Partner

Photovoltaik boomt – doch was passiert, wenn die Module installiert sind? Dann beginnt die Phase, in der Betrieb, Wartung und Leistungsoptimierung über die Wirtschaftlichkeit entscheiden. Markus Krampe, Geschäftsführer der Enovos…

Das könnte Sie auch interessieren

Blauer Faden, grüne Vision

Interview mit Alberto Candiani, Geschäftsführer der Candiani Denim S.p.A.

Blauer Faden, grüne Vision

Seit über 85 Jahren setzt Candiani Denim aus Italien Maßstäbe in der Herstellung von hochwertigem Denim. Als Familienunternehmen in 4. Generation kombiniert Candiani handwerkliches Geschick mit innovativen Ansätzen für nachhaltige…

3.500 m2 Sport-Expertise

Interview mit Laureen Kuhn, Jörg Huber (l.) und Timo Huber (r.), Geschäftsführer der Georg Kuhn GmbH

3.500 m2 Sport-Expertise

In den Fluren wird über Sport geredet, auf dem Dach wird Strom produziert, und manche Mitarbeiter sind seit Jahrzehnten dabei. Sport Kuhn in Offenburg ist ein Familienbetrieb im besten Sinne…

Italienisches Flair aus Deutschland

Interview mit Tristan Bolwin, Brand Manager für BENVENUTO der Kaiser Bekleidungs GmbH

Italienisches Flair aus Deutschland

Die Männermodemarke BENVENUTO steht für eine gelungene Kombination aus italienischem Flair und deutscher Handwerkskunst. Hinter der Marke steht das Familienunternehmen Kaiser Bekleidungs GmbH, ein weltweit operierender Hersteller für Herren-Großkonfektion (Hosen,…

TOP