Modulare Effizienz vom Rohbau bis zum Hochbau

Interview mit Hauke Lattmann, Geschäftsführer der HABAU Deutschland GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Lattmann, vor 17 Jahren haben Sie Ihre Karriere bei HABAU Deutschland als Projektleiter begonnen, heute sind Sie Geschäftsführer. Sie sind nicht nur durch verschiedene Positionen im Unternehmen gewachsen, Sie haben auch seine Entwicklung begleitet.

Hauke Lattmann: Die Geschichte von HABAU begann 1905 mit der Gründung des Betonwerk Heringen. Das Unternehmen entwickelte sich stetig weiter und wurde 2020 durch die Fusion der HABAU Hoch- und Tiefbau mit Universalbeton zur heutigen HABAU Deutschland. Dies war ein bedeutender Schritt, der es uns ermöglicht hat, unsere Position in der deutschen Bauindustrie weiter zu stärken.

Wirtschaftsforum: HABAU Deutschland ist Teil der in Österreich ansässigen HABAU GROUP, die für langjährige Expertise und Qualität steht. Was ist charakteristisch für Ihr Unternehmen?

Hauke Lattmann: Mit unserem breiten Leistungsspektrum, das vom Rohbau bis zum schlüsselfertigen Hochbau reicht, bieten wir unseren Kunden maßgeschneiderte Lösungen aus einer Hand. Besonders stolz sind wir auf unsere Fertigteilproduktion, die zu den leistungsfähigsten in Deutschland gehört. Wir setzen verstärkt auf modulares Bauen und Vorteile wie Wirtschaftlichkeit und schnellen Baufortschritt bei höchster Qualität. Zugleich ermöglicht unser modulares Bausystem die unterschiedlichsten Gebäudekonfigurationen, um die Bedürfnisse unserer Kunden optimal zu erfüllen.

Wirtschaftsforum: Nachhaltigkeit spielt eine immer größere Rolle in der Baubranche. Wie geht HABAU Deutschland mit diesem Thema um?

Hauke Lattmann: Nachhaltigkeit ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Wir setzen auf vorgefertigte Teile, recyceln abgebrochene Betonteile und verwenden innovative Baustoffe, um unsere Umweltauswirkungen zu minimieren. Wir engagieren uns aktiv für Nachhaltigkeit und sind Mitglied beim DGNB. Unsere Gebäude entsprechen nicht nur höchsten Standards, sondern übertreffen sie zum Teil sogar.

Wirtschaftsforum: Herr Lattmann, geben Sie uns einen kleinen Einblick, wer Ihre Kunden sind und welche Referenzen eine besondere Bedeutung für Sie haben?

Hauke Lattmann: Wir haben eine breite Palette von Kunden, darunter Unternehmen aus der Logistik- und produzierenden Industrie sowie öffentliche Einrichtungen wie Flughäfen und Stadien. Unsere zahlreichen Referenzprojekte umfassen den Bau von Logistikhallen, Flughäfen, Wohnanlagen und Industriebauwerken. Bei einem Millionenprojekt für die DHL am Luftfrachtdrehkreuz Leipzig zum Beispiel kam es besonders auf eine kurze Vorlauf- und Bauzeit an, hier konnten wir einen schnellen und effizienten Bauabschluss erreichen. Die Bauzeit spielt auch bei einem Projekt in Dresden-Nickern eine Rolle. Hier entsteht ein Shopping Center, bei dem wir die Krieger Gruppe unterstützen und zwei Bauabschnitte innerhalb kürzester Zeit, jeweils sechs und fünf Monate, übernehmen. Derzeit arbeiten wir an einem Projekt in Berlin-Neukölln. Hier entstehen nicht nur Gewerbenutzungen, sondern auch fast 230 neue Wohnungen, ein Viertel davon preisgebunden. Wir verwenden hier erstmals Fertigteile, die in Abstimmung mit dem Denkmalschutz farbig und strukturiert produziert werden. Ein weiteres Projekt ist die Erweiterung der SchuleEins in Berlin-Pankow. Getreu unserem Motto ‘Wir bauen heute für morgen’ entstanden hier in einem Neubau 16 Fachräume für verschiedene Bereiche. Neben einem Hörsaal und einer Cafeteria wurde auch eine Sporthalle mit 630 m2 erstellt. Um nur einige Projekte, die uns am Herzen liegen, zu nennen.

Wirtschaftsforum: Können Sie uns etwas zu den Zahlen von HABAU Deutschland sagen?

Hauke Lattmann: Natürlich. HABAU Deutschland beschäftigt derzeit etwa 300 Mitarbeiter, die HABAU GROUP insgesamt rund 6.500 Mitarbeiter bei 1,92 Milliarden EUR Bauleistung. Aktuell betreuen wir 22 Forschungsprojekte mit sieben Partnerhochschulen und sind der fünftgrößte Hersteller von konstruktiven Fertigteilen in Deutschland.

Wirtschaftsforum: Welche Ziele und Visionen verfolgt HABAU Deutschland für die Zukunft?

Hauke Lattmann: Unser Ziel ist es, unsere Position als führendes Unternehmen in der deutschen Bauindustrie auszubauen und weiterhin als verlässlicher Partner am Markt bekannt zu sein. Dabei setzen wir auf Innovation, Handschlagqualität und Nachhaltigkeit, um unseren Kunden die besten Lösungen anzubieten und einen positiven Beitrag für die Gesellschaft zu leisten.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Bau

Projekte aus Liebe zur Gestaltung

Interview mit Dipl.-Ing. Johannes Klein, Geschäftsführender Gesellschafter der Kemper · Steiner & Partner Architekten GmbH

Projekte aus Liebe zur Gestaltung

Architekten sind die Visionäre unserer gebauten Umgebung, die Künstler des Raumes und die Ingenieure der Ästhetik. Durch ihre kreativen Köpfe und ihre technische Expertise formen sie unsere Städte und Landschaften,…

Nachhaltig. Langlebig. Swiss-made. Ein Schweizer ist Profi für Dämmung mit Holzwolle.

Interview mit Philipp Huber Geschäftsführer der Dietrich Isol AG

Nachhaltig. Langlebig. Swiss-made. Ein Schweizer ist Profi für Dämmung mit Holzwolle.

Der Klimawandel mit unberechenbaren Temperaturen. Energiekosten, die die Wirtschaft in Atem halten. Und ein Wettlauf darum, den CO2-Abdruck gerade im wichtigen Gebäudesektor durch zeitgemäße Dämmung möglichst gering zu halten. Die…

Zufriedene Kunden sind die beste Empfehlung

Interview mit Stefan Bock, Geschäftsführender Gesellschafter der TEKTURA Wohnbau GmbH

Zufriedene Kunden sind die beste Empfehlung

Den Anspruch an seine Arbeit formuliert Stefan Bock, Geschäftsführender Gesellschafter der TEKTURA Wohnbau GmbH, in wenigen Worten: „Mir gefällt es, wenn die Käufer zufrieden sind, ohne Ärger einziehen können und…

Spannendes aus der Region Landkreis Nordhausen

Mit Industrie 4.0 zum individuellen Mikroprodukt

Interview mit Gerrit Häcker, CEO und Gründer der Häcker Automation GmbH

Mit Industrie 4.0 zum individuellen Mikroprodukt

Die Bauteilknappheit und die Versorgungsprobleme der letzten Jahre ermutigen viele westliche Hersteller, die Rückführung aus dem Ausland zuvor ausgelagerter Produktionskapazitäten zu erwägen. Die Umstellung von der Massenproduktion auf individualisierte Produkte…

Gelungene Kombination aus Klassik und Moderne

Interview mit Dipl.-Kfm. Christian Frick Vorstand der Geratherm Medical AG

Gelungene Kombination aus Klassik und Moderne

Ja, es gibt sie noch, die klassischen Fieberthermometer, und sie werden sogar in Deutschland produziert. Die Geratherm Medical AG verkauft jedes Jahr Millionen davon. Doch das Unternehmen aus dem thüringischen…

Für jeden die passende Lösung parat

Interview mit Stephan Fadinger und Florian Meyer, Vorstände der GeAT – Gesellschaft für Arbeitnehmerüberlassung Thüringen AG

Für jeden die passende Lösung parat

In Zeiten des Fachkräftemangels gleicht die Mitarbeitergewinnung für viele Unternehmen einer Quadratur des Kreises. An die veränderten Anforderungen des Arbeitsmarktes haben sich auch Personaldienstleister wie die GeAT AG mit Sitz…

Das könnte Sie auch interessieren

Innovation und Energie – zwei Themen, ein Ziel

Interview mit Matthias Mittelviefhaus, Geschäftsführer und Malte Sulkiewicz, Leiter Marketing und PR der Osnatech GmbH

Innovation und Energie – zwei Themen, ein Ziel

Meeresspiegel steigen, Extremwetterlagen mit Kälte- und Hitzewellen, Dürren, Wirbelstürmen, Überschwemmungen und Flächenbränden nehmen zu, Gletscher schmelzen – um die globale Erderwärmung zu begrenzen, sind schnelle und dauerhafte Veränderungen in allen…

Von Warendorf in die Welt

Interview mit Dr. Benedikt Meier, Geschäftsführer der Helmes Apparatebau GmbH & Co. KG

Von Warendorf in die Welt

Seit über 100 Jahren werden in Freckenhorst hochwertige Apparate, Behälter, Rohrsysteme und komplette Anlagen gefertigt; meist individuell nach Kundenwunsch. In dieser langen Zeit haben sich die Helmes Apparatebau GmbH &…

Einheitlich: nachhaltige Wohnlösungen

Interview mit Wolfgang Würzburger, Geschäftsführer der Würzburger GmbH Raumeinheiten

Einheitlich: nachhaltige Wohnlösungen

Neu zu bauen ist teuer, später wieder abzureißen auch – und dazu noch alles andere als nachhaltig. Die Würzburger GmbH Raumeinheiten in Bad Bellingen bietet bessere Lösungen. Sie vermietet und…

TOP