Mehr als ‘nur’ ähnlich

Interview mit Mag. Helmut Kaisergruber, Geschäftsführer und Mitinhaber und Dr. Sabine Möritz-Kaisergruber, Geschäftsführerin und Mitinhaberin der Astro Pharma GmbH

Mit knapp 50 Mitarbeitern ist Astro Pharma ein relativ kleines Pharmaunternehmen, das Großes bewirkt. Das Unternehmen bietet Arzneimittel mit eigener Zulassung an und vertreibt Medikamente internationaler Hersteller. Dank schlanker Struktur und hoher Flexibilität kann Astro Pharma anders als viele große Anbieter auch schwer verfügbare Arzneimittel zuverlässig besorgen. 

Dinge anders machen

Die Erfolgsgeschichte der Astro Pharma ist eng verbunden mit Dr. Sabine Möritz-Kaisergruber und Mag. Helmut Kaisergruber. Sie lernten sich während des Studiums in den USA kennen, arbeiteten viele Jahre in leitenden Positionen in großen Pharmakonzernen in der ganzen Welt und spürten immer wieder den Wunsch, Dinge anders zu machen. 2004 trafen sie die Entscheidung, ihre eigene Firma zu gründen. „Da wir über viele Jahre unterschiedlichste Erfahrungen in der Branche gesammelt hatten, konnten wir sämtliche Kompetenzbereiche eines Pharmaunternehmens abdecken“, sagt Dr. Sabine Möritz-Kaisergruber. „Wir begannen mit Antibiotika von Eli Lilly. Es war der ideale Start, da es Standardantibiotika waren, die jeder kannte.“ Gleichzeitig gab es Herausforderungen: „Als Zulassungsinhaber mit allen Rechten und Pflichten sind wir verantwortlich für Zulassung und Herstellung“, betont Mag. Helmut Kaisergruber. „Deshalb mussten wir unter anderem geeignete Lohnhersteller finden, was mit erheblichen Investitionen verbunden war.“

Kleine Margen, große Flexibilität

Heute bietet Astro Pharma ein perfekt abgerundetes Antibiotika-Portfolio und nimmt immer wieder weitere Präparate dazu. „Da Antibiotika zu den kostengünstigsten Medikamenten zählen, deren Margen sehr gering sind, haben wir uns bald überlegt, uns nach zusätzlichen Tätigkeitsfeldern umzusehen. Wir hatten das Glück, Firmen für uns zu gewinnen, die in Europa noch nicht etabliert waren und deren Produkte wir hier vermarkten“, sagt Mag. Helmut Kaisergruber. Mit Biosimilars boten sich neue Chancen. Astro Pharma lancierte das zweite Biosimilar in Österreich und hatte damit schnell Erfolg. Seitdem erhält das Unternehmen immer wieder die Möglichkeit, mit seinen Partnerfirmen Biosimilars in Österreich einzuführen. „Biosimilars sind Nachfolger von biologischen Arzneimitteln, deren Patent abgelaufen ist“, erklärt Dr. Sabine Möritz-Kaisergruber. „Arzneimittel, deren Wirkstoffe in lebenden Zellen produziert werden. Wir haben es hier mit sehr großen und komplexen Molekülen zu tun. Diese Arzneimittel sind daher teurer als synthetisch hergestellte. Auch wenn wir immer den großen Nutzen für das Gesundheitssystem und PatientInnen gesehen haben, der auch von Studien belegt wird, ist es eine große Herausforderung, Vertrauen zu schaffen, dass Biosimilars die gleiche Wirksamkeit und Sicherheit haben wie Originalpräparate.“

Erfahrung trifft auf Neugierde

Um dieses Vertrauen zu schaffen, setzt Astro Pharma auf hoch spezialisierte Außendienstmitarbeiter, die gemeinsam mit der restlichen Organisation die Aufklärungsarbeit übernehmen. „Wir haben sehr erfahrene Mitarbeiter mit Know-how in den verschiedensten Spezialgebieten“, sagt Dr. Sabine Möritz-Kaisergruber. „Zudem konnten wir eine junge Mitarbeiterebene aufbauen, die in fünf bis zehn Jahren das Gleiche und mehr können wird wie das heutige Management-Team. Dank dieser Mischung aus Jung und Alt sind wir überzeugt, kommende Herausforderungen bestmöglich meistern zu können und freuen uns auf eine Zusammenarbeit voll des Vertrauens und der Freude an Veränderung.“
 

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