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Selbstständigkeit und Krankenversicherung: Das sollten Sie dazu wissen

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Der völlige Verzicht auf Krankenversicherungsschutz bedeutet, dass jeder Arztbesuch, jeder Krankenhausaufenthalt, jede Operation und jedes Medikament aus eigener Tasche bezahlt werden muss. Im ungünstigsten Fall können hier schnell fünf- bis sechsstellige Beträge auflaufen, die wohl kaum ein Selbstständiger aus eigener Tasche berappen kann. Deshalb stehen die meisten Selbstständigen vor der Entscheidung zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung.

Vor- und Nachteile abwägen 

Sowohl private als auch gesetzliche Krankenversicherungen bieten Vor- und Nachteile. Vorteile der privaten Krankenversicherung sind zum Beispiel individuelle Tarife, ein möglicher größerer Leistungsumfang sowie die bevorzugte Behandlung bei Arztbesuchen und Krankenhausaufenthalten. Ein weiterer wichtiger Vorteil ist die Flexibilität: Leistungen und damit auch die Kosten können angepasst werden. So können sich jüngere gesunde Selbstständige schon für unter 100 EUR versichern lassen. Zu einem späteren Zeitpunkt – wenn die Gründungsphase erfolgreich überstanden ist – können sie dann in einen leistungsstärkeren Tarif wechseln. Ein günstigerer Tarif ist vor allem auch deshalb interessant, weil Selbstständige keinen Arbeitgeberzuschuss für die Krankenversicherung erhalten und die gesamten Kosten für die Krankenversicherung alleine tragen müssen.

Bei Vorerkrankungen ist gesetzliche Krankenkasse oft besser geeignet

Was spricht – angesichts von günstigem Tarif und besseren Leistungen der privaten Krankenkassen – für die Entscheidung der freiwilligen Versicherung in einer gesetzlichen Krankenkasse? Interessant ist diese Variante zum Beispiel für Existenzgründer mit einer Vorerkrankung. Da Beiträge zur privaten Krankenkasse nach Alter und Gesundheitszustand bemessen werden, führen Vorerkrankungen zwangsläufig zu hohen Beiträgen. Für Gründer mit Vorerkrankungen empfiehlt sich deshalb zumeist eine gesetzliche Krankenkasse, da deren Beiträge vom Einkommen und nicht vom Gesundheitszustand abhängig sind.

Auf Familienversicherung achten!

Ein wichtiger Faktor für die Entscheidung zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung ist das Alter. Wer beim Einstieg in die Selbständigkeit älter als 55 Jahre ist und sich für die private Krankenversicherung entscheidet, dem bleibt die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung bis an sein Lebensende verwehrt. Gründer mit Kindern und nicht erwerbstätigen Ehepartnern (Minijob ist erlaubt), können Familienmitglieder in einer gesetzlichen Krankenversicherung kostenlos in der Familienversicherung mitversichern. Dies ist sicherlich ein Vorteil der freiwillig gesetzlichen Krankenversicherung. Trotzdem sollte dieser Personenkreis ein Angebot einer privaten Krankenversicherung einholen, da auch diese Krankenversicherungen manchmal günstige Familientarife anbieten.

Beiträge können als Vorsorgeaufwand steuerlich abgesetzt werden

Da die Beiträge der gesetzlichen Krankenkassen im Gegensatz zu den Privatversicherungen einkommensabhängig sind, sinken Sie in Zeiten, in denen die Geschäfte vielleicht nicht so gut laufen. Der einmal in der privaten Kasse gewählte Tarif bleibt konstant, außer es wird zu einem günstigeren Tarif gewechselt, der jedoch auch Einschränkungen der Leistungen mit sich bringt. Auch dieser Aspekt ist natürlich bei der Wahl zu berücksichtigen. Ganz unabhängig davon, ob der Selbstständige privat oder gesetzlich krankenversichert ist, kann er seine Beiträge bis zu einer Höhe von jährlich 2.800 EUR in seiner Steuererklärung als Vorsorgeaufwendung steuermindernd geltend machen. 

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