„In der kooperativen Intelligenz liegt der Schlüssel zu unserem Erfolg“

Interview mit Dr. Herbert Hadler, Geschäftsführer der PSI Automotive & Industry GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Dr. Hadler, dürfen wir davon ausgehen, dass für PSI Automotive & Industry der Grundsatz ‘Nomen est Omen’ gilt?

Dr. Herbert Hadler: Die beiden Branchenschwerpunkte unserer Unternehmenstätigkeit tragen wir in der Tat schon im Namen – so handelt es sich bei unseren Kunden vor allem um diskrete Auftragsfertiger aus dem Sondermaschinen- und Anlagenbau, die zumeist kleine Stückzahlen in stark projektbezogenem Kontext herstellen, sowie um eine Vielzahl an Zulieferern aus der Automobilbranche und die großen OEMs wie Audi und VW. Abhängig vom individuellen Bedarf des Kunden bieten wir unsere ERP- und MES-Lösungen sowohl als getrennte Produktsuiten als auch in einer holistischen Kombination miteinander an, wobei letztgenannte Variante insbesondere von mittelständischen Unternehmen besonders geschätzt wird.

Wirtschaftsforum: Damit stehen Sie nicht nur im Wettbewerb mit vielen weiteren mittelständischen ERP- und MES-Anbietern, sondern auch mit Branchenriesen wie SAP. Wodurch unterscheidet sich dabei der Approach von PSI?

Dr. Herbert Hadler: Ein zentraler Unterschied unseres Ansatzes lässt sich bereits mit einem Blick auf unsere Belegschaft erkennen. Unsere Mitarbeiter verfügen durchweg über eine exzellente akademische Ausbildung mit einem stark technisch geprägten Hintergrund, sie sind Elektrotechniker, Informatikerinnen oder – wie in meinem Fall – Maschinenbauer. Dieser besondere Technikbezug überträgt sich selbstverständlich auch auf die von uns entwickelten und implementierten Softwarelösungen. Während sich SAP ursprünglich aus der Finanzbuchhaltung heraus in weitere Bereiche der innerbetrieblichen Wertschöpfung vorgearbeitet hat, setzten wir mit einer stark technisch ausgerichteten Hands-on-Mentalität von Anfang an unmittelbar auf der Produktionsebene an. Dank dieser Entwicklung verfügen wir heute über eine breite technologische Expertise, wie sie für besonders diffizile Aufgabenstellungen in der Abbildung komplexer Fertigungsprozesse unerlässlich ist.

Wirtschaftsforum: Dabei hat diese Komplexität gerade vor dem Hintergrund der immer stärkeren Ausdifferenzierung der einzelnen Fertigungsschritte in den letzten Jahrzehnten noch deutlich zugenommen.

Dr. Herbert Hadler: Eine Entwicklung, der wir mit der Weiterentwicklung unserer Lösungen selbstverständlich Rechnung getragen haben. Die feingliedrige Arbeit bis in kleine Prozessschritte hinein ist seit unseren Anfängen unverrückbar Teil der DNA von PSI, die gerade auch im Wege der Multi-Site-Steuerung herausragende Nutzengewinne für unsere Kunden bereithält. Auch im Rahmen der werk- und sogar länder-übergreifenden Produktion müssen etwa Stücklisten bei unseren Systemen nicht mühsam aufgeteilt werden, sondern der ganze Produktionsablauf bleibt auf der Makroebene in seiner Gesamtheit steuerbar – daraus ergeben sich natürlich bedeutsame Effizienz- und damit auch Kostenvorteile für die Anwender.

Wirtschaftsforum: An welchen technologischen Weiterentwicklungen arbeiten Sie gerade?

Dr. Herbert Hadler: Derzeit schließen wir mit einem neuen ERP-Release die Implementierung unseres neuen ERP-Systems auf unserer Konzernplattform ab – ein Prozess, den wir in den letzten Jahren in mehreren Stufen durchlaufen haben, damit auch beim Kunden keine störende Disruption zu befürchten ist. Darüber hinaus verfolgen wir bei unserer MES-Suite mit unserer Workflow-Technologie gerade einen völlig neuen Ansatz, durch den der Kunde eine viel größere Flexibilität bei der Abbildung seiner Prozessschritte erhält, in deren Rahmen sich auch im laufenden Betrieb noch bedeutsame Änderungen vornehmen lassen, wenn die besonderen Rahmenbedingungen eines bestimmten Auftrags dies erforderlich machen. In ersten Projekten mit unseren Kunden konnten wir bereits erkennen, dass die damit einhergehende Dynamisierung von den Anwenderinnen sehr positiv aufgenommen wird.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt die Verlagerung hin zum mobilen Arbeiten für die Weiterentwicklung von ERP- und MES-Lösungen?

Dr. Herbert Hadler: Wir erwarten in den nächsten Jahren eine deutliche Zunahme der Mobile User, die auch im Feld Zugang zu ihren Systemen benötigen. Mit unseren PSI Industrial Apps bieten wir schon heute entsprechende Optionen für mobile Endgeräte an, die auch jenseits der Desktop-Anwendungen ein benutzerfreundliches Arbeiten ermöglichen – darin liegt eine wichtige Entwicklung für eine mobile Zukunft.

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