Webcode:

Um einen Artikel aus dem Print-Magazin online zu lesen, geben Sie bitte nachfolgend den Webcode ein, der im Magazin unter dem Artikel zu finden ist.

https://www.getdigital.de - Gadgets und mehr für Computerfreaks

Wie ein Schweizer Unternehmen seinen Weg geht

Interview mit René Mannhart, CEO der ZAUGG AG Eggiwil

Social Share
Teilen Sie diesen Artikel

Das Klima verändert sich, die Schneephasen werden kürzer. Dafür kommt er immer häufiger in großen Massen und auch die Art von Schnee ist eine andere. Entsprechend haben sich auch die Anforderungen an die Geräte verändert.

„Mit unserer Produktion in der Schweiz und auf Basis unserer jahrelangen Erfahrung sind wir in der Lage, schnell und flexibel auf diese Anforderungen zu reagieren“, so CEO René Mannhart. „Wir haben keine Serienfertigung, denn jedes Gerät ist ein Unikat, ein auf die Kunden zugeschnittener Maßanzug rund um die Winterdiensttechnik.“

1893 gegründet

Im Jahr 1893 wurde das Unternehmen von Simon Zaugg in Eggiwil als Huf- und Wagenschmiede gründet. Der erste Bergpflug wurde 1922 entwickelt und patentiert. Damit erlangte Zaugg die erste große Bekanntheit weit über die Region hinaus.

1965 erfolgte die Gründung der Gebrüder Zaugg AG zur Herstellung von Schneepflügen und Schneefrässchleudern und damit die komplette Fokussierung auf dieses Segment. Im Laufe der Jahre hat sich das Unternehmen in der Branche als Premiumanbieter etabliert. Die Geräte werden so konzipiert, dass sie problemlos an jedes Trägerfahrzeug angepasst werden können. Dazu gehören Einachser, jegliche Varianten von Traktoren, Kommunal- und Allradfahrzeugen verschiedenster Marken, Kompaktlader und Stapler, Transporter, Unimogs, Lkw sowie Radlader und Flughafen-Räumfahrzeuge.

Für besondere Herausforderungen

In den vergangenen 20 Jahren hat sich die ZAUGG AG zusätzlich zur Schneeräumung auf Straßen und Flugplätzen auf die Schienenschneeräumung fokussiert. „Die Geburtsstunde dieses Geschäftsbereichs war die Bahnstrecke durch das UNESCO-Welterbe RhB, der höchstgelegene Eisenbahnabschnitt in Europa“, sagt René Mannhart. „Das ist eine der gefährlichsten Bahnlinien der Welt und speziell im Winter ist der Unterhalt dieser Strecke eine besondere Herausforderung, der wir uns gestellt haben. Mithilfe unserer Bahnschienen-Schneefrässchleuder sorgen wir für Sicherheit.“

Mittlerweile gehört das Unternehmen zu den größten Playern weltweit, wenn es um den Winterdienst auf Schienen geht. ZAUGG kennt die internationalen Normen und Gesetzte und ist auf Basis des langjährigen Know-how in der Lage, seine Geräte daran anzupassen.

Neue Entwicklungen

Ein Grund für den langanhaltenden Erfolg der ZAUGG AG sind die regelmäßigen Innovationen, mit denen der Schweizer Betrieb auf die steigenden Anforderungen des Marktes reagiert. Zu den jüngsten Entwicklungen auf dem Gebiet der Schienenschneeräumung gehört eine Flotte autonomer Fahrzeuge, die in Skandinavien für den Winterdienst zuständig ist. Die Schneepflüge und Schneefrässchleudern werden an eigenständig fahrbare Lokomotiven montiert, ein Fahrer überwacht dabei einen reibungslosen Ablauf.

„Wir verspüren zunehmend den Wunsch unserer Kunden nach mehr Leistung und Umfang der Fahrzeuge“, bemerkt der CEO. „Unsere Schneefrässchleuder zum Beispiel funktioniert gerade bei sehr starkem Schnee und harten Schneearten.“ Weitere Stärken sind die Schneepflüge mit einem Schwenkwinkel von 50 oder 55 Grad sowie Schneefräsen mit verschiedenen Auswurfseiten. Außerdem hat die ZAUGG AG den Bedarf nach alternativen Antriebssystemen erkannt und arbeitet auch hier an ersten Lösungen.

Wachstumsstrategie

„Geh deinen Weg!“ ist das Motto der ZAUGG AG, welches nicht nur den Zweck der Winterdiensttechnik ausdrückt, die den Menschen selbst im tiefsten Winter ermöglicht, ihre Ziele zu erreichen. „Der Slogan steht auch für unsere eigene Geschichte“, erläutert René Mannhart. „Hier in Eggiwil im Emmental sind wir in einem sehr ländlichen Gebiet angesiedelt. Die Menschen hier sind stolz auf das Unternehmen ZAUGG. Wir sind eher eine Familie und halten wie Pech und Schwefel zusammen.“

In der Zukunft möchte das Unternehmen noch weiterwachsen. Ein wichtiger Bestandteil der Strategie ist der Ausbau des globalen Marktes. Außerdem sollen die Maschinen mithilfe neuer Technologien und einem noch höheren Qualitätslevel noch effizienter werden. „Wir müssen weiter an unserer Flexibilität arbeiten, um noch besser auf Kundenwünsche eingehen zu können“, so René Mannhart. „Außerdem werden wir unserer Produktportfolio erweitern und vor allem auf dem Gebiet der Bahntechnik wachsen. Made in Switzerland ist auch in unserer Branche ein Qualitätssiegel und wir wollen rund um den Globus für freie Wege und Sicherheit im Winter sorgen.“

TOP