Wenn Einkaufen Entertainment und Erlebnis bedeutet

Interview mit Patrick Stäuble, CEO der Shoppi Tivoli Management AG

80.000 m2 Verkaufsfläche, 150 verschiedene Brands, 1.400 Mitarbeiter, 2019 ein Umsatz von 406 Millionen CHF, 120 Ausbildungsplätze – das Shoppi Tivoli setzt nicht nur mit diesen beeindruckenden Zahlen Maßstäbe, es ist auch das grösste Shoppingcenter in der Schweiz. 1970 wurde das Einkaufscenter gegründet – nach amerikanischem Vorbild, was für die damalige Zeit ein außergewöhnliches Konzept war. An dem Konzept hat sich seitdem einiges verändert, anderes ist geblieben.

„Wohnen, Einkaufen, Arbeiten, Freizeit unter einem Dach; das war 1970 die Strategie und das ist heute noch so“, sagt Centerleiter und CEO Patrick Stäuble, der seit zehn Jahren für die Shoppi Tivoli Management AG tätig ist. „Geändert haben sich im Laufe der Zeit die Angebote und Dienstleistungen.“

Zwei Center, eine Einheit

Das Shoppi Tivoli machte 1970 den Anfang; 1973 kam das Tivoli hinzu. Seit 2007 bilden beide Center dank einer Verbindungsbrücke eine harmonische Einheit. Das Management der Lifestyle-Tempel liegt bei der 2001 gegründeten Shoppi Tivoli Management AG; von der Vermietung über Inkasso und Sicherheit bis zu Reinigungs- und anderen Dienstleistungen bietet das Non-Profit-Unternehmen professionelle Unterstützung.

„Wir helfen da, wo es notwendig ist, um konstant den Top-Zustand des Centers sicherzustellen“, resümiert Patrick Stäuble. „Letztlich ist es ein Rundum-Service, bei dem Preis und Leistung stimmen. Oberstes Ziel ist immer, die beste Leistung für Eigentümer, Mieter und Kunden zu erbringen und das möglichst kostengünstig.“

Und dann kam Corona

Das Shoppi Tivoli als Lifestylecenter zu vermarkten, war 2020 Corona bedingt nicht einfach. Zwei Monate musste man schließen, lediglich 15 der 150 Verkaufsstände blieben geöffnet– ein massiver Einschnitt. Dennoch sei man, so Patrick Stäuble, im Vergleich zu vielen anderen relativ gut durch die Pandemie gekommen.

„Unsere primäre Aufgabe während der Pandemie war es, die Arbeitsplätze zu erhalten“, sagt er. „Das ist uns gelungen. Gemeinsam mit den Mietern haben wir nach konstruktiven Lösungen gesucht, zum Beispiel über Stundungen oder andere finanzielle Mittel. Später kamen dann neue Herausforderungen auf uns zu wie die Frage, mit welchen Maßnahmen wir wieder öffnen können.“

Lifestyle Hub statt Konsumtempel

Jetzt heißt es, sich mit den Herausforderungen der Zukunft zu beschäftigen und das Einkaufscenter so aufzustellen, dass es trotz boomenden Onlinehandels wettbewerbsfähig bleibt. „Wir gehen davon aus, dass 25 bis 30% der Retailfläche in der Schweiz verloren gehen wird“, so Patrick Stäuble.

„Faktoren wie das Home Office, das in Zukunft zumindest in Teilen ein neuer Standard sein wird, werden zu Veränderungen führen. Mit der Bereinigung der Verkaufsflächen wird es eine verstärkte Nachfrage nach großen Städten und großen Einkaufscentern geben. Klar ist, dass wir immer die neuesten Brands und Services bieten und uns noch stärker mit Freizeitthemen wie Kino, Cart- oder Bowlingbahn beschäftigen müssen. Freizeit und Shopping gehören zusammen; deshalb müssen wir die Öffnungszeiten zum Beispiel einem veränderten Freizeitverhalten anpassen.“

Verbindungen, die stimmen

Für Patrick Stäuble reicht das allein jedoch nicht aus, um Verbraucher zu überzeugen. Eine gute Verkehrsanbindung, ausreichend Parkplätze und eine Sortimentserweiterung, die auch Online-Kanäle beinhaltet, sind weitere Themen. Mit 4.000 Parkplätzen, direkter Anbindung an die Autobahn und in Kürze auch die Limmattalbahn, starken Eigentümern mit soliden finanziellen Mitteln und einem Management direkt vor Ort, das hautnah erlebt, was passiert und mit vollem Herzen dabei ist, ist das Shoppi Tivoli hervorragend aufgestellt, um aus einer Vision Realität werden zu lassen.

„Wir wollen das Lifestylecenter sein, von dem der Kunde weiß, dass er die neuesten Brands findet und Einkaufen zum puren Erlebnis wird“, so Patrick Stäuble.

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