„Eine Bauweise, die keine Fehler zulässt“

Interview mit Dipl.-Bauing. (FH) Marcus Fronert, Geschäftsführer der Massivhaus Mittelrhein GmbH

Der Anspruch, der hinter der Unternehmensgründung im Jahr 2002 stand, war kein bescheidener: „Die Gesellschafter wollten ein regionales, gutes Produkt bauen und Dinge besser machen“, erzählt Marcus Fronert, der seit 2015 Geschäftsführer bei Massivhaus Mittelrhein ist. Er selbst ist seit neun Jahren im Unternehmen.

Den Firmeninhaber und Mit-Geschäftsführer Markus Buch kannte er schon aus dem Studium. Er berichtet von der Entwicklung des Unternehmens: „2011 wurde die vertriebliche Arbeit professionalisiert und die Marke DASMASSIVHAUS gegründet. Es kamen immer mehr Mitarbeiter hinzu, und bis heute ist das Unternehmen massiv gewachsen.“

Heute sind rund 100 Mitarbeiter und 25 freie Vertriebsmitarbeiter bei Massivhaus Mittelrhein beschäftigt. Trotz Corona ist der Umsatz im vergangenen Jahr entgegen allen Erwartungen gestiegen, auf rund 40 Millionen EUR. „Wir hatten nicht mit dem Mut der Menschen gerechnet. Die einzige Einschränkung war der Mangel an Fachkräften. Mit mehr Personal könnten wir noch mehr erreichen“, sagt Geschäftsführer Marcus Fronert.

Massiv und energieeffizient

Das Unternehmen mit Sitz in der Vordereifel ist im Umkreis von 150 km um seinen Standort Mendig herum aktiv. Seine Überzeugung steckt bereits im Namen: „Wir halten das massive Bauen immer noch für die dauerhafteste und am besten beherrschbare Art, ein Haus zu bauen“, betont der Geschäfts-führer. Dabei sollte auch immer eine individuelle Planung möglich sein und gewisse Grundsätze beachtet werden. Einer von ihnen ist die Energieeffizienz.

„Schon früh haben wir darauf gesetzt, Häuser auf der Basis von Mauern zu bauen, aber auf Wärmedämmverbundsysteme zu verzichten. Wir bauen energetisch immer über dem Standard. In der Praxis bedeutet das: Wir setzen zu 95% auf Erdwärme. Das ist in unseren Augen die beste regenerative Energieform, insbesondere in Kombination mit Photovoltaik“, erklärt Marcus Fronert.

Der Verzicht auf Wärmedämm-Verbundsysteme hat folgenden Hintergrund: „Sie bestehen aus Wolle oder geschäumten Produkten, die in ihrer Herstellung sehr energieaufwendig sind. Zudem sind wir der Meinung, dass sie nicht die gleiche Lebensdauer wie das Haus haben.“ Der Bau eines Massivhauses mit einer ʻharten Hülleʼ stellt hohe Ansprüche an den Erbauer, macht der Geschäftsführer deutlich: „Er erfordert eine deutlich präzisere Planung. Bei dieser Art des Bauens dürfen wir keine Schwachpunkte zulassen, die Wärmebrücken schaffen. In der Ausführungsplanung sind wir deshalb sehr penibel, Detailübergänge, Lüftung und Wärmetechnik müssen komplett im Einklang sein.“

Entwicklungen gemeinsam vorantreiben

Als Kunde und Entwicklungspartner der Firma Vaillant wirkt Massivhaus Mittelrhein daran mit, das Thema Erdwärmepumpen voranzutreiben. „Mit unserer Hilfe transferieren sie ihre Forschungsergebnisse in die reale Welt. Wir können ihre BIM-Modelle übernehmen, übertragen sie in 3D-Modelle, simulieren die Anwendung und tauschen uns mit ihnen aus“, erläutert Marcus Fronert.

Als besondere Stärke des Unternehmens sieht er den Umstand, dass es von Bauingenieuren geleitet wird und dadurch die Qualität des Baus sichergestellt ist – „gerade in Anbetracht der Tatsache, dass die von uns gewählte Bauform keine Fehler zulässt.“ Die Mischung aus Ingenieuren und Feedback gebenden Praktikern wie den Handwerkern, mit denen Massivhaus Mittelrhein schon seit 15 Jahren zusammenarbeitet, sieht DASMASSIVHAUS als weiteren großen Vorteil. „Die größte Stärke der Firma ist aber unser Team. Jedes Haus ist ein Gesamtwerk aller Beteiligten. Gemeinsam finden wir immer gute Lösungen. Das Team bildet in jeglicher Hinsicht eine gute Allianz: Junge Nachwuchs-Führungskräfte und erfahrenere Kollegen ergänzen sich und können ihr Know-how somit ideal einbringen. “

Der wahre Charakter steckt im Innern

Üblicherweise läuft ein Großteil des Vertriebs über Messen. Bis zu 40 sind es im Jahr, wenn nicht gerade Corona dies verhindert. In der Zeit, als keine Messen stattfanden, profitierte das Unternehmen von seinem starken Empfehlungsgeschäft. Etwas Nachholbedarf sieht Marcus Fronert im Onlinebereich. „Hier müssen wir noch besser werden“, findet er.

Die Häuser der Marke DASMASSIVHAUS sprechen für sich, was wirklich in ihnen steckt, verbirgt sich jedoch hinter ihren massiven Mauern. „Aktuell ist ein Massivhaus von uns optisch nicht zu erkennen. Die Besonderheiten stecken im Haus“, erklärt Marcus Fronert.

Die Zukunft wird modular

Für die Zukunft stehen weitere interessante Projekte an, kündigt er an: „Im Laufe des Winters und im nächsten Jahr werden wir mit einer neuen, sehr modernen Linie ein Musterhaus bauen. Dahinter steht die Idee, dass der Käufer die Räume auf der Basis von Einzelmodulen selbst zusammensetzen kann. Mit diesem Musterhaus wollen wir die Serie des modularen Bauens weiter nach vorn bringen.“ Und die Planung für weitere Zukunftsprojekte laufen bereits. Als Nächstes steht die Entwicklung eines Hauses auf Stein-auf-Stein-Basis an, das sich selbst versorgen kann.

„Das ist auch für uns Ingenieure eine interessante Herausforderung, an der wir alle Spaß haben werden“, ist Marcus Fronert überzeugt. Um die Zukunft des Massivbaus macht er sich jedenfalls keine Sorgen. Dass das Unternehmen auch über den eigenen Horizont hinausblickt, stellt es gerade unter Beweis: Um den Menschen, die bei dem Hochwasser ihre Häuser und Wohnungen verloren haben, eine vorläufige Unterkunft zu geben, hat das Team vier Familien-Unterkünfte bereitgestellt.

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