Jung, dynamisch und tradionell

Interview mit Leo Hillinger, Winzer, Visionär und Business Angel

„Wir legen sehr viel Wert auf unseren biologischen Weinbau“, beschreibt der Winzer seine Philosophie. „Wir wollen Nachhaltigkeit leben. Wir sind jung und dynamisch, arbeiten aber trotzdem traditionsverbunden. Ich und meine zahlreichen Mitarbeiter sind Qualitätsfanatiker und wollen ständig besser werden, das soll der Kunde mit jedem Schluck erleben.“

Dabei nutzt Leo Hillinger all sein Know-how und ebenso die neuesten technischen Möglichkeiten, um die Charaktere seiner Weine optimal zur Geltung zu bringen. „Nur aus gutem Traubenmaterial kann man guten Wein machen. Als überzeugtes Bioweingut arbeiten wir im Weingarten unter anderem mit Nützlingen. Unser Partner bei der Bewirtschaftung ist die Natur. Das macht die Arbeit zwar um einiges schwieriger, aber umso interessanter.“

Qualität als Marke Leo Hillinger

Leo Hillinger keltert Spitzenweine und positioniert diese in unterschiedlichen Markenkanälen, vom Lebensmittelhandel, bis zum Hauben- und Sternerestaurant. Alle entsprechen der hohen Hillinger Qualitätsphilosophie. Seinen Anspruch auf kontinuierliche erstklassige Qualität in allen Kanälen beweisen die unzähligen nationalen wie internationalen Auszeichnungen.

Neue Projekte

Vermarktet werden die Produkte nicht nur am eigenen Weingut und über den modernen Onlineshop, sondern auch in den Leo Hillinger Weinshops & Bars in Kitzbühel, Wien, Parndorf, Salzburg und München. Doch Leo Hillinger wäre nicht Leo Hillinger, wenn er nicht weitere Projekte im Visier hätte: „Aktuell planen wir gerade ein eigenes Weinhotel. Außerdem arbeiten wir an der Konzeption einer Weinerlebniswelt in meiner Heimatgemeinde Jois im wunderschönen Burgenland. Diese soll Kunden aus aller Welt für unser Herzensprodukt begeistern. Wir wollen das Handwerk des Winzers unseren Kunden noch näherbringen. Der Besucher kann durch diese Weinwelt gehen und bekommt alle Informationen darüber, wie Wein angebaut und verarbeitet wird.“

Erfahrungen gesammelt

Bevor Leo Hillinger 1990 mit 23 Jahren den Weinhandel seines Vaters übernahm, machte er eine Ausbildung in der Weinbauschule und studierte auf Reisen – unter anderem nach Kalifornien, Australien, Südafrika und Neuseeland – das internationale Weingeschäft. Zunächst produzierte und verkaufte er Wein aus gekauften Trauben, 1997 erwarb er sein erstes Weingut in Rust mit 12 ha Weingärten.

Leo Hillinger, Winzer, Visionär und Business Angel
„Ich habe einfach neue Sachen ausprobiert – wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“ Leo HillingerWinzer, Visionär und Business Angel

„Ein Neuanfang ist immer gut, da kannst du auch kreativ sein“, erläutert Leo Hillinger. „Ich habe einfach neue Sachen ausprobiert, zum Beispiel den Jazz Brunch direkt im hauseigenen Heurigen damals, so wie in Kalifornien, bei Essen und Wein die Leute zu mir geholt. Außerdem bin ich auf Golfplätze und zu Kunstevents gefahren, um meine Weine zu präsentieren. Immer mit vollster Konsequenz.“

Ein Meilenstein des Weingut Hillinger war sicher der Bau des visionären Weingutes in Jois, direkt am Hill 1: „Damit ging für mich ein Traum in Erfüllung. Endlich mein eigenes Weingut. Inklusive Eventlocation für Hochzeiten, Feiern und Seminare. Ich bekomme jeden Morgen feuchte Augen, wenn ich den kleinen Hügel zu meinem Weingut hochfahre.“

‘More than wine’

‘more than wine’ – mit ein Grund warum er als erster Winzer mit dem renommierten Unternehmerpreis von Ernst & Young als ‘Entrepreneur Of The Year’ ausgezeichnet wurde. Unter ‘more than wine’ entwickeln sich ständig neue Geschäftsfelder mit innovativen Schwerpunkten, wobei im Mittelpunkt des Interesses die Weintraube und die daraus erzeugten Produkte stehen. Und so besitzt der umtriebige Star-Winzer seit 2018 unter der Marke ‘Hillinger Cosmetics’ sogar seine eigene Kosmetiklinie. Natürlich mit den Inhaltsstoffen der Traube, natürlich BIO-zertifiziert, natürlich 100% Made in Austria.

Dabei sieht der innovative Österreicher auch die, denen es nicht so gut geht: „Wer Erfolg hat, muss auch etwas zurückgeben.“ Dies unterstreicht er mit mehreren Sozialprojekten (unter anderem der Pink Ribbon Foundation).

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

„Es muss nicht immer gleich ein Roboter sein“

Interview mit Jörg Herre, Leiter Vertrieb und Marketing der Friedemann Wagner GmbH

„Es muss nicht immer gleich ein Roboter sein“

Die deutsche Industrie steht unter Druck. Investitionen werden verschoben, Projekte gestoppt. Und doch gibt es Unternehmen, die Kurs halten – mit Bodenhaftung, technischer Klarheit und einem langen Atem. Jörg Herre…

Spezialisierte ambulante orthopädische Versorgung

Interview mit Christina Möller, CEO der Maybach Medical Holding GmbH

Spezialisierte ambulante orthopädische Versorgung

Die Ambulantisierung ist ein Megatrend in der Gesundheitsversorgung. „Ambulant statt stationär“ lautet ein Grundsatz, der immer stärker in den Fokus rückt. Medizinische Versorgungszentren (MVZ) bilden einen wichtigen Baustein bei der…

Energiewende als Mammutaufgabe

Interview mit Dipl.-Wirt.-Ing. Jörg Kogelheide, Geschäftsführer der Stadtwerke Versmold GmbH und Dipl.-Kfm. (FH) Manuel Drossard, Geschäftsführer der Stadtwerke Versmold GmbH

Energiewende als Mammutaufgabe

Energiekrise, Digitalisierung, Energiewende: Regionale Versorger stehen unter Druck. Umso wichtiger ist es, dass Kommunen auf Partner setzen können, die in Krisenzeiten Verantwortung übernehmen. Die Stadtwerke Versmold sind ein solcher Partner,…

Spannendes aus der Region Jois

Maßarbeit für die Mobilität von morgen

Interview mit Ing. Bernhard Wagner, Geschäftsführender Gesellschafter der Zoerkler Gears GmbH & Co KG

Maßarbeit für die Mobilität von morgen

Inmitten der idyllischen Weinlandschaft des Burgenlands entsteht Technik, die in Hochleistungsfahrzeugen, Flugzeugen und Zügen auf der ganzen Welt zum Einsatz kommt. Die Zoerkler Gears GmbH & Co KG entwickelt und…

Document goes Web

Interview mit Franz Guszich, Geschäftsführer der INVARIS Informationssysteme GmbH

Document goes Web

Der Trend geht weg vom Papier. Das verspricht mehr Ordnung im Büro, nicht aber im Firmennetzwerk. So stellt diese Entwicklung das Dokumentenmanagement vor neue technische Herausforderungen – Herausforderungen, denen die…

Integrierte Wertschöpfung im Wohnbau

Interview mit Rudolf Wagner, Vertriebsleiter der ETZI-Group GmbH

Integrierte Wertschöpfung im Wohnbau

Steigende Baukosten, knapper Wohnraum und akuter Fachkräftemangel setzen die Bauwirtschaft massiv unter Druck. Gleichzeitig wächst der Bedarf an leistbaren, nachhaltigen und effizient realisierbaren Wohnlösungen. Dass diesen Herausforderungen beispielhaft begegnet werden…

Das könnte Sie auch interessieren

Erfolgreich aus dem Quark gekommen

Interview mit Andrej Volynec, Geschäftsführer der Quarki fresh food GmbH

Erfolgreich aus dem Quark gekommen

Milch – Kulturgut und hochwertiges Lebensmittel, das eine Vielzahl an Nährstoffen enthält. Milch liefert wertvolles Eiweiß, Calcium, Jod, Vitamin B2 und B12. Für viele Menschen ist der tägliche Verzehr von…

Italienischer Genuss weltweit exportiert

Interview mit Luigi Brandazza, geschäftsführender Gesellschafter der Allegra s.r.l.

Italienischer Genuss weltweit exportiert

Italienische Lebensmittel stehen für Qualität, Tradition und Lebensfreude. Seit fast zwei Jahrzehnten verfolgt das familiengeführte Unternehmen Allegra s.r.l. aus Piacenza das Ziel, das kulinarische Erbe Italiens international erlebbar zu machen.…

„Unsere Branchenfremdheit  war auch ein Vorteil“

Interview mit Stephanie Schädler, Geschäftsführerin der Allgäuer Alpenwasser GmbH

„Unsere Branchenfremdheit war auch ein Vorteil“

Als Familie Schädler vor zehn Jahren das Unternehmen Allgäuer Alpenwasser übernahm, stand es kurz vor dem Konkurs. Doch hinter den teilweise katastrophalen Zuständen verbarg sich ein Diamant, der durch das…

TOP