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HEMA steht schon seit 1926 für Qualität zum guten Preis. Nach der Weltwirtschaftskrise war die Idee der beiden Gründer Leo Meyer und Arthur Isaac, Waren anzubieten, die sich auch der kleine Mann mit einem kleinen Budget leisten konnte.

„Das macht HEMA bis heute aus. Es trifft auch den Nerv der Deutschen, die gern günstig einkaufen und trotzdem Wert auf Qualität legen“, erklärt Beatrice Schnell, die seit September 2017 Geschäftsführerin von HEMA in Deutschland ist.

Die Managerin, die zuvor bei Adidas und TK Maxx beschäftigt war und sich selbst als Vollblutretailer bezeichnet, hat das HEMA-Fieber bereits gepackt: „HEMA ist einfach klasse, einzigartig auf dem deutschen Markt. Auf dem Fashion-Markt heben sich die Marken nicht mehr voneinander ab. Bei HEMA ist das anders. Die Produkte unterscheiden sich durch Design und Flair und das Holländische sticht heraus. Das ist wirklich etwas, das Deutschland noch fehlt.“ Oder fehlte. Denn mittlerweile ist das Unternehmen auch hier präsent, wenn auch noch nicht flächendeckend.

Deutschland und die Welt

Seit 2002 wurden von Holland aus bereits Läden in der deutschen Grenzregion betrieben. „Von Holland aus kann man aber in Deutschland keine Marke etablieren“, erklärt Beatrice Schnell. Mit einem Wechsel des CEO 2015 änderte sich die Strategie. „Die neue Führung wollte in Deutschland etwas Verrücktes ausprobieren.“ Das war der Januar 2017 eröffnete Flagship-Store in Köln. „Er hat alle Erwartungen an den deutschen Markt übertroffen“, berichtet die Geschäftsführerin. Nun soll dieser weiter erschlossen werden.

Ein zweiter Flagship-Store wurde bereits in Frankfurt eröffnet, ein weiterer folgt Ende März 2018 in Stuttgart. Zu den neun schon bestehenden ‘normalen’ Filialen in Neuss, Essen Hagen, Mülheim (2x), Oldenburg, Leer, Hildesheim und Ludwigshafen kommen Ende April 2018 zwei weitere in Dortmund und Nürnberg. Und damit soll noch lange nicht Schluss sein.

„HEMA trifft den Nerv der Deutschen, die gern günstig einkaufen und trotzdem Wert auf Qualität legen.“ Beatrice Schnell, Geschäftsführerin
Beatrice Schnell, Geschäftsführerin der HEMA GmbH & Co. KG Deutschland

„In Deutschland sehe ich in den nächsten fünf Jahren Potenzial für 70 bis 100 Läden“, so Beatrice Schnell. In Holland sind es bereits 500 – hier ist HEMA quasi an jeder Ecke vertreten und gewissermaßen Teil der Kultur. „Das Unternehmen ist sehr familiär und wir sind bemüht, das HEMA-Erbe dem jeweiligen Markt anzupassen.“

Das gilt nicht nur für Deutschland, wo knapp 200 Mitarbeiter beschäftigt sind, sondern ebenso für die Benelux-Länder, Frankreich, Spanien und Großbritannien. Auch in Wien stehen Ladeneröffnungen bevor; in Dubai besteht zudem seit Kurzem ein Franchisekonzept.

Von trendig bis lecker

Alle Produkte werden in Amsterdam designt und produziert. „Die Eigenmarke von HEMA ist unsere DNA“, betont Beatrice Schnell. Neue Inspirationen sind immer gefragt. Daher wurden schon Workshops mit jungen Designern veranstaltet und deren Produkte und Ideen anschließend ins Sortiment aufgenommen. Das Angebot ist extrem vielseitig und trendig und reicht von USB-Sticks in witzigen Formen über Lakritz- und Sirupwaffeln, Kochutensilien mit ausgefallenem Design, eine große Auswahl an Baby- und Kinderkleidung, Spielsachen und allem anderen fürs Kinderzimmer bis hin zu Partyartikeln, bunten Notizbüchern und Popcorn mit Erdbeer-Banane-Geschmack.

Wer noch keinen Shop in seiner Nähe hat, kann alle Produkte online bestellen – und dabei sogar Einfluss auf die Standortwahl für weitere Läden nehmen: „Wir schauen auch, in welcher Stadt die Verkäufe besonders hoch sind. Je mehr die Einwohner eines Ortes also online kaufen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass HEMA mit einem Store dorthin kommt.“

Neben der klassischen Onlinebestellung bietet HEMA mit ‘Click and Collect’ auch die Möglichkeit, die Ware in einem Store abzuholen. „Das ist eine tolle Möglichkeit, beides Hand in Hand laufen zu lassen“, findet die Geschäftsführerin, für die der E-Commerce keineswegs ein Schreckgespenst darstellt: „Der Onlineverkauf ist doch keine Konkurrenz. Man muss ihn sich nur zunutze machen. Ich sehe ihn als eine Chance.“

In Deutschland sei der Anteil des Onlinegeschäfts exorbitant hoch, berichtet sie. Alles für die Familie Die Kundschaft ist so bunt wie das Angebot. Besonders junge Familien schätzen das Sortiment. „Sie sind die ideale Zielgruppe, da sie alles brauchen“, sagt Beatrice Schnell dazu. Die Hauptkundin sei die Frau, die für ihre Familie sorgt und ‘hip’ und up to date ist.

Wichtige Kommunikationswege sind Facebook und Instagram: „Wir wollen im direkten Kontakt zu unseren Fans sein, denn nur so erfahren wir, was sie bewegt“, betont sie. Als einen großen Pluspunkt für das Unternehmen sieht sie die Tatsache, dass die Produkte alle aus dem eigenen Haus kommen. „Wir haben alles selbst in der Hand. Dadurch ist der Bezug zu dem, was wir verkaufen, ein ganz anderer.“

Verantwortung übernimmt HEMA nicht nur für seine Produkte, sondern auch für die Gesellschaft und die Umwelt. „Nachhaltigkeit ist bei uns ein großes Thema. Wir schauen daher bei der Produktion genau auf die Bedingungen.“

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