Die vielseitigste Form von Wolle

Interview mit Daniel Rabe, Vorstand der Gebr. Röders AG

Röders sieht sich selbst als innovativen, zuverlässigen und erfahrenen Partner seiner Kunden, der mit hochspezialisierten Filzlösungen Akzente setzt. Die Anwendungsbereiche reichen unter anderem von der Automobilindustrie über den Maschinenbau hin zu Deko-Accessoires.

„Filz ist vor allem eins – vielseitig“, betont Daniel Rabe, der seit 1990 für das Familienunternehmen tätig ist und dort als Auszubildender begann. „Für uns bedeutet das eine Produktvielfalt, die uns unabhängig von Branchenschwankungen macht.“

Mehr als 160 Jahre Filz

Die Wurzeln des Soltauer Filzproduzenten reichen bis in das Jahr 1851 zurück, als man als Betriebsabteilung einer Bettfedernfabrik mit der Wollfilzproduktion begann. Seit mehr als 160 Jahren dreht sich damit alles um Filz – verändert hat sich dennoch vieles.

Man begann klassisch mit Wollfilz, heute stehen industriell gefertigte technische Filze wie etwa Solta®Liner für die grabenlose Kanalsanierung stärker im Fokus. Röders ist nach wie vor ein Familienunternehmen und agiert seit 1922 als Aktiengesellschaft. Mit rund 140 Mitarbeitern wird ein Umsatz von 20 Millionen EUR erzielt.

„Als ich hier anfing, war die Kanalsanierung eine neue, junge Sparte, mit der Röders seine strategische Neuausrichtung vorantrieb“, erzählt Daniel Rabe. „Heute machen wir mit Sanierungsschläuchen, also mit Folie beschichteten Filzschläuchen, den größten Umsatz. Die Produkte sind international gefragt.“

Verfilzt im besten Sinne

Solta®Liner ist Röders‘ Produkt-Highlight – weltweit wurden mehr als 17.000 km Rohrleitungen mit dem Hightech-Filz saniert. Die Nadelfilz-Rolle wird mit Folie beschichtet, die Außenseiten werden zur Mitte hin zusammengelegt und mit einem Nahtabdeckstreifen zum Schlauch vernäht. Das ganze Gebinde wird schließlich an die Kunden geliefert, die den Schlauch mit Harz tränken und ihn wie einen Strumpf in den Kanal stülpen. Dort wird er an die Wand gedrückt und ausgehärtet. Damit hat man im Prinzip ein Rohr im Rohr.

Doch auch Solta®Filt, Sota®Tec und Solta®Felt überzeugen Kunden verschiedenster Branchen. Solta®Filt ist ein vernadelter synthetischer Filz für feste Stoffe, thermische Gase und die flüssige Filtration. Bei Solta®Tec reichen die Anwendungen von Büroausrüstungen bis hin zu Automobil- und Maschinenbau.

Mit Solta®Felt präsentiert Röders schließlich farbige Wollfilze, die in Gebrauchs- und Konsumgütern zum Einsatz kommen, sowie Wollfilze in naturweiß und naturmeliert, die in technischen Bereichen Anwendung finden. Woll- und Walkfilz wird in Soltau rein mechanisch verfestigt, ohne jegliche Bindemittel.„

Wir arbeiten mit Schafwolle aus Australien oder Südafrika“, sagt Daniel Rabe. „Die Verfilzung entsteht durch das Zusammenführen von Druck, Feuchtigkeit, Reibung und Wärme. Synthetische Fasern sind im Vergleich dazu sehr dünn und glatt; die Verdichtung muss künstlich durch den Prozess der Vernadelung herbeigeführt werden. Ein bauschiges Material wird verdichtet und komprimiert, sodass am Ende eine Filzrolle entsteht.“

Altes stärken, Neues entwickeln

Röders hat sich mit diesen spezialisierten Filzlösungen einen hervorragenden Ruf erarbeitet – viele Kunden kommen aufgrund von Empfehlungen. Die Produkte zeigen vor allem eins – dass das Unternehmen die Probleme der Kunden ernst nimmt und versteht.

„Wir sehen uns ganz klar als Lösungspartner und nicht als Produktlieferant“, hebt Daniel Rabe hervor. „Wir profitieren von unserer Erfahrung und unterstützen Kunden bei der Weiterentwicklung ihrer Produkte.“ Auch Röders selbst ist bestrebt, sich konsequent weiterzuentwickeln, um neue Produkte zu lancieren und neue Märkte zu erschließen. „Gleichzeitig wollen wir mit klassischen Produkten wie Wollfilz stärker werden“, nennt Daniel Rabe ein Ziel für die Zukunft. „Auch wenn es in unserem Markt nicht einfach ist, setzen wir auf Qualität und Wertigkeit.

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