Reibungsloser Transport

Interview mit Fabrizio Gambarotta, Geschäftsführer der Gambarotta Gschwendt SRL

Becherwerke, Plattenbandförderer, Kratzkettenförderer, Verladebälge – die Gambarotta Gschwendt SRL hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 1919 auf alle in Frage kommenden Produktwünsche ihrer Kunden angepasst.

„Mein Großvater hat das Unternehmen damals gegründet, zunächst als Reparatur- und Mechanikerfirma. Er hat das verbliebene Material aus dem Krieg als Rohstoff verwendet, um die mechanischen Bauteile herzustellen. Seit damals haben wir uns stetig weiterentwickelt – mit technischen Innovationen und erhöhter Nachfragen nach unseren Leistungen“, gibt Fabrizio Gambarotta einen Überblick über die Historie seines Familienbetriebs.

Mittlerweile ist er in der dritten Generation Geschäftsführer von Gambarotta Gschwendt. „Wenn wir aktuell in die Gegenwart schauen, haben wir einen weiteren Sprung gemacht: Seit dem letzten Jahr exportieren wir auch nach China. Dort sehen wir einen sehr vielversprechenden Markt. Mittlerweile haben wir dort gute Beziehungen aufgebaut und sind in der Lage, zu interessanten Preisen zu verkaufen. China ist zudem kein Billiglohnland mehr, auch hier sind die Kosten gestiegen. Somit verlangen dort ebenfalls immer mehr Kunden nach hochwertigen Produkten. Und genau das können wir ihnen bieten.“

Hierbei ist das Unternehmen in seiner Auswahl für die Kunden breit aufgestellt. „Unser Portfolio besteht aus senkrechten Fördersystemen (Becherwerken), die bis zu 3.000 t pro Stunde an abrasivem Material fördern können. Das ist die maximale Förderleistung. Letztendlich entscheidet aber die Art des Förderguts über die genaue Menge pro Stunde. So viel schaffen die meisten anderen Firmen nicht. Außerdem bieten wir waagerechte Systeme, auch für die Förderung von heißen Gütern.

Hinzu kommen Verwiege- und Dosiersysteme, die für uns sehr gute Produkt sind und sich an die Spitze ihrer Sparte gesetzt haben. Ein weiteres unserer Produkte ist der Plattenbandförderer mit Verwiegefunktion. Es ist für den Austrag heißer Güter aus einem Silo bei gleichzeitiger Verwiegung geeignet und liefert dabei hoher Genauigkeit und Verlässlichkeit. Außerdem bieten wir Verladesysteme für LKWs sowie Silofahrzeuge.

Fabrizio Gambarotta Geschäftsführer
„Der Kunde kommt mit einem Problem zu uns und wir liefern ihm die passende Lösung.“ Fabrizio GambarottaGeschäftsführer

Jede Branche wird bedient

Nicht nur in Sachen Produktportfolio, auch hinsichtlich der Zielgruppe und der Individualisierbarkeit ihrer Produkte ist die Firma bestens aufgestellt: „Wir sind hauptsächlich im Zementwerkbereich tätig, aber beschränken uns nicht nur auf diese Sparte. Außerdem sind wir in den Bereichen Automotive, Stahl, Bergbau, Düngemittel und Lebensmittel aktiv. Unser Konzept ist es, unsere immer gleichbleibende Technologie als Grundlage zu verwenden und diese immer den Bedürfnissen und Anforderungen der jeweiligen Branche anzupassen“, erklärt Fabrizio Gambarotta. „Der Kunde kommt mit einem Problem zu uns und wir liefern ihm die passende Lösung.“

Damit dies gelingt, beschäftigt das italienische Unternehmen mittlerweile 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Mitarbeiter, davon sind 30% Diplom-Ingenieure. Dabei ist es der Firma wichtig, sich immer auf neue Themen einzustellen.

„Die Energierückgewinnung ist aktuell zum Beispiel ein großes Thema, genauso wie die Sicherheit am Arbeitsplatz. Diese Anlagen können in gewissen Bereichen auch ein Risiko für das Personal darstellen. Hier haben wir auch Verantwortung, den Menschen das technische Know-how mitzugeben. Grundsätzlich wollen wir in Zukunft insgesamt weiter wachsen und erfolgreich bleiben.“

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Anlagen- und Maschinenbau

„Wir verkaufen Mehrwert und Technologie!“

Interview mit Augusto Mignani, Geschäftsführer der FIDIA S.p.A.

„Wir verkaufen Mehrwert und Technologie!“

Auf den Fräsmaschinen der norditalienischen Fidia S.p.A. entstehen Spritzgusswerkzeuge für die Automobilindustrie, Leichtmetallkomponenten für die Aerospace-Wirtschaft und Bauteile für komplexe Radarsysteme. Warum viele Anlagen inzwischen auch drehen und schleifen können,…

„Standard ist nicht unbedingt besser!“

Interview mit Morris Wilisch, geschäftsführender Gesellschafter der masetec GmbH

„Standard ist nicht unbedingt besser!“

Mit masetec versorgt Morris Wilisch seit vielen Jahren Unternehmen aus verschiedensten Industriezweigen mit Sensorsystemen und den dazugehörigen Magneten. Warum eine Standardlösung dabei nicht immer kosteneffizienter ist, wie er auch im…

Infrarot kann mehr als trocknen

Interview mit Udo Gielen, geschäftsführender Gesellschafter der Kreyenborg GmbH & Co. KG

Infrarot kann mehr als trocknen

Trocknen, dekontaminieren, aufwerten: Infrarottechnologie kann bei der Verarbeitung von Schüttgütern weit mehr leisten, als Wärme zu erzeugen. Das zeigt die Kreyenborg GmbH & Co. KG aus Senden. Das Familienunternehmen hat…

Spannendes aus der Region Trento (TN)

Einzigartiges Messeambiente am See

Interview mit Giovanni Laezza, General Director der Riva del Garda - Fierecongressi S.p.A.

Einzigartiges Messeambiente am See

Dass sich der Gardasee auch international einen Namen als Ort für Messen und Kongresse gemacht hat, ist nicht zuletzt einem Deutschen zu verdanken. „Einer der Mitgründer der Messe ist mittlerweile…

Wenn Technik Kultur berührt

Interview mit Franca Borzaga, Gründungspartnerin und Mitglied des Verwaltungsrats Metal Working S.r.l.

Wenn Technik Kultur berührt

Aufzüge sind Alltagsinfrastruktur – bis sie plötzlich zum Prestigeprojekt werden: etwa dann, wenn ein Lift ins Kolosseum integriert werden soll, ohne jahrtausendealte Mauern anzutasten. Genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich…

Learning to fly

Interview mit Luca Nabacino, General Manager der Italfly S.r.l.

Learning to fly

Als Besitzer einer Reifenfirma war Mario Marangoni viel auf Reisen. Schließlich erwarb der begeisterte Hobbyflieger ein eigenes Flugzeug und machte aus der Not eine Tugend und sein Hobby zum Beruf:…

Das könnte Sie auch interessieren

Fortschritt braucht starke Verbindungen

Interview mit Alexander Kinzel, geschäftsführender Gesellschafter Maxim Faber, geschäftsführender Gesellschafter und Naim Gasmi, geschäftsführender Gesellschafter

Fortschritt braucht starke Verbindungen

Deutschland steht vor einer gewaltigen Aufgabe: Die Verkehrsinfrastruktur muss modernisiert, die Energiewende umgesetzt und zugleich neuer Wohnraum geschaffen werden. Dafür braucht es nicht nur Investitionen, sondern vor allem qualifizierte Fachkräfte,…

Mit Energie und KI durch den Wandel

Interview mit Marco Voß, CEO der Energie und Wasser Wahlstedt/Bad Segeberg GmbH & Co. KG

Mit Energie und KI durch den Wandel

Regionale Energieversorger befinden sich in einem grundlegenden Wandel: Elektrifizierung, erneuerbare Energien, Digitalisierung und veränderte Kundenerwartungen stellen traditionelle Geschäftsmodelle auf den Prüfstand. Für Marco Voß, CEO der Energie und Wasser Wahlstedt/Bad…

Engineering first

Interview mit Dr.-Ing. Martin Weng, Geschäftsführer und Mitgründer der aixprocess GmbH

Engineering first

Seit 25 Jahren macht die aixprocess GmbH industrielle Prozesse berechenbar. Aus einem Spin-off der RWTH Aachen entwickelte sich ein spezialisiertes Ingenieurunternehmen, das klassisches Prozess-Know-how mit Simulation, Digitalisierung und KI verbindet.…

TOP