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Fahrzeuge, die es in sich haben

Interview mit Victoria Thies, Juniorchefin und Verantwortliche für die Abteilung Vertrieb der FREYTAG Karosseriebau GmbH & Co. KG

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Angefangen hat alles mit Sattelaufliegern für das Mammografie-Screening. Der Bereich Medizintechnik ist auch heute noch Teil des Geschäfts. So baute FREYTAG 2017 im Rahmen der Flüchtlingsthematik für das Deutsche Rote Kreuz mobile Arztpraxen, die nun in ganz Deutschland im Einsatz sind. Viele Groß- und Serienaufträge, neuerdings auch Einzelaufträge, für Gerätewagen mit Logistik erhält das Familienunternehmen von der Feuerwehr oder von Kommunen.

Für das Technische Hilfswerk ist es einer der größten Fahrzeuglieferanten. „Wir bekommen das Fahrgestell geliefert und bauen entsprechend den Anforderungen die Ausstattung ein – zum Beispiel Plane, Spiegel und Aufbauten oder Kofferaufbauten und Blaulicht. Gefertigt wird immer individuell nach Kundenwunsch. Standardprodukte gibt es bei uns nicht“, erklärt Victoria Thies, verantwortlich für die Abteilung Vertrieb. Vor 26 Jahren hat ihr Vater Heinrich Thies das Unternehmen, das damals noch ein relativ kleiner Karosseriebaubetrieb war, gekauft. Seit einem Jahr, nach Abschluss ihres Masterstudiums, ist auch sie fest dabei und soll die Firma einmal übernehmen. In den Händen der Familie Thies ist das Unternehmen stetig gewachsen. „Wir haben mit einer Halle angefangen, inzwischen sind es neun“, berichtet Victoria Thies. Mit 75 Mitarbeitern erwirtschaftet FREYTAG einen Jahresumsatz von 21 Millionen EUR und hat sich in Deutschland im Bereich Katastrophenschutz ganz vorn am Markt etabliert

„Da wir selbst fertigen, haben wir die Qualität unter Kontrolle. Unsere Reklamationsquote geht gegen null.“ Victoria Thies

Digital orientiert

Gefertigt wird bei FREYTAG komplett inhouse. Werden Spezialteile wie etwa Laserteile benötigt, setzt das Unternehmen auf die Zusammenarbeit mit regionalen Firmen. „Die Herausforderungen bestehen darin, viele Komponenten zusammenzubringen und die Ideen umzusetzen“, sagt Victoria Thies. Die Firma ist bekannt für ihr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, ergänzt sie: „Da wir selbst fertigen, haben wir die Qualität unter Kontrolle. Unsere Reklamationsquote geht gegen null.“ Dank der langjährigen Erfahrung mit den Kunden weiß man genau, was sie benötigen – das gilt vor allem für die Bundeswehr.

Für sie hat Heinrich Thies ein Fahrzeug, den ‘Widder’ mit-entwickelt, das mit einem Führungsinformationssystem ausgestattet ist. Die Juniorchefin erklärt: „Früher ist die Bundeswehr mit Karten losgezogen. Heute läuft alles digital – auch die Standortmeldung und der Funk für die aufklärende Truppe. Generell setzt sich mehr und mehr die Digitalisierung durch, zum Beispiel in Form der SPS-Steuerung, mit der Fernwartungen möglich sind.

„Gehandelt wird nach dem Grundsatz unseres Firmenleitspruchs ‘Wo kein Weg ist, da bahnen wir ihn uns’.“ Victoria Thies

Volle Bücher

Dank einer gewonnenen Ausschreibung konnte FREYTAG 2018 für das Land Nordrhein-Westfalen neue Fahrzeuge auf den Markt bringen. „Die Betreuungskombis werden im Katastrophenfall, etwa einer Bombenräumung, eingesetzt, um zum Beispiel Bewohner aus Altenheimen abholen zu können“, erläutert Victoria Thies. Für die nächsten fünf Jahre sei die Firma bereits gut ausgelastet.

Da Aufträge über Ausschreibungen vergeben werden und es dabei um die Herstellung von Serien geht, ist FREYTAG deutschlandweit tätig. Den Erfolg führt die Verkaufsleiterin zu einem großen Teil auf das „unglaubliche Engagement“ ihrer Eltern zurück. „Gehandelt wird nach dem Grundsatz unseres Firmenleitspruchs ‘Wo kein Weg ist, da bahnen wir ihn uns’ (Aut inveniam viam aut faciam).“ Einen großen Beitrag leisteten jedoch auch die engagierten Mitarbeiter, betont sie. Viele von ihnen sind schon lange im Betrieb. „Der Fachkräftemangel ist aber auch bei uns angekommen. Wir suchen intensiv nach Elektrikern.“ Junge Leute interessierten sich durchaus für ihren Bereich, berichtet sie weiter. Ihnen bietet das Unternehmen auch Ausbildungsstellen an.

Galerie | FREYTAG Karosseriebau GmbH & Co. KG

Weiter wachsen

Bekannt ist FREYTAG ohnehin. Dennoch präsentiert sich das Unternehmen regelmäßig auf Messen wie der RETTmobil in Fulda oder der INTERSCHUTZ in Hannover. Im Social Media-Bereich werde weiter ‘aufgerüstet’, so die Juniorchefin. Dank der guten Ausgangslage klingt ihre Vision recht bescheiden: „Wir wollen die Firma so weiterführen wie bisher und einige zusätzliche Mitarbeiter einstellen.“ Wachstum ist allerdings durchaus gewollt. So kündigt sie an: „Wir wollen auch in den Bereich Löschfahrzeuge vordringen.“ 2019 soll eine weitere Halle für die Logistik gebaut werden. Eine zusätzliche Produktionshalle wird möglicherweise innerhalb der nächsten drei Jahre entstehen.

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