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Mit IT die Welt verändern

Interview mit Michele Moretti, CEO der FINCONS GROUP AG

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Ein bisschen visionär muss man schon sein, um aus einem kleinen Unternehmen eine international aufgestellte Marktgröße mit 1.400 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von mehr als 130 Millionen EUR zu machen. Auf Michele Moretti, der am Aufbau und Erfolg der FINCONS GROUP einen großen Anteil hat, trifft das jedenfalls zu. Die Geschichte der Gruppe beginnt 1983 als Softwarehaus in Mailand. Tag für Tag erarbeitete sich Fincons, unter der Führung von CEO Michele Moretti, einen Ruf für die Fähigkeit, neue Geschäftsmodelle zu deuten, zu antizipieren und dadurch – innerhalb der rapiden Entwicklung der IT – immer einen Schritt voraus zu sein.

„Mit der Zeit“, erklärt Michele Moretti, „waren wir immer mehr in das Herz der Prozessentwicklung unserer Kunden eingedrungen. Daraus resultierte, dass wir verstärkt einen Fokus auf das Consulting legten und unsere Erfahrung auf die Felder Medien, Finanzdienstleitungen, Transport, Energie und Utilities sowie Produktion ausweiteten.“ Sein Sohn Francesco Moretti gestaltet als Deputy CEO maßgeblich die Internationalisierung und die Zukunft des IT-Spezialisten mit. „Nach und nach haben wir unsere Expertise in andere Märkte exportiert und nachdem weitere Firmensitze in Italien und der Schweiz etabliert waren, eröffneten wir 2016 ein Büro in London sowie 2017 zwei Büros in den USA. Und wir werden nicht damit aufhören, weiter zu expandieren“, kommentiert Francesco Moretti.

Heute schaut Fincons auf Deutschland, um sein Geschäft in den verschiedenen Branchen zu erweitern. Beginnend mit der Eisenbahnbranche, kann die Gruppe auf wichtige Referenzen, zu denen bekannte Firmen wie Trenitalia in Italien und SBB in der Schweiz gehören, zurückgreifen, um ihre Expertise auf den deutschen Markt zu bringen. Auf der jüngsten InnoTrans-Messe in Berlin präsentierte Fincons die innovative Sicherheitslösung für Gleisarbeiter TUSP, die ursprünglich für die SBB entwickelt wurde und jetzt einem erweiterten Markt zugänglich gemacht werden soll. Im Bereich der Finanzdienstleistungen machen die konsolidierten Partnerschaften mit Avaloq und Appway sowie Swiss Re als wichtige Referenz Fincons für deutsche Banken und Versicherer attraktiv. Abschließend ist die Referenz Sky Deutschland zu nennen, schon seit zehn Jahren Kunde von Fincons gemeinsam mit Sky Italia und Sky UK, die den Weg für die deutsche Medienbranche geebnet hat.

In diesem Bereich hat Fincons vor Kurzem eine Kooperation mit Burdaforward, einem wichtigen deutschen digitalen Verlagshaus, das die Unterstützung von Fincons bei der Einrichtung einer eigenen Software Factory in Bari, Italien, angefordert hat, begonnen. Dabei soll das Delivery Center der Gruppe als ein erster Inkubator in diesem Prozess genutzt werden und somit ein Paradesbeispiel für Near-shore-Outsourcing-Aktivitäten werden. Tatsächlich spielt das 2008 in Bari gegründete Delivery Center eine Schlüsselrolle für den Erfolg von Fincons. „Mehr als 500 Menschen arbeiten hier in der Entwicklung“, erklärt Michele Moretti. „Nicht nur an Software, sondern an kompletten Projekten von A bis Z. Die Nähe zu unseren Kunden hat Priorität. Daher haben wir für jedes Projekt ein Team, das – vor Ort – Seite an Seite mit dem Kunden arbeitet. Und dank sehr wettbewerbsfähiger Kosten erlaubt das Competence Center, uns als Volldienstleister in- und außerhalb Europas zu positionieren.“ 

Groß im TV-Geschäft

„Wenn wir über Großbritannien und die USA sprechen, stammt unser Erfolg in diesen Gebieten aus unserer Expertise in der Welt der Medien. Denn in Italien hatten wir bereits für alle großen TV-Sender gearbeitet“, berichtet Michele Moretti. Dank der Übernahme der Firmensitze von Sky-Italien und Sky-Deutschland, die bereits zu den Kunden der Fincons Group gehörten, durch Sky UK, konnte Fincons seine Reichweite auf Großbritannien ausdehnen. Bald darauf gewann die Fincons Group auch das irische Staatsfernsehen RTE als Kunden. In den USA konnte man zudem einen großen Deal mit Associated Press, der internationalen Nachrichtenagentur mit Sitz in New York, abschließen.

Dass die Gruppe ein Familienunternehmen ist – Michele Moretti ist auch Hauptaktionär – sehen Vater und Sohn als großen Vorteil, auch für den Prozess der Internationalisierung. „Das macht uns unabhängig, flexibel und schnell in unseren Entscheidungen. Wir sind langfristig auf Kontinuität und Sicherheit ausgerichtet“, betont der CEO. Sinnbild dafür ist ein Foto, das auf dem Schreibtisch von Michele Moretti steht: Der kleine Sohn von Francesco, Michele, sitzt im Büro seines Großvaters auf dem Blackboard, auf dem Strategien skizziert sind.

Groß, größer, internationaler

Für die Zukunft ist eine weitere Internationalisierung geplant, berichtet Francesco Moretti. „Insbesondere in den Bereichen Medien, Financial Services und Transport haben wir eine gute Marktposition erreicht. Wir sind nun in der Lage, unseren Kunden zu helfen, ihr Business mithilfe neuer digitaler Technologien zu transformieren, um neue Geschäftsmodelle unterstützen zu können. Wir haben bereits einen Businessplan erarbeitet, der den Zukauf von ein oder zwei Firmen in Deutschland und den USA vorsieht.“ Michele Moretti ergänzt: „Damit wollen wir unser Wachstum beschleunigen. In den letzten Jahren konnten wir unseren Umsatz verdoppeln. Dank unserer Innovation und Forschung in dieser Zeit sind wir in der Lage, dem Kunden Lösungen zu präsentieren und sofort mit der Umsetzung zu beginnen.“

Für Francesco Moretti ist das Unternehmen seit seiner Kindheit ein wichtiger Bestandteil seines Lebens. „Ich bin meinem Vater dankbar, dass er mich schon als ich klein war mit in die Firma genommen hat. Mir hat immer gefallen, dass wir die Geschäftsmodelle unserer Kunden kennenlernen. Durch den Einblick in viele verschiedene Firmen lernt man sehr viel. Die Arbeit ist immer wieder neu und dynamisch. Das gibt mir viel Energie und Vorfreude auf das, was kommt.“ Auch sein Vater ist bis heute von seiner Arbeit fasziniert. Selbst im Urlaub lassen ihn die Gedanken an das Unternehmen nicht los. „Schließlich trage ich die Verantwortung für 1.400 Mitarbeiter“, erklärt er.

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