Das verbindende Element

Schraubenproduzenten sind im wahrsten Sinne des Wortes ‘auf Draht’, denn dieser ist – in allen möglichen Stärken – das Ausgangsmaterial. In Pressanlagen wird er mittels Warm- und Kaltumformungsverfahren in die gewünschte Form gebracht.

„Der Draht kommt auf sogenannten ‘Coils’, riesigen Spulen, in die Maschine“, erläutert Verkaufsleiter Marco Pizzi. „Aus dem Draht werden Schrauben, Muttern und viele andere komplexe Komponenten hergestellt, beispielsweise Fixierungsschrauben aus Titan.“

R & D von A bis Z

Carlo Salvi entwickelt und fertigt Pressen sowohl für die Warm- als auch für die Kaltumformung und für jeden Bearbeitungszweck. Es gibt drei Grundtypen: 1-Matrizen-2-Schlagpressen und 2-Matrizen-4-Schlagpressen für die Bearbeitung unterschiedlicher Drahtdurchmesser und sogenannte progressiv arbeitende Pressen mit bis zu sechs Matrizen, die sich vor allem für die Herstellung besonders komplexer Teile eignen.

„Wir bieten etwa 20 Modelle an, von denen es weitere 20 Untermodelle gibt“, umreißt Marco Pizzi das Portfolio. „Unsere Maschinen produzieren je nach Modell zwischen 150 und 660 Teile pro Minute.“

Die Grundmodelle des Unternehmens decken in der Regel bereits 90% der Kundenanforderungen ab und können je nach Kundenwunsch noch entsprechend konfiguriert werden. Das Postulat ‘Alles aus einer Hand’ ist bei Carlo Salvi dabei kein leeres Versprechen: Von der Idee bis zur fertigen Maschine entsteht alles unter dem Dach des Spezialisten aus Lecco.

Leiter Verkauf, Marco Pizzi
„Mit unseren Maschinen werden die Teile hergestellt, die buchstäblich die Welt zusammenhalten: Schrauben und Muttern.“ Marco PizziLeiter Verkauf

„Software und Hardware werden ebenfalls von uns entwickelt“, fügt der Verkaufsleiter hinzu. „Auch nach dem Kauf lassen wir unsere Kunden nicht allein, sondern bieten ihnen den kompletten After Sales-Service mit Reparatur, Wartung und Inspektion an, außerdem Mitarbeiterschulung.“

Von Lecco in die Welt 

Die internationale Kundschaft des Unternehmens, zu der vorwiegend Firmen aus den Bereichen Automotive und Luft- und Raumfahrt sowie der Baubranche gehören, weiß die Qualität der Produkte wie auch des Service zu schätzen: In England und Deutschland ist Carlo Salvi im Bereich Luft- und Raumfahrt Marktführer.

96% der Maschinen werden exportiert, innerhalb Europas außer nach Deutschland und England auch in die Schweiz und nach Frankreich, weltweit außerdem in die USA als den wichtigsten Markt sowie nach China, Japan, Korea, Mexiko und Brasilien.

Mit insgesamt 112 Mitarbeitern, davon 100 in Italien, werden jährlich etwa 25 Millionen EUR umgesetzt, wobei die progressiv arbeitenden Pressen mit 60% inzwischen den größten Anteil ausmachen. „Unser Erfolgsgeheimnis ist, dass wir technologisch führend sind“, ist sich Marco Pizzi sicher. „Deswegen konnten wir unsere Exporte von bislang 60% auf den jetzigen Wert steigern.“

Neben seinem Hauptsitz in Lecco hat Carlo Salvi auch jeweils eine Niederlassung in den USA, China und Großbritannien, um seinen Kunden Services vor Ort bieten zu können. Nach vorn gebracht wurde die im Jahr 1939 in Mailand gegründete Firma auch durch ihre Fusion mit Hatebur:

„Wir standen nicht in Konkurrenz zueinander“, erklärt Marco Pizzi. „Im Gegenteil, wir ergänzen uns sehr gut. Es war eine Fusion zweier historischer, gewachsener Firmen. Wir haben viel investiert und profitieren heute von den Synergien, die sich aus der Zusammenarbeit innerhalb unserer inzwischen internationalen Gruppe ergeben.“

Immer up to date  

An jedem Tag weiterzukommen und kontinuierlich R&D zu betreiben, nennt Marco Pizzi als Voraussetzung für den Erfolg. „Und außerdem den Markt richtig zu beurteilen“, fährt er fort und gibt ein Beispiel: „Manchmal waren wir dem Markt mit sehr fortschrittlichen Anlagen sogar einen Schritt voraus. Diese waren aber damals erst gar nicht so gefragt, sondern haben sich erst einige Jahre später sehr gut verkauft.“

Generell erkennt er einen Trend hin zu immer selbstständiger arbeitenden Anlagen, deren Bedienung kein hochqualifiziertes Personal erfordert: „Der Kunde sucht eine komplette Lösung – ein Produkt und die entsprechende Technologie.“

Marco Pizzi selbst mag an seinem Beruf, dass er mit immer neuen Erfahrungen konfrontiert wird: „Man kann immer wieder etwas Neues lernen“, sagt er. „Wir sind gewachsen und haben die Möglichkeit, ein neues Kapitel zu schreiben. Ich bin seit 18 Jahren Teil dieser Evolution. Mit unseren Maschinen werden die Teile hergestellt, die die Welt zusammenhalten.“

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Anlagen- und Maschinenbau

Besonders bleiben

Interview mit Martin Ebner, CEO der StramaGroup

Besonders bleiben

Der Sondermaschinenbau ist ein anspruchsvolles Tätigkeitsfeld, das konstante Veränderung mit sich bringt. Beispielhaft ist die Integrierung modernster Automatisierungstechnik, die Produktionen effizienter, flexibler und zukunftssicherer macht und neue Perspektiven eröffnet. Die…

Die Bewegungskünstler

Interview mit Ralph Breuer, Geschäftsführer der Stromag GmbH

Die Bewegungskünstler

Sie sind unscheinbar, spielen aber in unterschiedlichsten Industrien eine Schlüsselrolle, weil sie im Hintergrund für den reibungslosen Betrieb von Windkraftanlagen, Landmaschinen, Aufzügen, Krananlagen oder Motoren sorgen: schaltbare Kupplungen, Bremsen, hochelastische…

„Der technische Fortschritt braucht Kupfer!“

Interview mit Bernd Glauner, Geschäftsführender Gesellschafter der Ferd. Haecker GmbH & Co. KG

„Der technische Fortschritt braucht Kupfer!“

Die Ferd. Haecker GmbH & Co. KG aus Pforzheim hat sich in vielen Branchen als verlässlicher, kompetenter und kundennaher Zulieferer von Halbzeugen aus Kupfer, Kupferlegierungen und Aluminium einen Namen gemacht.…

Spannendes aus der Region Garlate (LC)

Produkte für innere und äußere Werte

Interview mit Gianluca Braguti, Geschäftsführer der Biokosmes s.r.l.

Produkte für innere und äußere Werte

Sich schön und gepflegt zu fühlen ist für die meisten Menschen selbstverständlicher Anspruch. Die Biokosmes mit Sitz in Italien bietet genau das: Sie produziert für ihre Kunden im B2B-Bereich genau…

„Dekoration ist bei uns Maßarbeit“

Interview mit Annamária Kovács, Sales Representative der FERMAC Srl

„Dekoration ist bei uns Maßarbeit“

Ob Flakon, Trinkglas oder Keramikgefäß – Verpackungen sind heute weit mehr als reine Behälter. Sie transportieren Markenwerte, wecken Emotionen und prägen den ersten Eindruck. Genau hier setzt FERMAC an. Seit…

Süßer Genuss mit grüner Vision

Interview mit Silvano Papa, Geschäftsführender Gesellschafter der Dolceamaro Srl

Süßer Genuss mit grüner Vision

Die Herstellung hochwertiger Süßwaren erfordert die Balance zwischen Tradition und moderner Technik. Die Dolceamaro Srl aus Mittelitalien meistert diese Symbiose seit über 50 Jahren und gilt als Vorreiter der Branche.…

Das könnte Sie auch interessieren

Sicherer Halt in Raum und Zeit

Sicherer Halt in Raum und Zeit

Schneller, höher, weiter – im Zuge einer rasant voranschreitenden technologischen Entwicklung ist der Bedarf an hoch belastbaren Präzisionsbauteilen enorm gestiegen. Insbesondere in der Luft- und Raumfahrt oder ähnlich anspruchsvollen Sektoren…

Die Jahrhundertfirma

Interview mit Lisa-Marie Müller, Geschäftsführerin der Himmelberger Zeug­hammerwerk Leonhard Müller & Söhne GmbH

Die Jahrhundertfirma

Führen in der 14. Generation? Das ist selbst bei Traditionsunternehmen die Ausnahme. In einem Metier, wo Hammer und Amboss Kern des Geschäftsmodells sind, aber auch schlüssig – und Realität im…

Fest verankert im Piemont

Interview mit Claudio Felice Laguzzi, Geschäftsführer der CMP s.r.l.

Fest verankert im Piemont

Predosa, ein kleiner Ort in der piemontesischen Provinz Alessandria, ist Sitz der CMP s.r.l. Das Familienunternehmen beliefert als Produzent von mechanischen Maschinenbauteilen wie ölhydraulischen Zylindern sowie vielen Arten von Schrauben,…

TOP