„Wir machen Deutschland sicherer“

Interview mit Kai Gutzke, Geschäftsführer der OBK Ortung & Bergung von Kampfmitteln GmbH

„Um bei uns anzufangen, braucht es zunächst einmal keine besonderen beruflichen Qualifikationen“, sagt Kai Gutzke. „Man muss nur Lust zur Arbeit an der frischen Luft haben, auch bei Wind und Wetter, denn wir arbeiten eben nicht im Büro. Und, ganz wichtig, man muss montagebereit sein, denn wir sind deutschlandweit unterwegs.“ Alle neu eingestellten Mitarbeiter absolvieren zunächst einen Einführungskurs, in dem sie das notwendige theoretische Grundwissen erwerben und lernen, was bei der Kampfmittelräumung beachtet werden muss, mit welchen Gefahren sie zu tun haben werden oder wie eine Sonde gehandhabt wird. Weitere Fachkenntnisse und Fähigkeiten werden unter Anleitung des Fachtechnischen Aufsichtspersonals vor Ort im Einsatz erworben. Allerdings macht der Geschäftsführer auch keinen Hehl daraus, dass Kampfmittelräumung durchaus mit Gefahren verbunden sein kann und man sich dessen auch bewusst sein sollte: „Um in diesem Beruf zu arbeiten, sind Umsicht und Respekt Voraussetzung. Wer jedoch jeden Tag mit Angst zur Arbeit fährt, für den ist dieser Beruf wirklich nichts“, sagt Kai Gutzke deutlich. „Zwischen Theorie und Praxis liegen nun einmal Welten, und am Ende brauchen wir tatkräftige und motivierte Praktiker.“

Erfolg durch Leistung

Die OBK bietet das gesamte Spektrum an Leistungen bei der Ortung und Bergung von Kampfmitteln. Es reicht von der Beräumung militärischer Altlasten in ehemaligen Weltkriegskampfgebieten auf deutschem Boden sowie auf Truppenübungsplätzen über die Oberflächensondierung mittels Handsonden und Minensuchgeräten, rechnergestützte Flächensondierungen, Bohrlochsondierung zur Ortung von Bombenblindgängern, baubegleitende Kampfmittelräumung und Volumenräumung bis hin zur Bergung von Bombenblindgängern. Als zusätzliche Leistung bietet die OBK auch die Projektvermessung zur Kennzeichnung und Dokumentation von Kampfmittelräum-leistungen an. Die Auftraggeber kommen größtenteils aus dem öffentlichen Bereich. „Andererseits gibt es auch private Auftraggeber, etwa Bauherren, die für den Hausbau eine Kampfmittelfreiheitsbescheinigung brauchen“, erläutert der Geschäftsführer.

Mitarbeiter im Fokus

Aktuell sind 75 Mitarbeiter für die OBK tätig; der jährliche Umsatz bewegt sich zwischen 6 und 8 Millionen EUR. Damit will sich der 44-Jährige allerdings nicht zufriedengeben: „Mittelfristig möchte ich gern die 10-Millionen-EUR-Marke knacken. Um dieses Ziel zu erreichen, setzen wir auf den Ausbau unserer Sparte Bohrlochsondierung und auf die Akquise weiterer Mitarbeiter. Unser langfristiges Ziel sind 150, also doppelt so viele, wie wir jetzt sind.“ In diesem Zusammenhang ist Kai Gutzke, der 2017 als Projektmanager zur OBK kam und seit dem 1. Januar 2024 Geschäftsführer ist, auch eine gute Firmenkultur sehr wichtig, denn nicht zuletzt dadurch hebt sich die OBK von der Konkurrenz ab, was auch viele Rückkehrer untermauern. „Wir hören unseren Mitarbeitern zu und gehen auf ihre Bedürfnisse ein. Mir ist wichtig, ein Team zu schaffen, bei dem alle mitziehen“, verdeutlicht Kai Gutzke den Anspruch. Auch bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter kann das Unternehmen punkten: „Wir haben uns erstmalig bei der Wirtschaftsmesse INKONTAKT in Schwedt präsentiert und sofort Bewerbungen erhalten. Das ist ein tolles Ergebnis, denn wir wollen Deutschland auch weiterhin sicherer machen!“

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