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Textile Technologien für eine gesündere Zukunft

HeiQ Materials AG

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Wirtschaftsforum: Herr Centonze, HeiQ arbeitet konsequent auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse. Auf welche Bereiche fokussieren Sie sich dabei?

Carlo R. Centonze: Wissenschaft ist unsere DNA. Wir stellen immer eine Hypothese auf, validieren diese und entwickeln darauf basierend das Produkt. Wir arbeiten mit sechs verschiedenen Technologieplattformen, über die wir mehr als 300 verschiedene Produkte anbieten. Für ein Unternehmen unserer Größenordnung ist es außergewöhnlich, sechs Plattformen zu haben. Die meisten Anbieter einer vergleichbaren Größenordnung arbeiten mit nur einer Plattform. Diese breite Aufstellung gibt uns eine einzigartige Flexibilität am Markt. Eine wichtige Säule ist die Herstellung von Partikeln mit verschiedenen Wirkweisen, zum Beispiel photokatalytisch, halbleitend, isolierend oder katalysierend. Die Herstellung von Kurzpolymerfasern ist eine weitere Kerntechnologie für uns, ebenso wie die Polymer-Synthese. Über unsere Plattform Chemical Vapor Deposition bringen wir organische Komponenten auf Oberflächen auf und beschichten diese mit innovativen Funktionen. Auf unserer Pro- und Symbiotika-Plattform arbeiten wir mit Bakterien und Sporen. Hier stellen wir mit lebenden Organismen Funktionen auf Oberflächen nach – ermöglichen damit eine Alternative zu chemischen Lösungen. Nicht zuletzt ist die Formulierung eine unserer Kerntechnologien. Hier bringen wir die Fasern, die wir herstellen, in eine Formulierung für eine Anwendung.

Wirtschaftsforum: Wie haben sich das Jahr 2020 und die Pandemie auf Ihr Geschäft ausgewirkt?

Carlo R. Centonze: Die Auswirkungen waren sehr unterschiedlich, abhängig vom Marktsegment. Da wir nicht im Massenmarkt sind, sondern eher in Nischen, konnten wir mit unseren konventionellen Produkten rund 20% Wachstum realisieren. Zudem ist es uns gelungen, einen speziellen antiviralen Schutz für Textilien an den Markt zu bringen, eine Viro-Block Technologie. Wir hatten die Technologie bereits 2013 gegen das Ebola-Virus entwickelt. Die Lösung bewährte sich auch damals, nach Ebola jedoch brach der Markt ein. Im Dezember 2019 kontaktierte uns eine Mitarbeiterin aus China und berichtete von der Pandemie. Es ist uns dann gelungen, die Technologie innerhalb von zwei Monaten zu skalieren, sodass wir schon Mitte März am Markt waren und die benötigten großen Mengen liefern konnten. Unser Vorteil war zudem, dass wir alle Studien bereits abgeschlossen und damit große Datenmengen zur Verfügung hatten.

Wirtschaftsforum: Welche Pläne verfolgen Sie für das Jahr 2021?

Carlo R. Centonze: Wir sind im Dezember 2020 an die Börse gegangen. Jetzt geht es darum, die Strukturen zu festigen, unsere Vertriebsorganisation dichter aufzustellen und weitere Länder hinzuzunehmen. Wir werden uns im regulatorischen Bereich verstärken und neue Zulassungen für Technologien beantragen, insbesondere für das Segment der Medical Devices. Zudem entwickeln wir aktuell neue Technologien, wie zum Beispiel eine hochporöse Membran aus Graphen. Hier möchten wir noch im Laufe dieses Jahres eine Pilotanlage zur Kommerzialisierung aufbauen. Wir werden außerdem zusätzliche Technologie-Plattformen akquirieren und lizensieren, die unsere Fähigkeit, nachhaltige Innovationen an den Markt zu bringen, noch stärken werden.

Wirtschaftsforum: Welche Vision verfolgen Sie mit HeiQ?

Carlo R. Centonze: Wir möchten Produkte auf der Basis intelligenter und nachhaltiger Materialien für Milliarden von Menschen besser machen. Im Textilbereich ist Nachhaltigkeit noch ein Problemthema. Wir sind in der Lage, Technologien mit einem starken Nachhaltigkeits-Impact an den Markt zu bringen. Unser Markt hat einen jährlichen Wert von über einer Trilliarde EUR. Gleichzeitig zeichnet die Textilindustrie verantwortlich für rund 15% des gesamten CO2-Ausstoßes weltweit und für rund 25% des Verbrauches an Industriewasser. Die Branche hat also massiven Einfluss auf unsere Umwelt. Zudem sind 56% aller Textilien heute aus Polyester – also ölbasiert, aufwändig gefärbt und produzieren viele Mikrofasern, die in den lebenswichtigen 2 bis 10 m der Ozeane suspendiert bleiben und nur sehr langsam abbauen. Deshalb ist es eine unserer Kernmissionen, eine Technologie zu erarbeiten, die es uns erlaubt, Polyester zu ersetzen. Darauf arbeiten wir hin. Auf der Basis unserer Graphen-Membran können wir zudem die Entsalzungstechnologien in ihrer Produktivität um den Faktor zehn steigern. Das bedeutet, dass wir überall billiges sauberes Wasser aus Meereswasser herstellen können. Dies ermöglicht neue Perspektiven in der Trinkwasserversorgung, für die Wüstenbegrünung und den Beitrag gegen die Klimaerwärmung.

HeiQ Materials AG
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Schweiz
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