Auch im Sport wird alles digitaler

Digitalisierung im Profi-Sport

Die Digitalisierung ist kein Prozess, der sich nur auf einzelne Bereiche der Arbeitswelt bezieht. Inzwischen ist das Thema Digitalisierung in so ziemlich jedem Unternehmen in jeder Branche in Deutschland angekommen. Dabei wirkt sie sich auf manche Bereiche besonders aus – auf andere nur ein wenig. Digitalisierung in der Arztpraxis um die Ecke bedeutet die Möglichkeit, Versichertenkarten der Patienten direkt einzulesen und Patientendaten so zu speichern, dass auch andere Ärzte entsprechend den Datenschutzrichtlinien problemlos darauf zugreifen können.

In der Wirtschaft hat die Digitalisierung mit der Einführung der E-Akte in vielen Bereichen einen regelrechten Boom in Sachen Homeoffice ausgelöst. In der Industrie führt die Digitalisierung zu einem immer weiterwachsenden Anteil an Arbeiten, die von Maschinen und Robotern ausgeführt werden können – teilweise mit deutlich höherer Präzision, als wenn die Aufgabe von einem menschlichen Mitarbeiter verrichtet worden wäre. Arbeitsabläufe und Aufgabenstellungen ändern sich dadurch. Berufe sind weggefallen oder werden nur noch sehr selten benötigt. Andere neue Berufe sind entstanden und kaum ein Berufszweig ist so verzweifelt auf der Suche nach Fachkräften wie die IT-Branche.

Auch im Profi-Sport ist das Thema Digitalisierung längst angekommen. Das beginnt auf dem Trainingsgelände, wo die Werte und Ergebnisse der Trainingseinheiten jedes einzelnen Sportlers bis ins kleinste Detail auseinandergenommen werden können. In Fußballstadien sind unzählige Kameras rund um das Spielfeld installiert, die jeden Schritt eines Profis aufnehmen und analysieren. Von der Spitzengeschwindigkeit beim Sprint über die Menge an gelaufenen Kilometern, die Zahl der Sprints, die Zahl der Ballkontakte und der gewonnenen Zweikämpfe.

Dank dieser Daten können Trainer beispielsweise genau analysieren, wo auf dem Spielfeld ihr Spieler wie viel Zeit verbracht hat, welche Laufwege für den Spieler typisch sind und an welchen Stellen er sich weiter verbessern kann. Mithilfe dieser Daten können Spiele ausgewertet, Schwächen eines Gegners festgestellt und die eigene Mannschaft auf diese Schwächen eingestellt werden. Bei der eigenen Mannschaft wiederum können die Analysten entsprechende Schwächen ebenfalls aufdecken und so den Trainern wichtige Hilfsmittel an die Hand geben, um die eigenen Spieler besser zu machen.

Wo früher ein Trainerstab aus einem Trainer, einem oder zwei Co-Trainer und vielleicht noch einem Mann für die Fitnessübungen bestand, gibt es heute für jeden Bereich einen eigenen Trainer. Vom Torwarttrainer über Trainer für Standards, Fitness, Bewegungsabläufe bis hin zu mehreren Co-Trainern. Sie alle arbeiten Hand in Hand mit der Analyseabteilung des Vereins.

Wie wichtig die Digitalisierung im Profisport heute längst geworden ist, zeigt unter anderem die Aufmerksamkeit, die öffentliche Stellen wie das Bundesinstitut für Sportwissenschaft diesem Thema schon seit Jahren widmen. Inzwischen ist die Digitalisierung gerade im Spitzensport nicht mehr nur auf dem Trainingsplatz und bei der Spielanalyse zu sehen. Auch wenn es um wichtige Entscheidungen auf dem Spielfeld geht. Der Videoschiedsrichter im Fußball ist ein Beweis dafür. War es früher schon der Höhepunkt der Digitalisierung in diesem Sport, dass Schieds- und Linienrichter über ein Headset miteinander kommunizieren konnten und dass der Schiedsrichter beim Heben der Fahne eines Linienrichters einen Impuls am Arm verspürte, können Entscheidungen heute in Sekundenschnelle in einem Übertragungswagen oder einem Schiedsrichterraum analysiert und bewertet werden.

So wird der Sport für jeden Einzelnen digitaler

Auch im Bereich des Breiten- und Freizeitsports gibt es immer mehr digitale Hilfsmittel. Da wäre ein Beispiel, dass es schon sehr lange auf dem Markt gibt: der Pulsmesser. Früher wurde dabei über einen Brustgurt der Puls gemessen und dazu wurden dann Werte wie der Kalorienverbrauch ermittelt. Diese wurden oftmals noch mit einer Kabelverbindung dann an den Bordcomputer des jeweiligen Trainingsgeräts übermittelt.

Heute sind Funktionen wie die Pulsmessung, die Zählung der Schritte, die genaue Speicherung der gelaufenen Kilometer beim Joggen oder der gefahrenen Kilometer beim Fahrradfahren in einer einfachen Smart Watch vereint. Am Handgelenk getragen kann die Sportuhr ihrem Träger alles Wichtige zur heutigen Trainingseinheit sagen. Inklusive des Sauerstoffgehaltes im Blut. Eine zusätzliche Überwachung des Schlafes zu Optimierungszwecken ist hier auch noch drin.

Alle diese Daten können anschließend in einer passenden App gespeichert werden. Hier kann man die Daten mit Freunden teilen oder sie einfach für die eigene Analyse nutzen.

Was die Digitalisierung mit dem Sport als Freizeitbeschäftigung macht

Freizeitsport wird durch die Digitalisierung besser messbar für jeden Einzelnen. Dabei hat jeder Hobbysportler die freie Wahl, wie digital er sein Training gestalten möchte. Ob zu Hause auf dem eigenen Trainingsgerät mit einem digitalen Online-Trainingskurs oder im Freien, beim Laufen oder Radfahren. Einfache Hilfsmittel wie die Smart Watch werden schon seit einigen Jahren von zusätzlichen Spielereien wie smarten Laufschuhen ergänzt.

Dabei handelt es sich um Schuhe, die mit Sensoren versehen sind. Dadurch wird die Messbarkeit der Schrittzahl und der Schrittlänge deutlich besser.

Generell kann die Digitalisierung im Freizeitsport eine ganze Reihe Vorteile bringen. Die Möglichkeit, zahlreiche Daten über die eigene Trainingsleistung zu sammeln und selbst auszuwerten, hilft Hobbysportlern bei einer realistischen Einschätzung der eigenen Fähigkeiten. Darüber hinaus können so leichter effiziente und auf die eigenen Schwächen abgestimmte Trainingspläne erstellt werden.

Zudem wird Sport auf diese Art eher zu einem Teamevent. Auch wenn beispielsweise vier Läufer jeder für sich ihre Runden drehen – wenn diese fünf Läufer ihre Ergebnisse anschließend für die anderen Läufer online stellen, ist ein Leistungsvergleich möglich. Auch der Abgleich von Lauf- oder Fahrradrouten kann anderen interessierten Hobbysportlern eine Hilfe dabei bieten, selbst neue Wege zu finden und zu begehen. Dabei lässt sich heute nahezu jede Sportart durch entsprechende Apps und Einstellungen auf hochwertigen Smart Watches begleiten.

Vom Tennis über das Golfspielen bis zum Kanufahren, Joggen, Radfahren oder Skilanglauf. Die Möglichkeiten sind dabei schier endlos.

Vorteile einer digitalisierten Welt für den Sport und seine Erfolge

Die Vorteile der Digitalisierung im Bereich des Leistungssports sind ähnlich wie die im Freizeitsport. Denn durch eine digitalisierte Trainingsauswertung können Fehler und Schwächen in den Abläufen gefunden und abgestellt werden. Auch das lässt sich auf zahlreiche Sportarten übertragen. Der Trainer eines Stabhochspringers kann hier ebenso Fehler in den Bewegungsabläufen finden wie der Trainer eines Diskuswerfers. Auch wenn die Digitalisierung am medienwirksamsten in den großen Mannschaftssportarten wie in Deutschland beispielsweise im Fußball eingeführt wurde. Den digitalen Fortschritt nutzen inzwischen nahezu alle Sportarten.

Die konkreten Daten, die dabei über die einzelnen Sportler gewonnen werden, können genutzt werden, um den optimalen Trainingsplan zu erstellen. Durch regelmäßig zusätzliche Leistungsdiagnostik können Schwächen in der Ernährung und der Lebensführung aufgedeckt und abgestellt werden. Außerdem ist gerade die digitale Leistungsdiagnostik heute ein wichtiger Bestandteil der Verletzungsprävention für Profisportler.

Fazit: Die Digitalisierung verhilft dem Sport zu größeren Fortschritten

In der Arbeitswelt ist die Digitalisierung nach wie vor eine fortlaufende Entwicklung. Gleiches trifft auf den Sport zu. Im Fall des Videoschiedsrichters sind Verfechter der Regelung beispielsweise der Ansicht, dass dieser für mehr Gerechtigkeit und Fairness sorgt. Freunde der digitalen Trainings- und Spieldiagnostik weisen darauf hin, dass diese neue Trainingsinhalte aufzeigen. Dadurch helfen diese digitalisieren Diagnosemethoden dabei, Sportler immer besser zu machen.

Interessant ist allerdings, dass auf Profisportler in dem Zusammenhang das Gleiche zutrifft wie auf Hobbysportler: Kein Sportler wird besser, nur weil er eine Smartwatch trägt oder irgendwelche Sensoren seine Leistungen auswerten. Besser wird er nur, wenn er die Möglichkeiten, die ihm die so gesammelten Daten zur Analyse und zur Optimierung des eigenen Trainings bieten, auch aktiv nutzt.

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