„Wir leben Feuer”

Interview mit Kai Wolbeck, Geschäftsführender Gesellschafter der Kleining GmbH & Co. KG

Wirtschaftsforum: Herr Wolbeck, welche Meilensteine in seiner Entwicklung haben Ihr Unternehmen in die heutige Position gebracht? 

Kai Wolbeck: Wir sind als Kunstschmiede vor 60 Jahren gestartet und haben sehr schnell den Weg in die wohlige Wärme gefunden. So haben wir Kaminöfen und Feuerstellenzubehör — also alles, was das Heizen mit Holz anbelangt — in unsere Produktpalette aufgenommen. Nach etwa 30 Jahren haben wir die Marke FIREFIX® ins Leben gerufen, mit der wir in sämtlichen Baumärkten der DACH-Region und darüber hinaus vertreten sind. Doch wir arbeiten bei Produkten wie Feuerstellen, maßgeschneiderten Heizeinsätzen oder sonstigem Zubehör auch mit dem Fachhandel zusammen. 

Wirtschaftsforum: Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie aktuell und wie hoch ist Ihr Umsatz? 

Kai Wolbeck: Zu unserem Stammpersonal gehören etwa 50 Mitarbeiter. Vor allem in den Wintermonaten beschäftigen wir zudem einige Leiharbeiter. Der Jahresumsatz liegt aktuell bei knapp 40 Millionen EUR. In meiner neunjährigen Zugehörigkeit bei KLEINING konnten wir unseren Umsatz vervierfachen. Insbesondere im Jahr 2022 hatten wir eine immense Nachfrage in allen Bereichen, speziell an Küchenherden. Da haben wir gute Arbeit geleistet — wir konnten all unsere Liefertermine einhalten und haben unsere Kunden nicht enttäuscht. Insofern sind wir sozusagen als strahlender Gewinner durch die Krise gekommen. 

Wirtschaftsforum: Hat Ihre konstante Lieferfähigkeit mit Ihrer eigenen Produktion zu tun? 

Kai Wolbeck: Zum einen hatten wir einen großen Vorteil durch unsere Produktion vor Ort. Zum anderen verdanken wir unseren Erfolg unseren jahrzehntelangen Partnern in der Lieferkette. Insbesondere bei den Handelswaren haben wir vorausschauend gearbeitet und uns schon vor der Saison ausgestattet, da gewisse Entwicklungen schon absehbar waren. 

Wirtschaftsforum: Herr Wolbeck, wie würden Sie Ihren Werdegang bei KLEINING beschreiben? 

Kai Wolbeck: Ich begann meine Tätigkeit bei der KLEINING GmbH und Co. KG im Jahr 2015 als Vertriebsleiter. Dabei handelte es sich aber schon um die langfristige Nachfolgeregelung der Geschäftsführung. Der damalige Geschäftsführer Karlheinz Leuders war bereits 37 Jahre im Unternehmen und hatte im Gesellschafterkreis festgehalten, dass fünf Jahre vor seinem Ruhestand eine Nachfolgeregelung getroffen werden solle. Es waren sehr fruchtbare Jahre, da ich das Vertriebsnetzwerk ausweiten konnte. Hier verfolgen wir sehr konservative, aber positive Ansätze. 

Wirtschaftsforum: Welche Impulse konnten Sie dem Unternehmen als Geschäftsführer geben? 

Kai Wolbeck: Wir haben unser Sortiment mit Produkten wie ‘Tenderflame’ stark erweitert. Dabei handelt es sich um Tischfeuer und Ambiente-Kamine mit einem einzigartigen Brennsystem. ­Darüber hinaus haben wir Pelletöfen in unsere Produktpalette aufgenommen und sind in diesem Bereich mit einem Zulieferer aus Italien innerhalb von drei Jahren Marktführer geworden. Dieses Jahr liegt unser Fokus auf dem Kamin FILTERKat. Das Produkt hat eine sechsjährige Entwicklung hinter sich und nun die notwendigen Zulassungen bekommen, um über drei Millionen Feuerstellen zum Jahresende nachrüsten zu können. Dabei handelte es sich um ein Rauchrohrstück mit eingebautem Katalysator als passiv katalytischer Staubabscheider, der vom Deutschen Institut für Bautechnik zertifiziert ist. Das Produkt stammt aus eigener Entwicklung und ist sowohl im Fachhandel als auch im Baumarkt erhältlich. Für diese Innovation haben wir ganz frisch den ersten Platz beim Deutschen Award für Nachhaltigkeitsprojekte erhalten. Darüber hinaus sind wir mit dem KaminFILTERKat für den Deutschen Umweltpreis und den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert worden. 

Wirtschaftsforum: Auf welchen Kanälen machen Sie auf sich aufmerksam? 

Kai Wolbeck: Wir informieren die Schornsteinfeger verstärkt und schulen unsere Kunden. Wir bieten aber auch Onlineschulungen an. Im September möchten wir sogar Werbung im Fernsehen schalten. Wir sind sehr gespannt, wie die Kunden darauf reagieren werden. 

Wirtschaftsforum: Haben Sie eine Message in Richtung Politik? 

Kai Wolbeck: Wenn ich einen Wunsch äußern dürfte, würde ich gerne das Thema Biomasse in den Fokus der Politik rücken — was insbesondere die Grünen auf bundespolitischer Ebene blockieren. Tatsächlich bietet die Industrie zahlreiche Möglichkeiten, um die Emissionen zu verhindern. Dann könnte auch die Bevölkerung entsprechend reagieren. 

Wirtschaftsforum: Was sind die Gründe Ihres spektakulären Erfolgs? 

Kai Wolbeck: Wir haben viel Know-how im Unternehmen. Ein großer Teil unserer Mitarbeiter ist schon 35 oder sogar 40 Jahre mit an Bord — das sind gewachsene Strukturen. Wir haben uns aber schon frühzeitig um mehrere Standbeine bemüht. 
Darüber hinaus pflegen wir ein gutes Miteinander und leben Nachhaltigkeit. Ich glaube, das wird sich letzten Endes alles auszahlen. 

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