Der Kaffeemarkt ist gesättigt – und dennoch gibt es Raum für Unternehmen mit einem klaren Profil. Während industrielle Anbieter vor allem über Menge und Preis konkurrieren, setzen kleinere Röstereien auf ausgewählte Rohware, schonende Verfahren und regionale Nähe. Die Kaffeerösterei Martermühle GmbH aus Aßling zeigt, dass daraus ein tragfähiges Geschäftsmodell entstehen kann.
Interviews
Wir nehmen Wirtschaft persönlich.
Aus einer Werkstatt für Schreibmaschinen wurde über Jahrzehnte ein modernes IT-Systemhaus: Die Salfer GmbH verbindet technologische Kompetenz mit den Werten eines Familienunternehmens. Geschäftsführer Florian Salfer setzt dabei auf Qualität statt Masse, langfristiges Wachstum und den konsequenten Einsatz von künstlicher Intelligenz.
Fünf Gartenbau-Studenten, ein Wochenmarktstand aus selbst gezimmerten Paletten und die Überzeugung, dass Lebensmittel auch ohne Pestizide wachsen: Was 1986 in Kalkriese bei Osnabrück als ökologisches Experiment begann, ist heute einer der größten Bio-Lieferservices in Deutschland. Die GGBE GmbH, besser bekannt als „Die Gemüsegärtner“, beliefert wöchentlich 4.000 Haushalte im Umkreis von 70 km mit einem Vollsortiment von über 4.000 Produkten, ausnahmslos in Bio-Qualität.
Manchmal zeigt sich gerade in der Krise, ob eine Strategie wirklich trägt. Während explodierende Gaspreise viele Marktteilnehmer verunsicherten, hielt die ViGo Bioenergy GmbH aus Berlin am Potenzial von Biomethan fest und investierte in Produktion und Infrastruktur. Heute profitiert das Unternehmen von dieser Entscheidung: Als europaweit aufgestellter Anbieter verbindet ViGo Biomethanproduktion, Handel, Logistik und Tankstellennetz zu einer integrierten Plattform für die Defossilisierung des Schwerlastverkehrs.
Als seine Großmutter pflegebedürftig wurde, erlebte Dennis Meyer-Philippi aus nächster Nähe, wie schnell die Medikamentenversorgung zu Hause zur Belastungsprobe wird. Daraus entstand maja sana®: ein digitaler Tablettenspender, der die häusliche Versorgung sicherer machen und zugleich Angehörige und Pflegekräfte entlasten soll. Die größte Hürde liegt heute jedoch weniger in der Technik als im Gesundheitssystem.
Die Energiewende bleibt ein Thema, das viele Hausbesitzer verunsichert. Politische Kurswechsel, neue Förderprogramme und steigende Kosten machen Investitionsentscheidungen nicht einfacher. Gerade deshalb sind Unternehmen gefragt, die Orientierung geben und langfristig tragfähige Lösungen entwickeln. Die Hofmann Haustechnik GmbH aus Nürnberg setzt dabei auf Qualität, Erfahrung und eine Betreuung, die weit über die Installation hinausreicht.
Hohe Zinsen, restriktive Finanzierungsbedingungen und schleppende Genehmigungsverfahren bringen viele Immobilienunternehmen ins Straucheln. Die Residia Gruppe geht bewusst den Gegenweg: konservative Finanzierung, eigener Bestand, schlanke Strukturen. Inhaber Werner Mürz erklärt, warum er die aktuelle Marktbereinigung längst kommen sah, welche Fehler er bei anderen beobachtet – und wo er selbst investiert, während andere aussteigen.
Das Fleischerhandwerk steht unter Druck. Veränderte Konsumgewohnheiten, steigende Energiekosten, Fachkräftemangel und der Strukturwandel im Lebensmittelhandel stellen viele Betriebe vor große Herausforderungen. Die StirnerSinn GmbH in Gerlingen begegnet diesem Wandel mit konsequenten Investitionen, hoher handwerklicher Qualität und einer klaren Perspektive für die nächste Generation.
Weniger Weinkonsum im Inland, veränderte Vorlieben jüngerer Zielgruppen und neue Chancen im Export setzen die Branche in Bewegung. Lergenmüller reagiert darauf mit leichteren Produkten, mehr Bioanbau und einer stärkeren internationalen Ausrichtung – auf Basis einer Familientradition, die bis 1538 zurückreicht. Das traditionsreiche Familienunternehmen bewirtschaftet über seine Betriebe rund 240 ha Rebfläche.
Tradition und Wirtschaft müssen kein Widerspruch sein – besonders dort, wo historische Verantwortung, Gastfreundschaft und nachhaltiges Handeln seit Jahrhunderten zusammengehören. Die Ettaler Klosterbetriebe GmbH verbindet klösterliches Leben mit Hotel, Gastronomie, Brauerei, Landwirtschaft, Forstbetrieb und Einzelhandel. Pater Johannes Bauer, Cellerar der Benediktinerabtei Ettal und Geschäftsführer der Ettaler Klosterbetriebe, spricht über 700 Jahre Geschichte, wirtschaftliche Verantwortung und die Frage, wie man Tradition lebendig hält.