Stahlbau heute: Besser automatisiert

Interview mit Gregor Uher, Betriebsleiter/Prokurist der Zeman Bauelemente Produktions GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Uher, welche Meilensteine würden Sie in der Geschichte von Zeman Bauelemente hervorheben?

Gregor Uher: Unser Unternehmen wurde 1965 als Stahlbaubetrieb und Familienunternehmen gegründet. Dann kam die Zeit der Automatisierung; daraus ging der Maschinenbau hervor. So sind wir Weltmarktführer im automatisierten Stahlbau geworden. Ein Meilenstein war 2010 die Markteinführung des Steel Beam Assemblers. Heute sind unzählige Maschinen in den USA, Kanada, Australien, Asien und Europa im Einsatz. Vor zwei Jahren wurde das Unternehmen an Lincoln Electric, The Welding Experts® verkauft und wir betreiben in Österreich zwei Standorte. Unsere Lösungen ergänzen das umfangreiche Automatisierungsangebot von Lincoln Electric – Von Cobots bis hin zu ‘light out manufacturing’.

Wirtschaftsforum: Wie lange sind Sie schon bei Zeman Bauelemente, und welche Impulse konnten Sie dem Unternehmen bereits geben?

Gregor Uher: Ich bin seit 13 Jahren im Betrieb. Angefangen habe ich als Techniker im Bereich Research and Development, habe dann die Projektleitung übernommen, wurde Plant Manager und bin jetzt Betriebsleiter. Ein wichtiges Thema ist bei uns die Automatisierung der Maschinen. Der Bereich R&D ist ein Grundpfeiler dafür, sodass hier einer meiner Schwerpunkte liegt.

Wirtschaftsforum: Welche Produkte sind für Ihr Unternehmen besonders wichtig, und in welche Richtung werden sie sich weiterentwickeln?

Gregor Uher: Unsere Steel Beam Assembler sind unsere wichtigsten Produkte. Sie sind flexibel und auf den Endkunden angepasst. Die Maschinen können schweißen und montieren, aber auch Platten befördern. Vor Kurzem haben wir unser neues Produkt SPS zum automatisierten Scannen und Sortieren eingeführt. Wichtig ist heute, die Maschinen zu kombinieren und miteinander zu vernetzen und die Entwicklung geht in Richtung Industrie 4.0. Es geht darum, den manuellen Einfluss zu verringern, die Arbeitssicherheit und die Prozesszeiten zu verbessern.

Wirtschaftsforum: Welche Faktoren haben Ihrer Meinung nach Zeman Bauelemente so erfolgreich gemacht?

Gregor Uher: Entscheidend für die Entwicklung der Systeme ist unser Hochtechnologie-Background. Dazu kommt unsere Nähe zum Kunden. Wir versuchen immer, von ihm zu lernen, seine Probleme zu verstehen und für ihn Lösungen zu entwickeln.

Wirtschaftsforum: Welche Entwicklungstendenzen nehmen Sie aktuell in Ihrer Branche wahr?

Gregor Uher: Der asiatische Markt wird immer stärker. Der Fachkräftemangel erstreckt sich auf die ganze Welt. Es fehlen ausgebildete Schweißer und Zusammenbauer. Viele gehen in Pension, und es kommen zu wenige nach. Gleichzeitig steigt der Qualitätsanspruch immer mehr. Um die Qualität zu gewährleisten, geht die Tendenz zunehmend zu Maschinen und Automatisierung.

Wirtschaftsforum: Bei der Akquirierung von neuen Mitarbeitern spielt die Unternehmenskultur eine wichtige Rolle. Wie würden Sie diese in Ihrem Unternehmen beschreiben?

Gregor Uher: Wir sind ein dynamisches Team mit einer Open-door-Kultur. Für alle Belange haben wir ein offenes Ohr. Jeder hat einen großen Spielraum bei seiner Arbeit. Uns ist es wichtig, den Leuten Möglichkeiten zu bieten und Raum zu geben. Die Arbeit soll motivieren und Spaß machen. Insgesamt sind wir sehr flexibel und state-of-the-art. Durch die Zugehörigkeit zu Lincoln Electric stehen den Mitarbeitern noch mehr Türen offen als zuvor.

Wirtschaftsforum: Welche weiteren Ziele haben Sie sich gesetzt?

Gregor Uher: Wir wollen unseren Standort noch attraktiver gestalten und weiter investieren, in Infrastruktur, Hallen, Maschinen und in die Vernetzung. Dadurch sollen auch die Arbeitsumgebungen sicherer und die Arbeitsbedingungen attraktiver werden.

Wirtschaftsforum: Was treibt Sie persönlich besonders an?

Gregor Uher: Mein Wunsch ist, auf lange Sicht die Automatisierung im Stahlbau zu revolutionieren und als Firma einen Fußabdruck zu hinterlassen und etwas Nachhaltiges zu erschaffen.

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