Schwere Lasten, große Ambitionen

Interview mit Florian Guttenberger, Geschäftsführer der YOKE GmbH & Co. KG

Vom regionalen Händler zum europäischen Hub

Die heutige YOKE GmbH & Co. KG hat ihre Wurzeln in einem süddeutschen Unternehmen mit stark regionaler Prägung. Über viele Jahre firmierte der Betrieb unter dem Namen Ostalbketten und war vor allem als Händler für Hebe- und Anschlagtechnik bekannt. Mit der stärkeren Einbindung in die internationale YOKE-Gruppe begann jedoch eine grundlegende Transformation. „Der frühere Name Ostalbketten war sehr stark süddeutsch geprägt – unser Ziel ist es heute, uns als europäischer Hub eines globalen Herstellers von Premium-Produkte zu positionieren.“, sagt Florian Guttenberger. Der taiwanesische Hersteller YOKE ist weltweit ein bedeutender Anbieter im Bereich Hebe- und Sicherungstechnik. Bereits vor einigen Jahren entstand ein Joint Venture, durch das die deutsche Gesellschaft Teil der internationalen Gruppe wurde. Heute stammen mehr als 90% des Umsatzes aus Produkten der Muttergesellschaft. Gleichzeitig entwickelt sich der Standort in Deutschland strategisch weiter – unter anderem mit dem größten Lager außerhalb Taiwans. Ziel ist es, von hier aus den europäischen Markt effizient zu bedienen.

Sicherheit als Kern des Geschäfts

Die Produkte von YOKE kommen überall dort zum Einsatz, wo schwere Lasten bewegt oder Menschen geschützt werden müssen. Dazu gehören Hebe- und Anschlagpunkte ebenso wie Systeme zur Absturzsicherung. „Bei der Fall Protection sind wir nach meinem Wissensstand unangefochtener Weltmarktführer“, betont der Geschäftsführer.

Besonders wichtig ist dabei die Verbindung von Sicherheit und Innovation. Ein Beispiel dafür ist die Digitalisierung von Prüfprozessen. Viele Anschlagmittel müssen regelmäßig kontrolliert werden – traditionell mit erheblichem Papieraufwand. „Wir waren die ersten am Markt, die angefangen haben, auch einen Chip in diese Produkte einzubauen“, erklärt der Firmenchef. Die integrierte Technologie ermöglicht eine digitale Dokumentation der Prüfungen und vereinfacht damit das Sicherheitsmanagement erheblich. Auch durch die neue ESPR Verordnung der EU welche einen DPP (digital Product-Passport) in naher Zukunft fordern wird, sind wir wieder die ersten und aktuell Einzigen die dies bereits in unseren Produkten anbieten.
Gerade in industriellen Anwendungen ist diese Kombination aus technischer Qualität und digitaler Nachverfolgbarkeit ein entscheidender Vorteil sein.

Ein Geschäftsführer mit Branchenblick

Florian Guttenberger kam vor 3 Jahren zum Unternehmen. Zuvor hatte er fast zwei Jahrzehnte in der Befestigungsbranche gearbeitet und dort vor allem im Vertrieb und in Führungspositionen Erfahrung gesammelt.
„Nach fast 20 Jahren habe ich einfach etwas Neues gebraucht“, erinnert sich der Manager. Heute sieht er seine Aufgabe vor allem darin, den Standort strategisch auszubauen. Neben dem Ausbau des Lagers gehören dazu auch neue Vertriebsstrukturen und eine stärkere internationale Ausrichtung. „Wir bauen den Vertrieb im deutschsprachigen Raum und im Export Schritt für Schritt aus“, unterstreicht der Unternehmenslenker. Der Wandel vom regionalen Händler zum europäischen Drehkreuz ist damit längst nicht abgeschlossen. Doch die Richtung ist klar: mehr Internationalität, mehr Technologie und ein klarer Fokus auf Sicherheit – in einem Markt, in dem oft kleine Bauteile eine große Verantwortung tragen.

 

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