Mit den Aufgaben gewachsen
Interview mit Stefan Wolters, Geschäftsführer der Wolters GmbH

Die Wurzeln des Familienunternehmens reichen bis zum Kohlenhandel zurück. Über den Heizölhandel kam der erste Bagger hinzu, später folgten Erdarbeiten und schließlich Abbruchprojekte. „Mit seinen Aufgaben wächst man auch“, sagt Stefan Wolters. Ein Beispiel war 2017 ein größeres Projekt im Zuge der Renaturierung der Ems. Dafür wurden kurzfristig vier zusätzliche Lkw angeschafft, die anschließend dauerhaft ausgelastet werden konnten. Heute reicht das Spektrum bei Abbrucharbeiten von der Garage bis zum Fabrikgebäude. Hinzu kommen Transporte, Baustoffhandel und Recycling. Nach einem Abbruch kann Wolters beispielsweise das Ausheben der Baugrube für den anschließenden Neubau übernehmen. 20 Lkw gehören zum Fuhrpark, insgesamt beschäftigt das Unternehmen 55 Mitarbeitende. Ein Teil davon arbeitet auf dem Betriebsgelände in der Aufbereitung von Bauschutt. Recycling spielt dabei eine zunehmend wichtige Rolle. Schadstoffe müssen vor einem Abbruch erkannt und fachgerecht entfernt werden, damit mineralische Materialien anschließend wieder aufbereitet und eingesetzt werden können. Auch belastete Böden werden zu geeigneten Verwertungsstellen transportiert. Für solche Aufgaben sei ein gutes Netzwerk entscheidend, betont Stefan Wolters.
Technik schafft Flexibilität
Ein wesentlicher Faktor im Wettbewerb ist moderne Maschinentechnik. Die Bagger werden mit 3D-Technik ausgestattet, sodass beispielsweise Böschungen, Höhen oder Fundamentpositionen direkt auf dem Bildschirm angezeigt werden können. Auch Schnellwechselsysteme für hydraulische Anbaugeräte verkürzen die Umrüstzeiten erheblich. „Auch da ist die Technik sehr weit fortgeschritten“, sagt Stefan Wolters. Digitalisierung findet ebenso im Büro statt. Nach seiner Einschätzung sind bereits 50 bis 60% umgesetzt; weitere Prozesse sollen folgen, etwa die digitale Übermittlung von Lieferscheinen. Impulse kommen dabei auch aus der nächsten Generation. Tochter und Neffen arbeiten bereits im Familienunternehmen mit. Eine schnelle Übergabe ist dennoch nicht das Ziel: Wer Verantwortung übernimmt, müsse zunächst Erfahrungen in den unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern sammeln. Bei aller technischen Entwicklung bleibt der Markt anspruchsvoll. Hohe Kosten und intensiver Wettbewerb erschweren eine langfristige Planung. Wolters disponiert deshalb häufig nur vier bis sechs Wochen im Voraus. Die breite Aufstellung bietet dabei einen Vorteil: Maschinen und Personal können je nach Auftragslage flexibel zwischen Erdarbeiten und Abbruch eingesetzt werden.








