„Auf unsere Branche rollt eine riesige Auftragswelle zu!“
Interview mit Gerd Manns, Geschäftsführer der MANNS GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Manns, Ihr Unternehmen deckt das gesamte Spektrum der Abbruch- und Erdbauarbeiten ab. Wie erleben Sie die aktuelle Marktlage?
Gerd Manns: Aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Situation besteht bei der Freigabe von Mitteln für entsprechende Baumaßnahmen weiterhin eine gewisse Zurückhaltung, obwohl es in unserem Einzugsgebiet ausreichend abbruchreife Objekte gibt. Für uns bedeutet das, dass ein wirtschaftlicher und nachhaltiger Umgang mit den anfallenden Materialien immer wichtiger wird. Auf unseren Baustellen achten wir deshalb konsequent auf eine möglichst sortenreine Trennung. So können wir einen großen Teil der Materialien aufbereiten, recyceln und einer erneuten Verwendung zuführen. Dadurch reduzieren wir nicht nur Entsorgungsmengen und Transportwege, sondern können letztlich auch die Kosten für unsere Auftraggeber möglichst geringhalten.
Wirtschaftsforum: Es heißt, das Thema Nachhaltigkeit werde für Bauherren und die öffentliche Hand immer wichtiger. Was kommt davon bei Ihnen an?
Gerd Manns: Nachhaltiger Abbruch bedeutet für uns vor allem, vorhandene Materialien möglichst sinnvoll im Kreislauf zu halten. Wenn wir mineralische Baustoffe direkt vor Ort aufbereiten und wiederverwenden können, sparen wir Deponieraum, Transportwege und Primärrohstoffe. Gleichzeitig stellen uns die bürokratischen Anforderungen immer wieder vor Herausforderungen. Grundsätzlich sind diese Vorgaben natürlich wichtig, allerdings sollte die Bürokratie eine nachhaltige und wirtschaftliche Ausführung nicht unnötig erschweren.
Wirtschaftsforum: Welche Wünsche richten Sie an Politik und Verwaltung?
Gerd Manns: Während der Coronapandemie haben wir erlebt, dass viele Dinge plötzlich deutlich unkomplizierter möglich waren. Das hat gezeigt, dass weniger Bürokratie durchaus funktionieren kann. Ich würde mir wünschen, dass man Unternehmern wieder mehr Eigenverantwortung und Vertrauen entgegenbringt.
Wirtschaftsforum: Wie blicken Sie in die Zukunft?
Gerd Manns: Ich bin überzeugt, dass in den kommenden Jahren eine große Auftragswelle auf unsere Branche zukommen wird. Viele Straßen, Brücken und auch Gebäude in Deutschland sind inzwischen in einem Alter oder Zustand, bei dem Sanierung oder Rückbau zunehmend unumgänglich werden. Bei Teilen der Infrastruktur sehen wir bereits heute, dass gehandelt werden muss.
Wirtschaftsforum: Worin liegen aus Ihrer Sicht die Erfolgsgrundlagen der MANNS GmbH?
Gerd Manns: Wir haben über viele Jahre ein umfassendes Know-how in unseren Kernbereichen Abbruch, Recycling und Erdbau aufgebaut. Gleichzeitig haben wir unser Leistungsspektrum kontinuierlich erweitert und uns auch in weiteren Bereichen wie Schadstoffsanierung, Forstarbeiten, Kanalbau, Spezialtiefbau und der Herstellung von Außenanlagen breiter aufgestellt. Dadurch können wir unseren Auftraggebern heute viele Leistungen aus einer Hand anbieten und gleichzeitig flexibel auf unterschiedliche Anforderungen reagieren. Ein weiterer wichtiger Baustein ist unser moderner und leistungsfähiger Maschinenpark, in den wir kontinuierlich investieren. Genauso wichtig sind aber unsere Mitarbeitenden und deren Erfahrung. Wir legen großen Wert darauf, das vorhandene Fachwissen innerhalb des Unternehmens weiterzugeben. Hinzu kommen unsere langjährigen Geschäftsbeziehungen zu festen Partnerunternehmen und Auftraggebern. Verlässlichkeit, Termintreue und eine fachgerechte Ausführung stehen für uns dabei an erster Stelle.
Wirtschaftsforum: An welchen Projekten haben Sie in jüngerer Vergangenheit mitgewirkt?
Gerd Manns: Vor einigen Jahren waren wir maßgeblich am Rückbau des damaligen Gebäudekomplexes der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bergneustadt beteiligt. Mit dem Rückbau verschwand auch ein Stück bundesdeutscher Geschichte – das war auch für uns ein besonderes Projekt. Darüber hinaus haben wir in den vergangenen Jahren mehrere größere Abbruchprojekte im Raum Köln umgesetzt. Ein Beispiel ist der Rückbau der Gebäude und Hallen auf dem rund 11 ha großen Norton-Gelände. Dort haben wir innerhalb von rund 18 Monaten Gebäude mit insgesamt circa 200.000 m3 umbautem Raum zurückgebaut und aus den anfallenden mineralischen Baustoffen rund 95.000 t zertifiziertes Recyclingmaterial hergestellt. Ein großer Teil dieses Materials konnte anschließend direkt vor Ort wiederverwendet werden.
Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt für Sie der Fachkräftemangel?
Gerd Manns: Der Fachkräftemangel spielt natürlich auch für uns eine große Rolle. Umso stolzer bin ich darauf, dass viele unserer Mitarbeitenden bereits seit vielen Jahren bei uns beschäftigt sind und einige sogar nach Erreichen des Ruhestandsalters noch weiter für unser Unternehmen tätig sein möchten. Das zeigt, dass wir beim Zusammenhalt und bei der Firmenkultur vieles richtig gemacht haben. Gleichzeitig bringt sich inzwischen auch die nächste Generation unserer Familie aktiv in das Unternehmen ein. Gerade bei Themen wie der Gewinnung und Bindung junger Fachkräfte entstehen dadurch neue Ideen und Lösungsansätze. Diese Verbindung aus Erfahrung und neuen Perspektiven sehe ich als große Chance für die weitere Entwicklung unseres Unternehmens.















