Blick auf Europas Möbelmärkte

Interview mit Markus Wolf, Geschäftsführer der WOLF MÖBEL GmbH & Co. KG.

Ihre Möbel lässt die WOLF MÖBEL GmbH & Co. KG nicht nur in Indien, sondern auch in Vietnam, China, Indonesien, Mexiko und Brasilien fertigen. Dabei unterliegen sämtliche Fertigungsschritte einem eigenen Qualitätssicherungssystem.

"Für Indien sind wir weltweit der größte Importeur", erklärt Markus Wolf, Geschäftsführer der WOLF MÖBEL GmbH & Co. KG. "Hier sind zeitweise bis zu 3.000 Beschäftigte für uns tätig." Dabei achtet der Inhaber sorgfältig darauf, dass ausschließlich zertifiziertes Plantagenholz verwendet wird und keine Kinder beschäftigt sind.

Möbel für Wohn- und Esszimmer

Mit einem Anteil von 75 Prozent bilden Möbel für Wohn- und Esszimmer das Hauptgeschäft des Unternehmens. Möbel für Schlafräume und Bäder machen die übrigen 25 Prozent aus. Die von WOLF MÖBEL entwickelten Konzepte mit technischen Zeichnungen und Vorgabe der Materialien setzen die Hersteller in den Fertigungsländern um.

Sie produzieren einen Prototyp, der nach intensiver Kontrolle und eventuell weiteren Veränderungen die Grundlage für die Serienfertigung bildet. Dabei gibt WOLF sämtliche Schritte des Produktionsprozesses vor, angefangen beim Zuschnitt bis hin zur Verpackung. So werden zum Beispiel in Indien bis zu sechs Möbellinien just-in-time hergestellt und in einem Container verschickt.

Bestellung übers Internet

Bestellen können die Kunden über das Internet. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem Möbel-Einzelhandel. Hin und wieder werden auch Möbel an Gastronomie und Hotellerie verkauft. Das ist jedoch eher die Ausnahme. Allein im Jahr 2010 lieferte WOLF MÖBEL rund 400.000 Möbelstücke, überwiegend Stühle. Ein Jahr später waren es etwa 320.000 Teile, die verkauft wurden. In diesem Jahr waren jedoch vor allem Kastenmöbel nachgefragt, was die schwankenden Produktionszahlen erklärt.

Aktuell wurden in Indien eine und in Vietnam zwei neue Möbellinien entwickelt. Verwendete Hölzer sind zum Beispiel Eiche oder Akazie, die mit angerauhter Oberfläche in Sandoptik zu Vollholzmöbeln verarbeitet werden. Grundsätzlich geht der aktuelle Trend zu helleren Hölzern. Sie machen rund 70 Prozent des Sortiments aus, während dunklere Farbtöne mit 30 Prozent zu Buche schlagen.

Sämtliche Produktlinien sind als Geschmacksmuster geschützt und werden von professionellen Fotostudios abgelichtet. Diese hochwertigen Aufnahmen sind anschließend in den Werbeprospekten zu finden.

„Wir haben ein gutes Gespür für Zeitgeist und Trends und können dies in Produkte umsetzen.“ Markus WolfGeschäftsführer

Eigener Showroom

Der Showroom am Hauptsitz in Schweinfurt bildet die Anlaufstelle für die Möbeleinkäufer. Sie können sich vor Ort ein Bild vom Design der Möbel sowie von deren Qualität machen. Darüber hinaus werden die Produkte in Schweinfurt im WOLF MÖBEL Outlet Store angeboten. Ansonsten ist der Möbel-Einzelhandel mit zurzeit etwa 500 Möbelhäusern die wichtigste Zielgruppe des Unternehmens.

Der 2011 erwirtschaftete Umsatz lag bei 25 Millionen EUR. WOLF MÖBEL beschäftigt inklusive Auszubildende acht festangestellte Mitarbeiter. Hinzu kommen zwei Außendienstmitarbeiter als freie Handelsvertreter. Sie besuchen regelmäßig die Kunden, die außerdem mittels der neuen Medien über Neuigkeiten informiert werden.

„Wir wollen uns international stärker aufstellen.“ Markus WolfGeschäftsführer

Schnell und zuverlässig

Für das kommende Jahr liebäugelt Geschäftsführer Markus Wolf mit einem Stand auf der internationalen 'Möbelmesse Köln'. "Wir wollen uns international stärker aufstellen", lautet für ihn die Devise. Bis dato machen die Exportaktivitäten lediglich 15 Prozent des gesamten Umsatzes aus. Dabei wird nur in die Schweiz und nach Österreich geliefert. Hier ist also zumindest in Europa noch sehr viel Potenzial.

"Wir haben ein gutes Gespür für Zeitgeist und Trends und können dies in Produkte umsetzen", beschreibt Markus Wolf eine Stärke von WOLF MÖBEL. "Außerdem sind wir schnell und zuverlässig und vereinen modernes Design und bezahlbare Kollektionen für junge Familien." Diese Eigenschaften kommen dem Unternehmen aus Schweinfurt natürlich zugute, denn die Möbelbranche ist von starkem Wettbewerb geprägt.

"Wir konzentrieren uns auf unsere Fähigkeiten und versuchen, unseren Job so gut wie möglich zu machen", so Markus Wolf. "Mit dieser Strategie können wir auch in Krisenzeiten gute Umsätze erzielen. So steigen unsere Umsätze seit der Gründung 2002 von Jahr zu Jahr stetig an."

Um diese Erfolgsgeschichte fortzuschreiben ist die Ausweitung der Exportaktivitäten fest eingeplant. "Langfristig wollen wir mit freien Handelsvertretern auf den europäischen Märkten unsere Exportanteile erhöhen", erläutert Markus Wolf.

Einen hohen Stellenwert in der Unternehmensphilosophie haben auch sportliches und soziales Engagement. So unterstützt WOLF MÖBEL Fußball- und Eishockeyvereine in der Region. "Hier wollen wir besonders die Jugend fördern und soziale Projekte voranbringen", macht Markus Wolf deutlich.

Außerdem engagiert sich das Unternehmen über die vom ehemaligen Bayern München-Profi Giovane Elber ins Leben gerufene Stiftung für Straßenkinder in Brasilien. Diesen Kindern werden in sicherer und liebevoller Umgebung Ausbildungsperspektiven eröffnet.

Doch auch die Mitarbeiter liegen dem Unternehmen sehr am Herzen. So 'sponsert' WOLF MÖBEL seinen Mitarbeitern einmal wöchentlich in der Mittagspause ein EMS-Training. Auch ein Masseur kommt jede Woche auf Firmenkosten ins Haus und sorgt dafür, dass die Beschäftigten entspannt ihrer Arbeit nachgehen können.

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