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Interview mit Bernhard Föckersperger, CPO und Leiter Planung und Geschäftsprozesse der Walter Föckersperger GmbH

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Wirtschaftsforum: Herr Föckersperger, seit der Firmengründung 1931 hat Ihr Unternehmen mehr als 450.000 km Kabel und Rohre auf der ganzen Welt verlegt. Heute sind Sie Markt- und Technologieführer für grabenlose Verlegesysteme. Was waren die wichtigsten Meilensteine in den über 90 Jahren der Firmengeschichte?

Bernhard Föckersperger: Angefangen hat alles mit einem Landmaschinen- und Fahrradhandel sowie einer Reparaturwerkstätte. 1958 haben mein Vater, Walter Föckersperger sen., und mein Opa Georg das erste Verlegesystem für Kabel und Rohre entwickelt, das ohne Aufgraben des Bodens auskam und auch für schwierige Bodenverhältnisse und Geländearten, wie zum Beispiel an Böschungen, geeignet war. Das System bestand aus zwei Maschinen, einem Verlegepflug und einem Seilwindenfahrzeug. Seitdem haben wir das System stetig weiterentwickelt. Die Maschinen wurden leistungsfähiger und größer. 1974 kam der erste, extrem geländegängige Spinnenpflug mit Allradantrieb auf den Markt. Seit 1989 sind wir international tätig. Heute verkaufen wir unser Verlegesystem auf allen Kontinenten; unser Name gilt weltweit als Benchmark für grabenlose Systeme.

Wirtschaftsforum: Welches sind die wesentlichen Vorteile Ihres grabenlosen Verlegesystems?

Bernhard Föckersperger: Die extrem hohe Qualität und Verlegegeschwindigkeit. Im Vergleich zur konventionellen Verlegung in offener Grabenbauweise ist nur ein Arbeitsgang erforderlich. Damit erreichen wir einen beispiellosen Output von bis zu 10.000 m pro Tag. Mit einer Zugkraft von bis zu 360 t bieten wir das weltweit leistungsfähigste Verlegesystem. Unser System eignet sich für alle Kabel und Rohre, von Glasfaser bis zu Rohren mit 630 mm Durchmesser, sowie für alle Bodenverhältnisse, ob Kies, Moor, Sand oder durch Wasser. Und durch die grabenlose Technik beschränkt sich der Eingriff in die Natur auf ein absolutes Minimum.

Wirtschaftsforum: Wie hat sich die Coronakrise auf Ihr Geschäft ausgewirkt?

Bernhard Föckersperger: In den letzten zwei Jahren wurden viele Projekte potenzieller Kunden verschoben, in der Folge auch unsere Aufträge. Und wir konnten vor Ort nicht unterstützen. Aktuell ist es vor allem die Lieferkettenproblematik, die uns zu schaffen macht; bestimmte Zulieferteile haben extrem lange Lieferzeiten. Aber wir haben rechtzeitig vorgesorgt, schwierig wird es nur bei sehr kurzfristigen Bestellungen. Wir haben eine hohe Fertigungstiefe, inklusive Stahlbau und Elektroverkabelung, das hilft. Komponenten wie Motoren und Hydraulik, etc. kaufen wir zu.

Wirtschaftsforum: Nutzen Sie digitale Technik in Ihren Verlegesystemen?

Bernhard Föckersperger: Unsere Systeme unterstützen Ferndiagnosen und Fernwartung, um die Kunden bei Problemen zu unterstützen. Auf der Maschine lassen sich Aufzeichnungsgeräte mit GPS installieren, die beim Verlegen die genaue Position der Versorgungsleitung dokumentieren, sodass man nicht nachträglich vermessen muss. Unsere Verlegepflüge sind funkferngesteuert und bieten somit mehr Arbeitssicherheit.

Wirtschaftsforum: Durch die hohe Geschwindigkeit Ihrer Systeme sparen Sie zudem Ressourcen.

Bernhard Föckersperger: Ja, wir verlegen 10- bis 20-mal schneller als vergleichbare Systeme. Das bedeutet weniger Dieselverbrauch und weniger CO2-Ausstoß. Und durch die hohe Lebensdauer unserer Maschinen haben wir insgesamt einen deutlich geringeren CO2-Fußabdruck als andere Anbieter.

Wirtschaftsforum: Welches sind Ihre wichtigsten Märkte?

Bernhard Föckersperger: Wir haben Kunden auf der ganzen Welt, wie zum Beispiel Südostasien, Naher Osten, Afrika, Süd- und Nordamerika und natürlich auch Europa. Deutschland hinkt beim Infrastrukturausbau hinterher, unsere Bürokratie steht oft im Weg. Beispielsweise wurden in Indonesien mit unserem System und zwei Maschinisten 1.200 km verlegt, das wäre hier nicht möglich.

Wirtschaftsforum: Worauf führen Sie Ihren weltweiten Erfolg hauptsächlich zurück?

Bernhard Föckersperger: Wir haben ein solides, zuverlässiges Produkt mit der höchsten Verlegeleistung am Markt. Wir arbeiten stets lösungsorientiert und nah am Kunden und seinen Anforderungen. Außerdem bietet das grabenlose Verfahren eine wesentlich höhere Betriebssicherheit im Vergleich zu offenen Gräben.

Wirtschaftsforum: Welche kurz- und mittelfristigen Ziele verfolgen Sie für das Unternehmen?

Bernhard Föckersperger: Kurzfristig wollen wir vor allem unsere Liefertreue aufrechterhalten und die Maschinen weiterentwickeln: weniger Energieverbrauch und mehr Ergonomie. Mittelfristig setzen wir uns dafür ein, dass in Deutschland die Qualität bei der Verlegung wieder mehr zählt. Im Ausland ist man da bereits viel weiter. Darüber hinaus steht irgendwann die Übergabe des Betriebs von dem jetzigen Firmeninhaber Walter Föckersperger an seinen Sohn Daniel Föckersperger, und damit der 4. Generation, an.

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