Technik, durch die alle gehört werden

Interview mit Christoph Rudig und Ralf Michels, Geschäftsführer der Telecom Behnke GmbH

„Wir stehen für Qualität, sind flexibel und bieten Lösungen nach dem Baukastenprinzip“, versichert Ralf Michels, gemeinsam mit Christoph Rudig seit 2023 Geschäftsführer der Telecom Behnke GmbH. „Bei uns gibt es nichts von der Stange, sondern das, was der Kunde möchte. Deshalb wird der persönliche Kontakt bei uns auch großgeschrieben.“

Mit dieser Philosophie hat sich das Unternehmen seit seiner Gründung vor über 40 Jahren ausgezeichnet entwickelt und mit Innovationen Maßstäbe für die ganze Branche gesetzt. So hat das 1980 in Saarbrücken von Fernmeldemeister Rolf Behnke ins Leben gerufene Unternehmen mit dem Vertrieb und der Installation von Telefonanlagen begonnen. Später kamen Sprechstellen als autarke Systeme hinzu, die der Firmengründer mit dem Telefonnetz koppelte. So avancierte Rolf Behnke zum Erfinder des ‘Türfreisprechtelefons’, das eine Sprechverbindung in Gebäude sowie das Öffnen der Türen ermöglichte.

Später kamen Notrufanlagen, zum Beispiel für U-Bahn-Stationen oder in Aufzügen, hinzu. Ein weiterer Meilenstein war 1997 der Wechsel des Betriebes von Saarbrücken nach Kirkel mit dem Bezug eines neuen Firmengebäudes. Aktuell bedient das Unternehmen vier Segmente: Türsprechstellen für den professionellen Bereich – auch kombiniert mit Briefkastenanlagen –, Notruftelefone in Signalfarben, Aufzug-Notrufe sowie Sprechstellen für die Industrie.

Leitstand 24/7 besetzt

Die Behnke-Gruppe setzt sich aus fünf Unternehmen zusammen. Die Telecom Behnke GmbH ist die Vertriebsorganisation innerhalb der Gruppe. Der Vertrieb in Frankreich und Luxemburg erfolgt über die Tochtergesellschaft Télécom Behnke S.A.R.L. im französischen Forbach. Ebenfalls zur Gruppe gehört die Notrufzentrale Behnke GmbH. Ihr rund um die Uhr besetzter Leitstand nimmt bei Bedarf Notrufe von mehr als 20.000 angeschlossenen Aufzugsanlagen entgegen und organisiert im Notfall schnell die Befreiung von eingeschlossenen Personen.

Die Telefonbau Behnke GmbH entwickelt und fertigt die Sprechstellen, während sich die Behnke Service GmbH um die Betreuung von Bestandskunden und die Akquise neuer Kunden kümmert. Aktuell beschäftigt die Gruppe 45 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von rund 20 Millionen EUR. „Unsere Telefonbau GmbH entwickelt Produkte, kauft Material ein und leistet auch den nötigen Support“, erklärt Christoph Rudig. „Manche Teile lassen wir auch extern von zuverlässigen Partnern aus der Region fertigen.“

Eigener Außendienst

Kunden von Behnke sind – neben mittelständischen Aufzugherstellern – auch Firmen wie Audi oder die ZF-Werke, Kliniken und öffentliche Einrichtungen wie der Deutsche Bundestag. Die Vermarktung der Produkte erfolgt im Direktvertrieb über eigene Außendienstmitarbeiter, gleichzeitig wird aber auch der Großhandel unterstützt. Neben Deutschland, Österreich und der Schweiz vertreibt Telecom Behnke seine Produkte in Frankreich sowie in den Beneluxländern.

Mittels kleiner, regionaler Veranstaltungen macht das Unternehmen ebenso auf sich aufmerksam wie durch Werbung in Printmedien, über Social Media und Newsletter. „Vielleicht präsentieren wir uns demnächst auch wieder auf größeren Messen der Branche“, spricht Ralf Michels über die Zukunft.

Flache Hierarchien

„Falls gewünscht, können wir in Absprache mit unseren Kunden vor Ort auch einen Fern-Support anbieten“, nennt Christoph Rudig einen Weg der digitalen Unterstützung. „Hausintern haben wir ein papierloses Büro und nutzen modernste Kommunikationsmittel.“

Mit dem Fokus auf qualitativ hochwertige und langlebige Materialien setzt Behnke auch Akzente bei der Nachhaltigkeit. Das Gleiche gilt für die Möglichkeit, ältere Sprechstellen durch den Einsatz neuer Komponenten auf die neueste Technologie umzurüsten. Mit seiner Unternehmenskultur setzt das Familienunternehmen auf ganz flache Hierarchien. Christoph Rudig: „Wir pflegen hier im Betrieb einen lockeren Umgang miteinander und gewähren den Mitarbeitern möglichst große Freiräume und viel Eigenverantwortung.“

Auch in den kommenden Jahren möchte sich Behnke innerhalb der Nische bewegen. Ralf Michels: „Für uns haben die Ansprüche unserer Kunden oberste Priorität. Des Weiteren wollen wir prüfen, ob sich Künstliche Intelligenz auch in unsere Sprechstellen integrieren lässt.“ Den Mitarbeitern gerade auch in schwierigen Zeiten ihre Arbeitsplätze zu sichern ist für die beiden Geschäftsführer ebenso Motivation wie die Zufriedenheit der Kunden und das Entwickeln schöner, neuer Produkte für die Kommunikation.

Mehr zum Thema

„Wir machen Erholung zugänglicher“

Interview mit Riccardo Turri, CEO der Starpool s.r.l.

„Wir machen Erholung zugänglicher“

Wellness war lange ein Synonym für Entspannung. Heute geht es zunehmend um Regeneration, Prävention und einen bewussteren Umgang mit Körper und Geist. Die Starpool S.r.l. aus Ziano di Fiemme in…

Zwischen Genuss und Gesundheit: Neue Wege in der Spirituosenwelt

Interview mit Micaela Pallini, Geschäftsführerin der Pallini S.p.A.

Zwischen Genuss und Gesundheit: Neue Wege in der Spirituosenwelt

Die Spirituosenbranche befindet sich im Wandel: Neue Konsumgewohnheiten, steigende Nachfrage nach alkoholfreien Alternativen und wachsende Anforderungen an Nachhaltigkeit prägen den Markt. Gleichzeitig bleiben die Herkunft und die Qualität eines Produkts…

Intelligente Anlagen für anspruchsvolle Projekte

Interview mit Alexander Smeets, Geschäftsführer der LENTZEN Gebäudetechnik GmbH

Intelligente Anlagen für anspruchsvolle Projekte

In Zeiten steigender Energiepreise und wachsender Nachhaltigkeitsanforderungen gewinnt moderne Gebäudetechnik stark an Bedeutung. Unternehmen benötigen Lösungen, die Effizienz, Verlässlichkeit und intelligente Steuerung verbinden. Genau hier positioniert sich die LENTZEN Gebäudetechnik…

Spannendes aus der Region Saarpfalz-Kreis

Kunden zu Fans machen

Interview mit Sebastian Lauer, Gesellschafter und Marius Ollinger, Gesellschafter der ZAHL Gebäudetechnik KG

Kunden zu Fans machen

„Wir wollen Kunden zu Fans machen“ – mit dieser Philosophie führt Marius Ollinger seit 2019 das saarländische Familienunternehmen ZAHL Gebäudetechnik durch unbeständige Zeiten. Vom politisch getriebenen Heizungsboom bis zur aktuellen…

Digital. Ganzheitlich. Mutig.

Interview mit Dr. Wolfram Jost, CEO der Scheer IDS und Chief Technology Advisor der Scheer Group

Digital. Ganzheitlich. Mutig.

Günstiger, schneller, mehr – die Anforderungen im schnelllebigen Zeitalter des 21.Jahrhunderts sind hoch. Digitale Prozesse unterstützen Unternehmen dabei, Strukturen und Prozesse agiler zu gestalten, innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln und so…

Wo Versorgung  zur Zukunftsaufgabe wird

Interview mit Marc Sprengard, kaufmännischer Leiter der Stadtwerke Ramstein-Miesenbach GmbH

Wo Versorgung zur Zukunftsaufgabe wird

Die Energie- und Versorgungsbranche befindet sich im größten Wandel ihrer Geschichte. Die Energiewende, steigende Regulierung, Digitalisierung und veränderte Kundenansprüche stellen Stadtwerke vor enorme Herausforderungen. Als kommunale Infrastruktur­unternehmen gelten sie als…

Das könnte Sie auch interessieren

Die unterschätzte Werbekraft des Briefkastens

Interview mit Mario Geuß, Geschäftsführer der Geuß Werbung GmbH

Die unterschätzte Werbekraft des Briefkastens

Gedruckte Haushaltswerbung gilt vielen als Relikt aus analogen Zeiten: teuer, wenig nachhaltig und verdrängt durch digitale Kanäle. Doch Woche für Woche landen Millionen Prospektpakete in deutschen Briefkästen. Mario Geuß, Geschäftsführer…

Kommunale Stärke im Glasfaserausbau – ein Modell für die Zukunft

Interview mit Simone Roth, Geschäftsführerin der Breitband Main-Kinzig GmbH und Jannik Marquart, Aufsichtsratsvorsitzender der Breitband Main-Kinzig GmbH

Kommunale Stärke im Glasfaserausbau – ein Modell für die Zukunft

Der Main-Kinzig-Kreis zählt heute zu den bestversorgten Regionen Deutschlands – dank eines kommunalen Glasfaserprojekts, das früh begonnen hat und bis heute konsequent weitergeführt wird. Die Breitband Main-Kinzig GmbH investiert seit…

Von Rügen in die Welt: Breit­band für ländliche Regionen

Interview mit Rolf Hoffmann, geschäftsführender Gesellschafter der Kabel + Satellit Bergen Kommunikationstechnik GmbH

Von Rügen in die Welt: Breit­band für ländliche Regionen

Die Kabel + Satellit Bergen Kommunikationstechnik GmbH auf der Insel Rügen ist ein Paradebeispiel für die erfolgreiche Entwicklung von Kommunikationsinfrastruktur in Deutschland. Mit einem klaren Fokus auf technologische Innovation und…

TOP