Ein starker Partner im Rechenzentrum

Interview mit Arnd Krämer, Geschäftsführer der Technogroup IT-Service GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Krämer, Evernex steht für herstellerunabhängige IT-Services aus einer Hand – welche Leistungen bieten Sie im Markt genau an?

Arnd Krämer: Der Großteil unseres Tätigkeitsspektrums entfällt auf das klassische Third-Party-Maintenance-Business, wo wir unsere Kunden vornehmlich im Rahmen von SLAs bei der Wartung und Reparatur ihres IT-Equipments unterstützen. Neben einer unbedingten Zuverlässigkeit sowie unserer ausnahmslosen Verfügbarkeit rund um die Uhr liegt ein weiterer wichtiger Schlüssel hierbei in unserer globalen Abdeckung. Denn viele unserer Kunden – sowohl Konzerne wie namhafte Automobilhersteller oder große Mittelstandsunternehmen – sind selbst weltweit aktiv und benötigen deshalb einen starken globalen IT-Partner an ihrer Seite. Darüber hinaus engagieren wir uns mit zahlreichen Value Added-Services, insbesondere im IMAC-Bereich, um unseren Kunden erforderlichenfalls sämtliche Leistungen aus einer Hand anzubieten und ihnen die im IT-Umfeld anfallende Komplexität gänzlich abzunehmen, wenn sie dies wünschen.

Ein weiteres wichtiges Tätigkeitsfeld liegt in unserem Handel mit IT-Produkten, deren Komponenten wir gezielt ankaufen und dann entweder als Ersatzteile im Refurbishmentoder Reparaturprozess einsetzen oder an andere Kunden weiterverkaufen – darin sehen wir zudem einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer vollständig nachhaltigen IT-Landschaft.

Wirtschaftsforum: Wie grün ist die IT in Ihrem Unternehmen mittlerweile?

Arnd Krämer: Global gesehen stellt das anhaltende enorme Wachstum der IT-Branche die weltweiten Sustainability-Ziele sicherlich vor eine große Herausforderung – denn inzwischen ist der CO2-Ausstoß von IT-Equipment höher als der des gesamten Luftverkehrs. Der Großteil der Emissionen fällt in unserem Wirtschaftssegment jedoch bei der Gewinnung der Rohstoffe sowie bei der Herstellung der jeweiligen Komponenten an und nicht im laufenden Betrieb. Durch unseren klaren Fokus auf Refurbished-Ersatzteile trägt Evernex zu einer nachhaltigen Verlängerung des Lebenszyklus von IT-Equipment bei, was nicht zuletzt der hochwertigen Qualität der Produkte der OEMs geschuldet ist. Selbstverständlich unterstützen wir unsere Kunden inzwischen auch im CSR-Reporting.

Wirtschaftsforum: Seit 2020 gehört Technogroup der französischen Evernex-Gruppe an. Welche Möglichkeiten ergeben sich aus der neuen Unternehmensstruktur?

Arnd Krämer: Technogroup hatte bis dato bereits über 30 Jahre hinweg ein kontinuierliches Wachstum zu verzeichnen und in diesem Zuge durch eine sukzessive Erweiterung seines Maintenance- und Vertriebsnetzes mit mehreren Niederlassungen im gesamten DACH-Raum sein geografisches Einzugsgebiet systematisch ausgebaut. Wenn wir Server unserer Kunden unter Vertrag nahmen, die sich im Ausland befanden, konnten wir entsprechende Monitoring- und Reparaturtätigkeiten jedoch nur über Unterauftragnehmer abbilden. Durch die globalen Aktivitäten von Evernex sind wir jedoch inzwischen in 44 Ländern präsent und können aufgrund einer effektiven Matrixstruktur auch intern wichtige Innovationen noch stringenter vorantreiben.

Wirtschaftsforum: Welche Veränderungen haben Sie dabei genau im Blick?

Arnd Krämer: Immer mehr Kunden wünschen sich für ihre IT-Lösungen einen Single Point of Contact, bei dem sich verschiedenste Themen bündeln. Dadurch lassen sich die kundenseitigen Prozesse merklich vereinfachen – und gerade viele mittelständische Unternehmen können und wollen keine eigenen Abteilungen für die Wartung und Erneuerung ihres IT-Equipments unterhalten, sondern sich einfach auf eine transparente und nahtlose Lösung verlassen. Die Third-Party Maintenance wird ohne Frage unser Hauptgeschäftsfeld bleiben, aber auch wir werden unser Leistungsspektrum im Konzert mit Evernex um weitere Angebote ergänzen, um unsere Kunden noch holistischer zu unterstützen. Darüber hinaus wollen wir auch unsere bestehenden Prozesse weiter vereinfachen und bisweilen automatisieren, sodass unsere Kunden noch nahtloser ihre Verträge bei uns anlegen und unsere Leistungen abrufen können.

Wirtschaftsforum: Welche Ziele möchten Sie dabei in den nächsten Jahren erreichen?

Arnd Krämer: Derzeit treten wir als größter Third-Party-Maintenance-Anbieter im DACH-Raum und drittgrößter Player weltweit auf. Wir haben das klare Ziel, auch global auf den ersten Platz zu avancieren – aber nicht aus Eitelkeit oder falsch verstandenem Wettbewerbsdenken, sondern vielmehr, um unsere Kunden auf der ganzen Welt noch umfassender unterstützen zu können. Unverzichtbar ist dafür selbstverständlich unser erstklassiges Team, weshalb wir unsere Unternehmenskultur mit unserem Chief Cultural Officer umfassend weiterentwickelt haben, um auch langfristig als attraktiver Arbeitgeber auftreten und uns das gesamte Know-how all unserer Mitarbeiterinnen konsequent zunutze machen zu können. Denn ohne ihre Kreativität hätten wir dieses starke Wachstum und eiserne Commitment zur Green IT niemals umsetzen können.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

Gründergeist trifft Arzneipflanze

Interview mit Dr. Adrian Fischer, Geschäftsführer DEMECAN Holding GmbH

Gründergeist trifft Arzneipflanze

Medizinisches Cannabis stellt hohe Anforderungen an Qualität und Herstellung. Die DEMECAN Holding GmbH verbindet dafür pharmazeutisches Know-how mit eigener Produktion in Deutschland. Im Gespräch erläutert Geschäftsführer und Mitgründer Dr. Adrian…

Glasfaser mit kurzen Wegen

Interview mit Marc Blechschmidt, Geschäftsführer der FNOH-DSL Südheide GmbH

Glasfaser mit kurzen Wegen

Was 2004 als private Initiative für eine Internetversorgung per Funk begann, ist heute ein regionaler Glasfaserversorger. Die FNOH-DSL Südheide GmbH plant, baut und betreibt ihre Infrastruktur selbst. Geschäftsführer Marc Blechschmidt…

Recycling, das sich auszahlt

Interview mit Andreas Gietzen, Geschäftsführer der HAHN Kunststoffe GmbH

Recycling, das sich auszahlt

Kreislaufwirtschaft bedeutet, Ressourcen neu zu denken: Was für den einen Abfall ist, kann für den anderen ein wertvoller Rohstoff sein. Lange bevor Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung zu zentralen Zukunftsthemen wurden, hat…

Spannendes aus der Region Main-Taunus-Kreis

Führungslücke im Mittelstand: Was jetzt zählt

Interview mit Sebastian Reckers, Geschäftsführer der Reckers & Griesbach GmbH

Führungslücke im Mittelstand: Was jetzt zählt

Nachfolgeprozesse sind selten rein organisatorische Routinen. Sie berühren Identität, Kontrolle und die Zukunft eines Unternehmens. Für Sebastian Reckers, Geschäftsführer der Reckers & Griesbach GmbH aus Eschborn, steht fest: „Eine Nachfolge…

Eine Sprache für die vernetzte Welt

Interview mit Sebastian Hilscher, CEO der Hilscher Gesellschaft für Systemautomation mbH

Eine Sprache für die vernetzte Welt

Maschinen reden nicht, sie kommunizieren. Und zwar rund um die Uhr, in Sekunden und über unterschiedliche Netzwerke hinweg. Damit das zuverlässig funktioniert, setzt die Industrie auf leistungsfähige Kommunikationstechnologien. Markführer auf…

Ideen, die kleben bleiben

Interview mit Bernhard Sürth, Managing Director Dymax Europe und Virginia Hogan, Global Business Development Senior Manager der Dymax Corporation

Ideen, die kleben bleiben

Die Lösungen von Dymax stehen bei ihren Anwendern selten im Fokus – und doch könnte ohne sie kaum ein Flugzeug gewartet, kaum eine Spritze hergestellt und kaum ein Automobilsensor montiert…

Das könnte Sie auch interessieren

Digitales Rückgrat des ­Autohandels

Interview mit Wolfgang Frank Pelousek, Geschäftsführer der VAPS GmbH

Digitales Rückgrat des ­Autohandels

Die VAPS GmbH in Isernhagen bei Hannover sorgt dafür, dass Autohäuser digital handlungsfähig bleiben – von der ‘Nabelschnur’ zum Hersteller bis zu Cloud-Services. In einem Markt mit sinkenden Margen werden…

Kommunale Stärke im Glasfaserausbau – ein Modell für die Zukunft

Interview mit Simone Roth, Geschäftsführerin der Breitband Main-Kinzig GmbH und Jannik Marquart, Aufsichtsratsvorsitzender der Breitband Main-Kinzig GmbH

Kommunale Stärke im Glasfaserausbau – ein Modell für die Zukunft

Der Main-Kinzig-Kreis zählt heute zu den bestversorgten Regionen Deutschlands – dank eines kommunalen Glasfaserprojekts, das früh begonnen hat und bis heute konsequent weitergeführt wird. Die Breitband Main-Kinzig GmbH investiert seit…

Anders denken und überzeugen

Interview mit Anke Tennigkeit, Vorstand der innovIT AG

Anders denken und überzeugen

Die Bedeutung von Rechenzen­tren wächst kontinuierlich, da sie die Grundlage für digitale Infrastrukturen und datengetriebene Anwendungen bilden. Besonders modulare Rechenzentren, die eine flexible, skalierbare und schnelle Bereitstellung von IT-Kapazitäten ermöglichen,…

TOP