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Taxiwerbung: Immer da, wo viele Menschen sind

Interview mit Falk-Thilo Röbbelen und Ralf A. Johansson, Geschäftsführer der TAXi-AD GmbH

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Wirtschaftsforum: Herr Johansson, Herr Röbbelen, TAXi-AD macht preisgekrönte Taxiwerbung. 2018 haben Sie beim Deutschen Exzellenzpreis den ersten Platz erreicht – womit haben Sie ihn sich verdient?

Falk-Thilo Röbbelen / Ralf A. Johansson: Mit einer sehr modernen wie letztlich simplen Idee, die die Möglichkeiten der Digitalisierung im städtischen Raum nutzt: Nämlich Werbung auf Taxen mit zwei seitlich ausgerichteten Monitoren, die das Werbemotiv des Kunden nach Ort, Zeit und Wetter ausstrahlen kann. Mit einem integrierten PC und einem Server, auf den die Fahrzeuge zugreifen, erhält der Kunde seine gebuchten Einblendungen durch alle im Netz befindlichen Taxen, die in das Zielgebiet zu der richtigen Uhrzeit einfahren. Damit wird Taxiwerbung attraktiv für KMU, die vielleicht nur ihre eine Location bewerben wollen.

Wirtschaftsforum: Einmal auf den Punkt gebracht – was kann Taxiwerbung, was andere Werbemedien nicht oder weniger gut können?

Falk-Thilo Röbbelen: Taxiwerbung war immer schon ein extrem kontaktstarkes Medium, da der Fahrer das gleiche Interesse wie der Werbekunde hat. Er will dort sein, wo viele Menschen sind, um die Chance eines zusteigenden Fahrgasts zu erhöhen. Die flexible Mobilität war also Segen, aber auch Fluch, da nicht vorauszusehen ist, wo das Taxi wann ist. Das haben wir nun bereinigt, da wir davon ausgehen, dass die Taxen sich so viel bewegen, dass fast jeder Einblendungswunsch erfüllt werden kann. Wenn ich also als Eisdiele in der Osterstraße in Hamburg nur im Umkreis von 1 km um meinen Laden, nur bei Sonnenschein und zwischen 11 und 16 Uhr werben möchte, dann kann ich das buchen und zwar unschlagbar günstig ab 99 EUR monatlich für 200 Einblendungen täglich.

Wirtschaftsforum: Wenn Sie an besonders erfolgreiche Werbekampagnen denken, welche Taxi-Ads kommen Ihnen in den Sinn?

Ralf A. Johansson: Viele. Jeder Kunde, der wiederkommt, mehrfach bei uns bucht und damit bestätigt, dass seine Kampagne erfolgreich war, ist natürlich auch ein Erfolg für uns. Und hier kann ich diverse nennen, seien es die Hamburger Musicals, seien es erfolgreiche Möbelhäuser wie Möbel Kraft oder Segmüller, sei es Mastercard, Facebook oder die Gelben Seiten. Aber auch digital haben wir schon spannende Kunden, sei es die Messe Frankfurt, die Hamburger Hochbahn, DEKRA oder die großartige Marke Hard Rock Café.

Galerie | TAXi-AD GmbH

Wirtschaftsforum: Wie genau funktioniert eigentlich Ihre digitale Taxi-Werbung?

Falk-Thilo Röbbelen: Der Kunde bucht keine Taxen mehr, sondern eine Anzahl Einblendungen täglich, die auf allen Taxen ausgespielt werden, die den Vorgaben des Kunden nach Ort, Zeit und/oder Wetter entsprechen. Alle Taxen in einem Netz sind mit einem PC mit dem Server verbunden, die sich regelmäßig austauschen. So weiß der Algorithmus, wie viele Einblendungen auf allen Taxen ein Kunde bereits erhalten hat und kann die Prioritäten verschieben. Kunden mit starken Einschränkungen erhalten somit höhere Prioritäten, sodass auch deren Einblendungen erreicht werden. 

Wirtschaftsforum: Wie unterstützen Sie Ihre Kunden dabei, die passende Werbemaßnahme für ihr Produkt oder Event zu finden?

Ralf A. Johansson: Zunächst einmal bieten wir neben den diversen Möglichkeiten moderner und traditioneller Taxiwerbung auch Ambient Medien über die Firma Bewegende Werbung an. Hier hat der Kunde die Auswahl, je nach Zielgruppe zum Beispiel auf Reinigungsbügeln in Textilreinigungen oder auf Golfplätzen, in Fahrschulen oder in Fitnessstudios zu werben. Alles bundesweit oder zielgenau aussteuerbar. Markenkunden brauchen keine Unterstützung. Sie sind mit ihren Kreativ- und Mediaagenturen gut aufgestellt. Die teilweise sehr kleinen mittelständischen Unternehmen aus Gastronomie und Einzelhandel aber auch kleinere Kanzleien et cetera freuen sich über unsere professionelle Unterstützung bei der Motivwahl. Das wird gerne genutzt.

Wirtschaftsforum: Herr Röbbelen, neben dem Unternehmertum ist Ihre zweite Leidenschaft das Schreiben. Ihr historischer Roman HAMBURGISIERUNG zeigt das Hamburg um 1936 auf. Wie kam es dazu, dass Sie unter die Autoren gingen und was ist die Intention und der Inhalt Ihres Buches?  

Falk-Thilo Röbbelen: Ich lese selbst gerne und viel – insbesondere auch historische Romane. Dabei fasziniert mich unter anderem die Zeit des Nationalsozialismus, die meine Eltern noch erlebt haben. Immer und immer wieder habe ich mich gefragt, warum konnte es zu dieser Katastrophe kommen. Warum ist ein Volk diesen Verbrechern hinterhergelaufen. Und kann sich Geschichte wiederholen? Und damit auch die Frage: Wie gefährlich sind die heutigen rechtsradikalen Kräfte?

Das Buch beginnt 1936 in Hamburg und begleitet zwei Jungs, Helmut und Hans, der Jude ist. Immer restriktiver werden die Repressionen der Nazis und irgendwann muss sich Helmut entscheiden, ob er in den Widerstand geht, um Hans zu retten. In einem zweiten Handlungsstrang geht es um die parallele Entwicklung des Radars in England und Deutschland und um eine Kommandoaktion der Engländer, die 1942 versucht haben, ein deutsches Radargerät in Nordfrankreich abzubauen und nach England zu schaffen. All diese Geschichten führen später zusammen.

Die detaillierte Recherche und der korrekt wiedergegebene geschichtliche Hintergrund sind mir dabei sehr wichtig. Ein großartiges Hobby, insbesondere natürlich, wenn das Feedback so positiv ist, wie ich das erlebe. Leider habe ich zu wenig Zeit, um mehr zu schreiben.  

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