Elektromobilität leicht gemacht

Interview mit Michael Erbar, Geschäftsführer der Stöhr GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Erbar, was sind heute die wichtigsten Produktbereiche von Stöhr?

Michael Erbar: Nach wie vor sind Verteilerschränke und Schutzschränke für Flächenheizsysteme Hauptprodukte für uns. Ebenfalls ein wichtiges Standbein sind Schutzschränke für Gasflaschen. Darüber hinaus gehören zu unserem Programm noch Stanzteile, Desinfektionsstelen sowie Fahrradgaragen, Ladestationen und Ladeschließfächer. Getrieben durch das Thema Nachhaltigkeit verzeichnen wir eine steigende Nachfrage nach Produkten für die Elektromobilität, wie zum Beispiel nach Wallboxen oder Standladesäulen.

Wirtschaftsforum: Das heißt, Nachhaltigkeit ist ein Treiber für neue Entwicklungen und Innovationen?

Michael Erbar: Absolut. Die Elek-tronik ist ein wichtiger Wegbereiter für mehr Nachhaltigkeit. Die Integration und Vernetzung der Energiethemen zu einem integrierten Energiemanagement ist das zentrale Thema.

Wirtschaftsforum: Auf welche Branchen und Regionen konzen-trieren Sie sich?

Michael Erbar: Wir richten uns sowohl an die Industrie als auch an Versorger. Mit rund 90% Anteil am Geschäftsvolumen ist Deutschland unser wichtigster Markt, insbesondere im Bereich der Elektromobilität. Deutschland ist im internationalen Vergleich sehr stark. Außerhalb unseres Heimatmarktes konzentrieren wir uns vor allem auf die Nachbarländer, Frankreich, Skandinavien und England.

Wirtschaftsforum: Wo sehen Sie Stöhr am Markt, im Vergleich zu Wettbewerbern?

Michael Erbar: Wir brauchen uns technologisch vor den großen Namen nicht zu verstecken, auch wenn diese die Benchmarks am Markt setzen. In der Blechbearbeitung sind wir Partner großer OEMs.

Wirtschaftsforum: Stöhr ist bereits seit mehreren Jahrzehnten am Markt. Was macht das Unternehmen so erfolgreich?

Michael Erbar: Wir sind für unsere Kunden erreichbar, beraten sie bestmöglich nach ihren Bedürfnissen und nicht verkaufsorientiert. Wir verfügen über fundiertes Know-how und können somit auf Augenhöhe mit unseren Kunden sprechen. Bei uns geht es nicht in erster Linie um Verkauf, sondern um langfristige partnerschaftliche Beziehungen. Wir beraten zum Beispiel unsere Kunden rund um ihre Ladeparks zu Varianten und Nutzen, bieten die nötige Hardware sowie auch Komponenten für das Lastmanagement mit an. Über all die Jahre sind wir uns und dem, was wir können, treu geblieben und haben nie unsere Bodenständigkeit verloren.

Wirtschaftsforum: Was haben Sie sich für das Jahr 2023 vorgenommen?

Michael Erbar: Grundsätzlich warten wir ab, wie sich Situation in der Ukraine entwickelt. Wir sind vorsichtig optimistisch, gehen aber aufgrund der weltpolitischen Lage und den damit verbundenen wirtschaftlichen Konsequenzen maximal von einem moderaten Wachstum aus. Wir werden weiter an unseren E-Mobility-Produkten arbeiten und hier auch einige neue Lösungen auf den Markt bringen. In diesem Bereich sehen wir vielversprechende Perspektiven. Ein entscheidender Faktor für weiteres Wachstum ist allerdings das Thema Recruiting. Um zu wachsen, brauchen wir entsprechende Talente. Es ist nicht einfach, diese am Markt zu bekommen.

Wirtschaftsforum: Was ist Ihr langfristiges Ziel für Stöhr?

Michael Erbar: Wir möchten uns in Deutschland in unserem Bereich zu einem führenden Player in der Elektromobilität entwickeln. Im letzten Jahr haben wir unseren Umsatz in diesem Bereich verdoppelt. Wir sind zuversichtlich, dass wir uns in diesem Marktsegment entsprechend etablieren können.

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