Mit Grenzpendlern gegen den ­Fachkräftemangel

Interview mit Danilo Baldauf, Geschäftsführer der Starke Jobs GmbH & Co. KG

Der Werdegang von Starke Jobs beginnt ungewöhnlich bodenständig: Firmengründer Danilo Baldauf startete 2008 als selbstständiger Fleischzerleger, bevor er in seinem Heimatort eine Zeitarbeitsfirma aufbaute. „Wir haben mit einem Drucker, einem Praktikanten und mir selbst angefangen“, blickt Danilo Baldauf zurück. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 15 interne Mitarbeiter und etwa 250 externe Arbeitskräfte.

Personalengpässe lösen

Entscheidender Erfolgsfaktor ist die Spezialisierung auf Arbeitskräfte aus Tschechien und Polen. „In Marienberg bekommen wir fast kein Personal mehr vor Ort, deshalb haben wir alles darauf ausgerichtet, gut qualifizierte Leute aus den Nachbarländern zu rekrutieren“, erklärt Danilo Baldauf. Viele pendeln täglich über die Grenze, weil deutsche Arbeitsverträge, Gehälter und Sozialstandards attraktiv sind.

Breites Dienstleistungsspektrum

Starke Jobs positioniert sich klar an den Bedarfen regionaler Industrien. Das Kerngeschäft sind Produktionshelfer, Maschinenbediener und Logistikpersonal. Auch Lkw‑Fahrer werden vermittelt, ein Bereich mit massivem europäischem Arbeitermangel. Für Unternehmen ist das Modell reizvoll: „Es ist für viele ein großes Recruiting‑Tool. Sie bestellen Personal – und wenn wir liefern können, sind die Leute da“, so Danilo Baldauf. Die hohe Übernahmequote zeigt, dass der Fit meist stimmt.

Digitalisierung als Vorteil

Unternehmensprozesse sind weitgehend digitalisiert. Die organische Reichweite in Tschechien, Social Media‑Kampagnen und Google-Werbung sorgen für einen stetigen Bewerberstrom. Gleichzeitig setzt das Unternehmen auf intensiven persönlichen Support. „Wir übernehmen vieles, was für ausländische Bewerber schwierig ist – von Steuer-ID bis Krankenkasse“, sagt Danilo Baldauf. Zusätzlich investiert Starke Jobs in digitale Schulungsplattformen und Qualifizierungen in tschechischer und polnischer Sprache.

Herausforderungen meistern

Die Firma hat mehrere Krisen durchlebt, besonders die Pandemiejahre. Der plötzliche Wegfall von Aufträgen und Grenzschließungen belastete Kunden wie Mitarbeiter „Wir standen gefühlt alle zwei Wochen vor der nächsten Katastrophe“, erinnert sich Danilo Baldauf. Dennoch blieb das Unternehmen stabil – auch dank Anpassungsfähigkeit und engem Austausch mit den Betrieben.

Strategischer Blick nach vorn

Branchenverschiebungen könnten künftig neue Felder öffnen, etwa in der Pflege oder Logistik. „Man muss immer in Bewegung bleiben. Wenn man stehen bleibt und etwas funktioniert plötzlich nicht mehr, ist man weg“, schließt Danilo Baldauf.

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