Daten, die bewegen

Interview mit Sebastian Stute, Geschäftsführer der SmartMakers GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Stute, mit seinen einfach einsetzbaren IoT-Tracking- und Remote-Monitoring-Lösungen will SmartMakers die Geschäftsabläufe seiner Kunden beschleunigen und vereinfachen – wie genau stellen Sie das an?

Sebastian Stute: Als Track-and-Trace-Spezialist stellen wir unseren Kunden Echtzeitdaten von Betriebsmitteln zur Verfügung, für die meistens noch keine verlässlichen Informationen vorliegen: etwa zu Ladungsträgern, Boxen und Kisten, aber auch zu Komponenten, die direkt in das jeweilige Endprodukt einfließen: Zu unseren Kunden zählen etwa Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen oder Betonpumpen, die unsere Tracking-Lösungen direkt an ihren Chassis anbringen. So können logistische Kreisläufe im eigenen Betrieb auch über mehrere Produktionsstandorte hinweg und im Wechselspiel mit Lieferanten besser nachvollzogen sowie Montage- und Fertigungsprozesse feingliedriger gesteuert werden. 

Wirtschaftsforum: Mit welchen Informationen versorgen Sie Ihre Kunden dabei genau? 

Sebastian Stute: Die von uns zur Verfügung gestellten Daten umfassen nicht nur den Standort des jeweiligen Bauteils oder Ladungsträgers, sondern auch wichtige Informationen zu Verweil- und Durchlaufzeiten oder zum Condition Monitoring beim Transport – zum Beispiel, ob ein Röntgengerät auf seinem Weg von Jena nach China wirklich durchgehend wie vorgesehen in aufrechter Position befördert wird. Im Rahmen von Produktionsprozessen sorgen derweil Echtzeitalarmmeldungen dafür, dass immer ausreichend Komponenten und Transportbehältnisse bereitstehen. 

Wirtschaftsforum: Daten zu haben, ist das Eine – sie sinnvoll zu nutzen, ist aber noch einmal eine ganz andere Herausforderung. 

Sebastian Stute: Dazu haben wir inzwischen eine eigene Anwendungsplattform entwickelt, auf der die entsprechenden Produktions- und Logistikprozesse zielgerichtet gesteuert und koordiniert werden können – natürlich mit entsprechenden Schnittstellen zu einschlägigen Transportmanagementsystemen, sodass eine nahtlose Verwaltung der gesamten Betriebsabläufe möglich wird. Perspektivisch sehen wir durch die KI noch zahlreiche weitere Möglichkeiten, um die Komplexität in diesem Kontext weiter zu reduzieren. Viele unserer Kunden wünschen sich etwa eine einfache Frage-Antwort-Interaktion in natürlicher Sprache. Daran arbeiten wir bereits – und schon heute können wir mit unseren bestehenden Lösungen zahlreiche Betriebsabläufe wie die Buchung von Wareneingängen oder die Verwaltung von Transportkisten merklich vereinfachen, damit unsere Kunden ihre Mitarbeiter für wirklich wertschöpfende Prozesse einsetzen können. Obwohl das Thema Tracking-Technologie inzwischen eine weite Verbreitung gefunden hat, ist vielen Kunden noch gar nicht bewusst, dass es dafür mit unserem Angebot auch im Logistikkontext eine einfache, zielgerichtete Lösung gibt. Dieses Bewusstsein möchten wir in nächster Zeit weiter schärfen. 

Wirtschaftsforum: Welche Ziele streben Sie derweil für die kommenden Jahre an? 

Sebastian Stute: Die Hardware-Peripherie wie etwa unsere Tracker sowie die weiteren Elektronikkomponenten werden immer günstiger, leistungsfähiger und damit auch energieeffizienter. Das ermöglicht längere Laufzeiten und somit wiederum eine Einsetzbarkeit zu geringeren Kosten, was die Anschaffungsbarrieren in Zukunft immer weiter senken wird. Heute bewegen wir uns noch hauptsächlich im High-Mix-Low-Volume-Markt, der vornehmlich durch die auftragsspezifische Fertigung von komplexen Bauteilen geprägt ist – demgemäß stammen die meisten unserer Kunden aus den Bereichen Sondermaschinen- und -fahrzeugbau, Medizintechnik, Aerospace und Rüstung. Perspektivisch sehen wir aber auch für klassische B- und C-Teile ein interessantes Anwendungsfeld für unsere Technologie. 

Wirtschaftsforum: Welche weiteren Veränderungen wird zudem die KI mit sich bringen? 

Sebastian Stute: Der allgemeine KI-Push führt zu einem noch viel größeren Hunger nach Daten – und SmartMakers ist der ideale Datenlieferant, da wir Informationen direkt von den jeweiligen Assets zur Verfügung stellen können. Aus dieser Kombination von KI und Echtzeitdaten wird ein mächtiges Werkzeug entstehen, um auch komplexeste Sachverhalte einfach zusammenzufassen und aufzubereiten. Schon heute lässt sich mit unserer Software gut nachvollziehen, wie sich einzelne Sendungen bewegt haben – ein bisschen Komplexität besteht jedoch weiterhin, da man die jeweiligen Elemente ja immer noch anklicken und die entsprechenden Informationen verarbeiten muss. Die große Vereinfachung wird kommen, wenn wir morgens einen automatisierten Bericht generieren können, in dem in natürlicher Sprache geschildert wird, wie viele Transporte on time sind, wo möglicherweise Verzögerungen auftreten werden und woran diese mutmaßlich liegen. Auch daran arbeiten wir bereits. Wir sind überzeugt, dass sich der Markt in den kommenden fünf bis zehn Jahren stark in Richtung automatisierter, datengetriebener Entscheidungen entwickeln wird – und Technologien wie unsere werden dabei eine zentrale Rolle spielen. Mit unserer langjährigen Markterfahrung und der klaren Fokussierung auf Echtzeitdaten schaffen wir schon heute die Grundlage für diesen Wandel.

Wirtschaftsforum: Wie ist SmartMakers langfristig aufgestellt, um von der Marktentwicklung zu profitieren?

Sebastian Stute: SmartMakers ist heute Teil der internationalen Zenner Gruppe – und damit eingebettet in ein starkes, langfristig denkendes Unternehmens-umfeld mit klarer strategischer Ausrichtung. Das gibt uns nicht nur finanzielle Stabilität, sondern auch Zugang zu einem umfassenden Technologie- und Partnernetzwerk, das wir gezielt für unsere Weiterentwicklung nutzen können.

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