40 Jahre Leidenschaft für Sport und Technologie

Interview mit Thomas Seifert, Geschäftsführer der SIGMA-ELEKTRO GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Seifert, vielen Radfahrern ist der Name SIGMA ein Begriff. Warum sollte ein Radfahrer ein Produkt von Ihnen kaufen?

Thomas Seifert: Die Marke SIGMA steht für fast 40 Jahre Leidenschaft für Sport und Technologie. Ich glaube nicht, dass es ein anderes Unternehmen gibt, das so viel Erfahrung in unserer Branche hat wie wir. Wir haben eine sehr gute Mischung aus langjährigen, erfahrenen Mitarbeitern und jüngeren Menschen mit exzellenten IT- und IOT-Kenntnissen. Smarte Technologien, Konnektivität und E-Bike-Kompatibilität sind sehr wichtige Felder, auf denen wir gut aufgestellt sind und die sicherlich wesentlich zur Qualität unserer Produkte beitragen.

Wirtschaftsforum: Mit welchen Produkten punktet SIGMA beim Verbraucher? Beschreiben Sie uns bitte Ihr Portfolio.

Thomas Seifert: Von unseren drei Produktgruppen Bikecomputer, Fahrradbeleuchtung und Wearables – also Pulsuhren oder Sportuhren – sind die beiden erstgenannten die wichtigsten.

Ein ganz wichtiger Bereich sind unsere GPS-Produkte, zum Beispiel der ROX 12.0., ein Navigationsgerät mit Kartenführung. Zu erwähnen sind auch unsere ganz neuen Modelle ROX 2.0, ROX 4.0 und ROX 11.1 Evo – ebenfalls GPS-Produkte. Sie überzeugen durch ihre technischen Komponenten, ihre einfache Bedienung sowie durch ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis. Zu diesen Produkten gibt es auch eine App. Diese GPS-Produkte funktionieren natürlich auch ohne die App, sie ermöglicht jedoch die Auswertung der erfassten Daten, die Verbindung mit anderen Geräten und das Teilen via Social Media. Doch auch die einfachen Fahrradcomputer ohne GPS haben nach wie vor ihre Berechtigung. Hier bedienen wir das Preissegment zwischen 20 und 100 EUR. Einen ebenso hohen Stellenwert hat für uns das Thema Fahrradbeleuchtung, nicht zuletzt wegen des Sicherheitsaspekts. Hier möchte ich auf unsere Frontleuchten-Linie AURA verweisen und unser Rücklicht Blaze, das gerade Sieger bei der Stiftung Warentest geworden ist. International vertreiben wir die sogenannte BUSTER-Linie. Diese unterschiedlichen Linien gibt es, weil in Deutschland ganz bestimmte Anforderungen an Fahrradbeleuchtungen gestellt werden. Nicht zuletzt liegt ein großer Fokus auf dem stark wachsenden Segment E-Bike mit Remote-Controls und Displays aus der SIGMA EOX-Serie.

Wirtschaftsforum: Wie sehen die Strukturen der SIGMA-Elektro GmbH aus?

Thomas Seifert: Wir sind ein mittelständisches Familienunternehmen mit vier Menschen in der Geschäftsführung. Klaus- Peter Schendel gründete das Unternehmen im Jahr 1982 und entwickelte den ersten digitalen Bikecomputer. Er ist als Eigentümer operativ nicht mehr aktiv, schaut aber immer mal wieder gerne vorbei. Sein Sohn Robin Schendel kümmert sich um die Produktentwicklung, Sven Kageler um Technik, Qualität und Produktion. Als vierter Geschäftsführer bin ich verantwortlich für Marketing, Vertrieb, Finanzen, Sourcing, Human Ressources und IT. Dazu gehört auch die strategische Entwicklung, die wir gemeinsam im Team vorantreiben. An unserem Hauptsitz in Neustadt arbeiten 150 Menschen. Hier sind Geschäftsführung, Vertrieb, Produktentwicklung, Marketing, Finanzen und Konfektionierung angesiedelt. Weiter haben wir ein Büro in Hongkong mit zehn Mitarbeitern sowie im chinesischen Shenzhen mit 20 Beschäftigten. 60% unseres Umsatzes machen wir in Deutschland. Wir wollen uns künftig jedoch stärker im Ausland, vor allem in Frankreich, Italien, den Beneluxländern, Spanien, UK und in den USA engagieren.

Wirtschaftsforum: Wie erreichen Sie Ihre Kunden? Welche Marketingkanäle nutzen Sie?

Thomas Seifert: Wir verstärken gerade unsere Pressearbeit. SIGMA würde ich aktuell noch als ʻHidden Championʼ bezeichnen, den wir als Marke mehr in das Bewusstsein der Fahrradfahrer rücken wollen. Deshalb arbeiten wir seit Kurzem auch mit einer Agentur zusammen, um SIGMA als Marke noch stärker zu etablieren. Daher wollen wir uns neben der Präsenz in den Printmedien auch digital noch stärker engagieren. Wir werden künftig mit vier Markenbotschaftern zusammenarbeiten. Neu ist die Kooperation mit dem 14-fachen Tour de France-Etappensieger Marcel Kittel. Unsere drei weiteren Markenbotschafter sind die niederländische Cross Country-Spezialistin Anne Terpstra, der fünffache Cape Epic-Sieger Mountainbiker Karl Platt und das 22-jährige kenianische Ausnahmetalent Salim Kipkemboi, der für das deutsche UCI Continental Team Bike Aid fährt.

Wirtschaftsforum: Wo soll es für SIGMA in der Zukunft hingehen?

Thomas Seifert: Wir haben uns als Ziel gesetzt, das beste Unternehmen im Bereich Bikecomputer und Bikebeleuchtung zu sein. Hier wollen wir weiter mit smarten Technologien, innovativen Produkten, Sicherheit und Konnektivität punkten. Außerdem möchten wir Menschen aller Altersstufen für das Fahrradfahren begeistern. Zum einen, weil wir selbst leidenschaftlich gerne mit dem Rad unterwegs sind, aber auch, weil Fahrradfahren die Gesundheit fördert und das Rad das nachhaltigste Verkehrsmittel ist.

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