Die Zukunft des Lagerwesens

Interview mit Ing. Alfred Altmann, Geschäftsführer der SIBA System Integration GmbH

„Für unser aktuell starkes Wachstum sind verschiedene Faktoren ausschlaggebend“, betont Geschäftsführer Ing. Alfred Altmann. „Davon ist jedoch der massive Anstieg der Grundstückspreise in den letzten Jahren zweifellos der wichtigste. Während Lagerhaltung vor 20 Jahren noch als finanzielle Belastung galt, ist das finanzielle Argument für unsere Lösungen angesichts der rapide steigenden Preise heute nicht mehr entscheidend.“

Effizienz durch Technologie

Das Lager der Zukunft ist wieder gefragt, da Unternehmen bemüht sind, ihre Lieferketten nach den Störungen der jüngsten Vergangenheit zu stabilisieren. Unternehmen suchen nach maximaler Effizienz bei ihren Investitionen. Laut Alfred Altmann hat sich die Rechnung zugunsten der von SIBA angebotenen Lösungen stark verschoben.

„Ein manuelles Lager mit Platz für 10.000 Paletten benötigt eine Fläche von mindestens 6.500 m². Mit unserer Automatisierungstechnik können dieselben Paletten auf nur 2.500 m² untergebracht werden. Wir sparen Platz, indem wir schmalere Gänge nutzen und in die Höhe bauen. Durch die geringere Grundfläche entsprechen die Kosten denen eines manuellen Lagers, wodurch die Amortisation keine Frage mehr ist.“

Innovation und Präzision

Die Regalbediengeräte, die die Kerntechnologie von SIBA darstellen, bewegen sich schnell und effizient durch die engen Gänge. Auf Schienen montiert, sind sie für die Ein- und Auslagerung der Waren verantwortlich. Im Gegensatz zu menschlichen Arbeitskräften arbeiten sie unabhängig von Temperatur und Lichtverhältnissen.

„Wir können die Vorteile des automatisierten Lagers voll ausschöpfen. Wenn wir den Raum nur auf sechs Grad heizen müssen und auf Beleuchtung verzichten können, lassen sich die Kosten erheblich senken“, erläutert Alfred Altmann. Dank kontinuierlicher Weiterentwicklungen sind die Regalbediengeräte immer leistungsfähiger geworden. „Sie können eine Nutzlast bis zu 24 t bewegen“, fügt der Geschäftsführer hinzu. „Das ist heute Standard, war aber vor 20 Jahren noch undenkbar.“

Zielgruppenorientierte Strategien

Traditionell bedient das Unternehmen Märkte im Lebensmittel- und Getränkehandel mit einem Schwerpunkt auf Trockenwaren. „Wir haben eine starke Position als Lösungsanbieter für lange haltbare Produkte aufgebaut“, beschreibt Alfred Altmann. „In jüngster Zeit verzeichnen wir ein Wachstum im Tiefkühlbereich, was den Aufstieg des Convenience-Sektors der letzten zehn Jahre widerspiegelt.“ Der Geschäftsführer erwartet eine weitere Automatisierung des Produktangebots im Supermarktsektor, was zu weiterem Wachstum führen wird.

Führend in Innovation

„Mit unseren Lösungen für vollautomatische und KI-gesteuerte Lager haben wir uns weltweit an die Spitze gesetzt“, sagt Alfred Altmann stolz. „Wir sichern unseren technologischen Vorsprung durch erhebliche Investitionen in Forschung und Entwicklung. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen und individuelle Lösungen anzubieten.“ Die Strategie besteht darin, sich auf weniger Produkte zu spezialisieren. „Das gilt für alle Branchen“, ist sich der Geschäftsführer sicher. „Nur so können Unternehmen effizienter werden und dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Daher bleibt unser Fokus auf der Beschleunigung innerbetrieblicher Kommissionierungsprozesse.“

Persönlicher Austausch trotz technologischer Innovation

Der persönliche Kontakt zu den Kunden ist dem Unternehmen wichtig. „Wir werden dieses Jahr wieder auf der LogiMAT ausstellen“, sagt Alfred Altmann. „Allerdings setzen wir in diesem Jahr wegen der gestiegenen Kosten auf eine Bild- und Videopräsentation. Wir freuen uns auf den Austausch mit Kunden.“

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