Viel Platz auf engem Raum

Interview mit Birol Utku, Geschäftsführer der Schwab Förder- und Lagertechnik GmbH

80 Jahre Erfahrung im Paternosterbau stecken in der Parkey-Lösung der Schwab Förder- und Lagertechnik GmbH. Wo sonst lediglich zwei Autos parken könnten, schafft Parkey Platz für bis zu 20 Fahrzeuge. „Für Parkey wurden wir mit dem Innovations-Weiterentwicklungspreis ausgezeichnet“, freut sich Birol Utku, seit 2014 Geschäftsführer der Schwab Förder- und Lagertechnik GmbH. „Die Paternostertechnik an sich ist nicht neu, aber wir sind die einzige deutsche Firma, die einen Parkpaternoster bauen kann. Zur Zeit fertigen wir einen Prototyp und wollen im kommenden Jahr mit der Serienproduktion starten. Schon jetzt haben wir mehr als 40 Anfragen vorliegen.“

Leicht auf- und abzubauen

Aufgrund seiner modularen Bauweise lässt sich Parkey problemlos abbauen und kann an einem anderen Ort wieder installiert werden. Darüber hinaus bietet das System weitere Vorteile. Da der Parkplatzsuchverkehr entfällt, wird die Umwelt weitaus weniger als bisher belastet. Außerdem schützt das System vor Einbrüchen ebenso wie vor Hochwasser.

Mit Außenfassaden können auch Hagel und Schnee den Fahrzeugen nichts anhaben. Des Weiteren können diese Flächen zusätzlich zu Werbezwecken genutzt werden. Auf einem Dach installierte Sonnenkollektoren ermöglichen zudem die Stromerzeugung oder den Betrieb einer E-Tankstelle.

„Wir sind immer dann gefragt, wenn viel und Schweres auf engstem Raum gelagert werden muss.“ Birol UtkuGeschäftsführer

Wenig Zukauf

Hervorgegangen ist die Schwab Förder- und Lagertechnik aus dem 1932 von Georg Schwab als Metallbaubetrieb gegründeten Unternehmen. Heute umfasst das Portfolio neben dem Parkpaternoster Parkey andere Paternosterlösungen, Lager- und Schneidesysteme sowie Sondermaschinenbau.

„90% der von uns benötigten Teile stellen wir selbst her“, erklärt Birol Utku. „Wir kaufen nur wenig zu.“ 40 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen, das einen Jahresumsatz von drei Millionen EUR erzielt. Bei industriellen Lagerlösungen hat sich Schwab sehr gut positioniert. Birol Utku: „Wir haben sehr gute Referenzen, da Wettbewerber die Produkte in ihren Fertigungsstraßen nicht bauen können. Wir sind eine Manufaktur, wir fertigen individuell für unsere Kunden – das ist unser Alleinstellungsmerkmal. Gerade wenn es um schwere Sachen geht, um die Lagerung von Produkten ab 500 kg aufwärts, gibt es für uns kaum Konkurrenz. Wir sind immer dann gefragt, wenn viel und Schweres auf engstem Raum gelagert werden muss.“

Weiter europäisieren

Zu den Kunden von Schwab gehören der Mittelstand ebenso wie Großkonzerne und DAX-Unternehmen. 90% des Umsatzes erzielt das Unternehmen in Deutschland und im deutschsprachigen Ausland, 10% in Ländern wie den USA, England und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

„Wir sind eine Manufaktur, wir fertigen individuell für unsere Kunden.“ Birol UtkuGeschäftsführer

„Langfristig streben wir eine Europäisierung der Firma an“, beschreibt Birol Utku den Kurs. „Zunächst einmal wollen wir in der Schweiz und Österreich stärker werden.“ Vermarktet werden die Produkte über Handelsvertreter in den jeweiligen Ländern, den eigenen Außendienst sowie über das Internet.

Reifen-Paternoster für Zürich

„In der Einfachheit liegt die Genialität“, ist der Geschäftsführer überzeugt. „Wir präsentieren verständliche und einfache Lösungen vor unserem Hintergrund als Manufaktur.“ Davon profitiert auch ein Züricher Unternehmen. Für das baut die Oettinger Firma im kommenden Jahr einen Reifenpaternoster – ganz einfach, weil es niemand anders in Europa sonst kann.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Anlagen- und Maschinenbau

Strom formt Stahl: Die Zukunft der Wärmebehandlung

Interview mit Norbert Wirth, Geschäftsführer der EMA Indutec GmbH

Strom formt Stahl: Die Zukunft der Wärmebehandlung

Die Transformation industrieller Prozesse ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern tägliche Realität. Gerade bei energieintensiven Anwendungen wächst der Druck, effizientere und zugleich nachhaltigere Lösungen zu finden. Die EMA Indutec GmbH…

Die neue Intelligenz der Intralogistik

Interview mit Andreas Lindemann, Geschäfts­führer der NEURA Mobile Robots GmbH

Die neue Intelligenz der Intralogistik

Ob Industrie, Logistik oder Gesundheitswesen: Die effiziente Steuerung innerbetrieblicher Materialflüsse wird für Unternehmen immer mehr zum Wettbewerbsfaktor. Moderne Transportrobotik schafft hier neue Möglichkeiten, Prozesse sicherer, flexibler und wirtschaftlicher zu gestalten.…

Auf dem Weg zur Nummer 1 auf dem Eis

Interview mit Markus Profanter, CEO der engo GmbH

Auf dem Weg zur Nummer 1 auf dem Eis

Eisarenen sind längst hochkomplexe Infrastrukturen, in denen Betriebssicherheit, Energieeffizienz und Nutzererlebnis eng zusammenhängen. Wer hier bestehen will, muss weit mehr liefern als robuste Maschinen. Die engo GmbH mit Sitz in…

Spannendes aus der Region Landkreis Donau-Ries

Mehr als Masse: Die  Zukunft der Tierernährung

Interview mit Heinz Schuster, Geschäftsführer der Trouw Nutrition Deutschland GmbH

Mehr als Masse: Die Zukunft der Tierernährung

Ob Jungtierfutter oder Zusatzstoffe für Rind, Schwein und Geflügel – die Trouw Nutrition Deutschland GmbH zählt zu den führenden Spezialisten für innovative, nachhaltige Tierernährung. Als Teil der international agierenden Nutreco-Gruppe…

Vom Automotive-Ingenieurdienstleister zum General Industry-Anbieter

Interview mit Michael Böhler, Gründer und Geschäftsführer von sbp

Vom Automotive-Ingenieurdienstleister zum General Industry-Anbieter

Aus S&B Automotive wird nun das Unternehmen sbp, womit es seine Ambitionen für die Zukunft nachdrücklich unterstreicht: Denn der etablierte Ingenieurdienstleister aus der Automobilindustrie will seine gewachsene Lösungskompetenz in der…

Rausgehen, um weiterzukommen

Interview mit Jakob Schöffel, CEO der Schöffel Gruppe und Stefan Ostertag, CMO/CDO von Schöffel SPORT

Rausgehen, um weiterzukommen

Wer heute rausgeht, geht nicht einfach nur spazieren. Er sucht Stille, Weite, Ausgleich. Und oft auch ein kleines Stück Selbstvergewisserung in einer Welt, die sich schneller verändert, als uns manchmal…

Das könnte Sie auch interessieren

„Qualität ist nicht  verhandelbar“

Interview mit Fausto Valente, General Manager und Guido Rimini, Export Manager der IRS Industrie Riunite Spalmati s.r.l.

„Qualität ist nicht verhandelbar“

Die Einsatzmöglichkeiten für Kunstleder und beschichtete Materialien haben sich deutlich erweitert. Neben Mode, Schuhen und Lederwaren gewinnen Möbel, Nautik, Automotive, Medizin und technische Anwendungen an Bedeutung. Gefragt sind Materialien, die…

Einzigartige Erlebnisse auf hoher See

Interview mit Christian Mühleck, Geschäftsführer der OceanEvent GmbH

Einzigartige Erlebnisse auf hoher See

Ob Konferenz, Incentive, Produktpräsentation oder private Feier: Die Suche nach außergewöhnlichen Eventformaten führt Unternehmen und anspruchsvolle Privatkunden immer häufiger aufs Wasser. Denn ein exklusiv gechartertes Schiff schafft eine besondere Mischung…

Hamburger Mittelstand, globaler Maßstab

Interview mit Benjamin Barnack, Geschäftsführer der hey contact heroes GmbH

Hamburger Mittelstand, globaler Maßstab

Die Arbeitswelt hat sich verändert – und mit ihr der Kundenservice. Während viele Unternehmen noch darüber diskutieren, wie viel KI sinnvoll ist, verbindet die hey contact heroes GmbH längst globale…

TOP