Die Modern Marketing Makers

Interview mit Matthias Bierich, Geschäftsführer der schalk&friends gmbh

Wirtschaftsforum: Herr Bierich, als „Modern Marketing Makers“ wollen Sie mit schalk&friends digitale Lösungen für eine wirkungsstarke Kommunikation bereitstellen – welche Ansätze verbergen sich hinter dieser Zielsetzung?

Matthias Bierich: Modern Marketing Makers bedeutet für uns, intelligente Marketing-Technologielandschaften aufzubauen, die unsere Kunden befähigen, agil, datenbasiert, effizient und ressourcenschonend zu arbeiten. Unser Ansatz dafür folgt vier Schritten: Consult. Code. Create. Care. Wir beraten zuerst strategisch – Consult. Dann entwickeln wir technologisch – Code. Wir gestalten kommunikativ – Create. Und wir sorgen dauerhaft für einen reibungslosen Betrieb, damit sich unsere Kunden auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können – Care. Diese vier Bereiche aus einer Hand zu liefern, ist unser zentraler Ansatz. Denn wir wissen: Strategie ohne Technologie bleibt Theorie, Technologie ohne Kreation bleibt unsichtbar, und das beste System nützt nichts, wenn es nicht zuverlässig betrieben wird. Im Zentrum steht dabei immer die unternehmenseigene Website – als strategisches Herzstück eines klug vernetzten Marketing-Ökosystems. Drum herum vernetzen wir die richtigen Systeme: PIM, DAM, CRM, Marketing Automation und KI-Integration. So entstehen keine isolierten Insellösungen, sondern eine skalierbare, datengestützte Infrastruktur, die Prozesse automatisiert, Ressourcen schont und Ergebnisse messbar verbessert. Dass wir das so gut können, hat mit unserer DNA zu tun: Unsere Wurzeln liegen in der technischen Umsetzung und der Prozesswelt. In über 1.000 digitalen Projekten haben wir hautnah erlebt, woran Implementierungen scheitern – und wo die eigentlichen Hebel liegen. So haben wir gelernt, technische und prozessuale Expertise untrennbar mit Strategie und Kreation zu verknüpfen. Heute bilden wir die gesamte Prozesskette digitalen Marketings ab – wir denken und entwickeln end-to-end. Das Ergebnis sind wirkungsstarke Systeme, die einfach funktionieren. Effektiv, effizient, wirkungsstark.

Wirtschaftsforum: Welche Themen treiben Ihre Kunden derzeit um? 

Matthias Bierich: Was unsere Kunden derzeit wirklich umtreibt, lässt sich auf einen gemeinsamen Nenner bringen: Sie müssen mit weniger mehr erreichen. Kleine Marketingteams, knappe Budgets, veraltete Systemlandschaften – und gleichzeitig wachsender Druck, messbare Ergebnisse zu liefern. Viele Marketingteams im Mittelstand verbringen einen Großteil ihrer Zeit mit operativer ‘Monkey Work’ statt mit strategisch wirkungsvoller Arbeit. Mit Sicherheit ist KI das Thema, das dabei gerade alle beschäftigt, weil es verspricht, genau dieses Problem zu lösen. Gleichzeitig bleibt im Mittelstand viel Potenzial ungenutzt. Unser Kunde München Ticket beispielsweise musste jedes Jahr mehrere Dutzend Landing Pages für Konzertveranstaltungen erstellen. Bisher dauerte das gut und gerne fünf Tage pro Landingpage. Inzwischen konnten wir diesen Prozess auf unter eine Stunde verkürzen. Wichtig dabei ist: Mit KI zu arbeiten bedeutet nicht, einfach einen Prompt in ChatGPT einzugeben. Es geht darum, KI wie einen intelligenten Layer in das Marketing und die gesamte Organisation zu integrieren und skalierbar zu machen. Dafür braucht es Voraussetzungen: eine vernetzte Datenbasis, eine klare Kommunikationsstrategie mit durchdachter Daten-Architektur und eine Roadmap mit modernen Systemen. Nur so lässt sich KI-gestützte Automatisierung und Personalisierung nachhaltig umsetzen – ohne Zeit- und Qualitätsverluste wegen isolierter Insellösungen. 

Wirtschaftsforum: Geht mit dieser Entwicklung auch ein Shift weg von der Umsetzung hin zu noch mehr Beratungskompetenz einher? 

Matthias Bierich: Ja, definitiv. KI übernimmt zunehmend standardisierte Implementierungsaufgaben – das verändert, wofür Kunden bereit sind zu zahlen. Wer nur umsetzt, wird unter Druck geraten. Die Nachfrage verschiebt sich hin zu Partnern, die einordnen, priorisieren und beraten können: technologisch, strategisch, im Branding und im Onlinemarketing. Genau dafür bauen wir schalk&friends aus. 

Wirtschaftsforum: Welche Konsequenzen zieht schalk&friends aus dieser Beobachtung? 

Matthias Bierich: Diese Entwicklung haben wir vor zwei Jahren antizipiert und die Konsequenzen gezogen: schalk&friends entwickelt sich vom reinen Dienstleister zum Trusted Advisor. Das bedeutet konkret: Wir kümmern uns nicht nur um die Realisierung laufender Projekte, wir denken die digitale Zukunft unserer Kunden aktiv mit. Dafür brauchen wir Einblick. Je tiefer wir in Geschäftsmodell und Prozesse eines Kunden eingebunden sind, desto relevanter und wirkungsvoller können wir beraten: proaktiv, nicht reaktiv. Dabei verfolgen wir keinen kurzfristigen Umsatzgedanken. Uns geht es um Beziehungen, die über das einzelne Projekt hinaus tragen. Wir sind überzeugt: Wer seine Kunden wirklich gut berät, muss sich um den wirtschaftlichen Erfolg keine Sorgen machen. 

Wirtschaftsforum: Worin besteht die größte Herausforderung auf dem Weg dahin? 

Matthias Bierich: Die größte Herausforderung sind drei Dinge: Vertrauen, Zugang und Mut. Erstens müssen Kunden bereit sein, uns tief in ihr Geschäft einzubinden. Viele sind gewohnt, Agenturen klar zu briefen – wir müssen aber verstehen, was wirklich hinter einer Anfrage steht. Zweitens brauchen wir die richtigen Entscheider am Tisch. Wenn strategische Entscheidungen auf Geschäftsführungsebene fallen, aber nur die Marketingabteilung mit uns spricht, kommen wir nicht weiter. Drittens: Kunden brauchen oft kurzfristige Erfolge. Das führt dazu, dass an Symptomen statt an Ursachen gearbeitet wird. Ein Beispiel: Ein Kunde wollte eine Kampagne zur Lead-Generierung, einen messbaren Quick-Win. Wir fragten: „Wo landen Ihre Leads denn?“ Es stellte sich heraus: verteilt auf drei verschiedene Systeme. Der Vertrieb musste manuell in drei verschiedenen Systemen nachschauen, was dazu führte, dass Anfragen untergingen oder nicht bearbeitet wurden, außerdem gab es eine höhere Fehleranfälligkeit. Anstatt die geplante Kampagne umzusetzen, haben wir also ein neues System als Single Source integriert und so dafür gesorgt, dass deutlich mehr Leads zu Kunden wurden. Eine Lösung, die wirklich etwas verändert, erfordert den Mut, auch interne Prozesse infrage zu stellen. Das ist die eigentliche Herausforderung: nicht den schnellen, oberflächlichen Fix zu wählen, sondern die Scheuklappen abzulegen, tiefer zu gehen und auch interne Prozesse anzufassen. Wir liefern neue Blickwinkel für Technologie, Datenstrategie und Marketing. Wir fragen und hinterfragen, um nicht nur die Aufgabe zu verstehen, sondern den Kern der Anfrage. Wir behandeln Legacy-Systeme mit Respekt, sehen es aber auch als unsere Aufgabe, bewährte Systeme neu zu denken, damit unsere Kunden langfristig zukunftsfähig bleiben. Weil wir der festen Überzeugung sind: Mut, Integrität und Ehrlichkeit sind immer noch die wichtigsten Erfolgsfaktoren.

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