Energie neu denken

Interview mit Thomas Sickau, Geschäftsführer SBS BatterieSystem GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Sickau, SBS ist dafür bekannt, maßgeschneiderte Lösungen für unterschiedlichste Batteriesysteme zu bieten. Was heißt das?

Thomas Sickau: Mit unserem breiten Leistungsportfolio rund um Batterie- und Ladetechnik für das industrielle Umfeld setzen wir am Markt Maßstäbe. Unsere Produkte finden vor allem in der Intralogistik Anwendung, also beispielsweise in Staplern. Das Angebot umfasst Blei-Säure-Batterien, Lithium-Ionen-Lösungen, Blockbatterien, Ladetechnik und Zubehör. Wir orientieren uns dabei eng an den Bedürfnissen unserer Kunden. So unterscheiden wir bei den Blei-Säure-Batterien zum Beispiel zwischen solchen mit einer Wartungsfreiheit von bis zu 13 Wochen, mit längerer Lebensdauer oder wartungsfreien und gasungsarmen Produkten. Ganz wichtig sind für uns aber auch die Leistungen um das Produkt herum. Von der Beratung zu einzelnen Produkten oder, sehr wichtig, ganzheitlich zum Thema Energiemanagement über die Montage und Installation bis zum regelmäßigen Service. Unsere Teamstärke, unsere Flexibilität und die Nähe zum Kunden erlauben es uns, individuelle Kundenwünsche schnell und zuverlässig umzusetzen.

Wirtschaftsforum: Wie konnte sich SBS zu einer Referenz in Sachen Energiemanagement entwickeln?

Thomas Sickau: SBS wurde 2001 von einer Privatperson in Soest gegründet und ist heute Teil der auf Batterie- und Energielösungen spezialisierten Triathlon-Gruppe. Durch die Zugehörigkeit zu einer international ausgerichteten Unternehmensgruppe können wir über die Region hinaus kompetenten Service vor Ort bieten. Triathlon legt einen Schwerpunkt auf die Bereiche industrielle Traktionsanwendungen und stationäre Anlagen. Gemeinsam sind wir eines der am stärksten wachsenden Unternehmen im Markt. 2019 lag der Triathlon-Umsatz bei 192 Millionen EUR, 2023 werden mehr als 600 Millionen EUR angestrebt.

Wirtschaftsforum: Was steckt hinter diesem überdurchschnittlichen Wachstum?

Thomas Sickau: Teil unserer DNA ist, dass Kundenzufriedenheit immer höchste Priorität hat. Wir sind im engen Kontakt mit unseren Kunden, erarbeiten gemeinsam ihren Bedarf und setzen diesen zielgerichtet um. Das Wachstum der Gruppe, aber auch der SBS, hängt zudem mit gezielten Akquisitionen zusammen, die für innovative Technologien stehen, bei denen andere zögerlich sind. Allein das Thema Lithium-Ionen-Lösungen beschäftigt uns seit 2014 und bietet weiter großes Potenzial; 2022 haben wir die fünfzigtausendste (50.000) Batterie gebaut.

Wirtschaftsforum: Wie ist SBS selbst aufgestellt?

Thomas Sickau: Wir sind ein dynamisches mittelständisches Unternehmen mit dem Fokus auf Service, technische Beratung, lokale Produktion und schnelle Verfügbarkeit unserer Produkte. Unsere mehr als 40 Mitarbeiter decken ein Areal über das Ruhrgebiet hinaus ab und betreuen verschiedene weitere Großkunden in Deutschland. Triathlon verfügt über ein einzigartiges Netz aus regionalen Vertriebs- und Servicegesellschaften. Dank unserer starken, etablierten Struktur sind wir für die Gruppe eine Sperspitze im Markt.

Wirtschaftsforum: Wie würden Sie die Marktposition des Unternehmens definieren?

Thomas Sickau: Unsere Stärken liegen in der Breite unseres Angebots und dem konsequenten Kundenfokus. Wir arbeiten lösungsorientiert, hören unseren Kunden zu, verstehen sie und können alle Batterien anbieten, die es auf dem Markt gibt. Das hat SBS zu einem führenden Anbieter gemacht.

Wirtschaftsforum: Hat sich die Coronapandemie auf die Entwicklung ausgewirkt?

Thomas Sickau: Wir haben in der Pandemie sehr schnell auf die digitale Kommunikation gesetzt und im Homeoffice gearbeitet. Letztlich hat Corona zu einem Umdenken geführt; tägliche Kontakte bleiben oft digital und das Homeoffice hat sich anteilig etabliert. Damit war diese Zeit ein Treiber der Digitalisierung auf verschiedenen Ebenen; so haben wir es beispielsweise geschafft, unseren Vertriebsbereich papierlos zu managen.

Wirtschaftsforum: Womit beschäftigt sich SBS heute?

Thomas Sickau: Wir beschäftigen uns damit, welchen Beitrag Energiespeicher in Zukunft leisten können. Gestern ging es um Batterien für elektrische Flurförderzeuge. Heute geht es um Schlagworte wie Lastspitzenkappung, Eigenverbrauchsoptimierung und Vermeidung von Netzausbaukosten; morgen um Anlagen für eine Photovoltaikanlage mit gleichzeitiger Nutzung und Speicherung. Dazu gehören auch intelligente Softwarelösungen. Es gibt unterschiedliche Abnehmer der Energie; es geht um Wallboxen, aber auch um Großspeicher für die Notstromversorgung. Damit verbunden ist auch das Thema Nachhaltigkeit. Für unsere Lithium-Produkte gibt es eine Second Life-Prognose. Wir arbeiten Gebrauchtbatterien auf, speichern Energie in Großspeichern zwischen und tragen damit zum Ausgleich von Netzschwankungen bei oder gewährleisten die Versorgungssicherheit unserer Kunden. Zudem arbeiten wir mit der RF-Ladetechnik (Resonanz-Frequenz), um Verlustleistungen der Haupt- und Nachladung so gering wie möglich zu halten.

Wirtschaftsforum: SBS denkt Energie weiter. Gibt es eine Zukunftsvision?

Thomas Sickau: Wir müssen Energie neu denken. Uns geht es vor allem um einen ganzheitlichen Ansatz. Wir möchten Kosten für unsere Kunden reduzieren. Dafür werden wir unser Team weiter verstärken, Produkte optimieren, uns weiterentwickeln, wachsen und als Partner rund um das Thema Batterielösungen noch sichtbarer werden.

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