Eine visionäre Reise

Interview mit Johannes Sréter, Partner Safety Tax Free GmbH

Balkonkraftwerke der Marke SunLit sind zum Markenzeichen der Safety Tax Free geworden. Eine Entwicklung, die bei Firmenstart nicht unbedingt abzusehen war. „Safety Tax Free startete als Spezialist für Steuerrückerstattungen“, erklärt Johannes Sréter. „Gründer und Geschäftsführer Chengyuan Zhai, ein chinesischer Geschäftsmann, der in München an der TU studiert hat, konzentrierte sich damals auf das Tax Refund Geschäft für chinesische Touristen. Als diese in der Corona-Zeit ausblieben, musste Herr Zhai von heute auf morgen ein neues Betätigungsfeld suchen.“ Dank guter Kontakte zu China fasste das Unternehmen im Bereich Medizinprodukte Fuß, importierte vor allem Masken, Schnelltests und Handschuhe. „Es war immer klar, dass dieser Geschäftsbereich nur eine Übergangslösung war“, betont Johannes Sréter. „Herr Zhai hat sich schnell mit langfristigen Geschäftsfeldern beschäftigt und sah in der Solarbranche, und hier vor allem bei Balkonkraftwerken, einen Zukunftsmarkt.“

Neudenken, umdenken, weiterdenken

Schon im Herbst 2021, noch zu Pandemie-Zeiten, wurden Kontakte zu chinesischen Herstellern geknüpft; die direkte Zusammenarbeit ist Safety Tax Free immer wichtig gewesen. Das gilt auch für die Betreuung des gesamten Geschäftsprozesses, von der Beschaffung über Logistik, Export und Import; so hat das Unternehmen nicht nur die Kontrolle, sondern auch die Garantie, bestmögliche Produkte und Ergebnisse zu liefern. „Wir waren früh in diesem Nischenmarkt unterwegs, haben von der großen Nachfrage und der medialen Aufmerksamkeit profitiert“, so Johannes Sréter. „2023 haben wir rund 70.000 Anlagen auf den Markt gebracht.“ Safety Tax Free entschied sich für den B2B-Ansatz und vertriebt die SunLit-Balkonkraftwerke über ein Händlernetzwerk in der DACH-Region. Auch mit der Entwicklung eines smarten Batteriespeichers für Balkonkraftwerke hat das Unternehmen Akzente gesetzt.

Steckerfertige Balkonkraftwerke, die auch Laien problemlos in Betrieb nehmen können, treffen den Nerv der Zeit. Ein weiterer Meilenstein ist der Launch des ersten DIY Solar Carports – „eine konsequente Weiterentwicklung unseres Portfolios und exemplarisch für die Unternehmensphilosophie“, wie Johannes Sréter resümiert. „Wir waren immer aus der Situation heraus gezwungen, uns neu zu orientieren. Tax Refund, Medizinprodukte, Balkonkraftwerke und Solar Carports haben auf den ersten Blick wenig gemeinsam, aber sie stehen für dieselben Elemente unserer Philosophie, vornehmlich für den Fokus auf die Bedürfnisse der Endkunden gekoppelt mit einem möglichst einfachen Zugang zu Erleichterungen im Alltag. Herr Zhai ist ein Visionär, der von China schnelle Entwicklungen gewöhnt ist. Er erkennt Trends, nutzt Ressourcen und ist bereit, Risiken einzugehen, um den neuen, auch gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen. Er hat früh auf Balkonkraftwerke gesetzt, dann aber konsequent weitergedacht. Das macht unseren Erfolg aus.“

Die Reise geht weiter

Hinter dieser Philosophie steht ein Team von 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Deutschland. In China sind weitere 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig; viele von ihnen Ingenieure, die in Deutschland studiert haben und sich auf Produktentwicklung sowie technische Neuerungen konzentrieren. „Wir wachsen momentan sehr stark“, sagt Johannes Sréter. „Vor allem im Customer Support Bereich, der ein wichtiges Standbein bildet. Mit einem guten deutschen Telefonsupport wollen wir uns vom Markt absetzen.“ Auch wenn der Markt inzwischen stärker umkämpft ist, ist man davon überzeugt, mit neuen nachhaltigen Produkten weitere Kundensegmente zu erschließen. „Mieter werden künftig auf Balkonkraftwerke Anspruch anmelden können“, führt Johannes Sréter aus.

„Das wird die Nachfrage weiter ankurbeln. Wir wünschen uns, dass mehr Menschen an einer privaten Energiewende teilhaben können, zum Beispiel auch Haushalte mit geringerem Einkommen; deshalb beraten wir ehrenamtlich Kommunen bei der Förderung von Balkonkraftwerken über unsere Initiative ‚Kommunal Solar‘. So wie in der Vergangenheit beschäftigen wir uns kontinuierlich mit der Frage, wie den Herausforderungen des Klimawandels begegnet werden kann, welche Produkte wir in der Konsequenz wo platzieren können und welche technische Weiterentwicklung der Produkte noch notwendig und möglich ist.“

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