Die Formel für flüssigen Erfolg

Interview mit Guido Kühne, Geschäftsführer der Refresco Deutschland GmbH

Refresco Deutschland gehört heute zu den großen Akteuren im deutschen Softdrink-Markt. An zwölf Standorten, darunter zehn Produktionswerke, füllt das Unternehmen rund 2,6 Milliarden l pro Jahr ab und beschäftigt etwa 1.700 Mitarbeitende. Das Besondere ist dabei nicht allein die Größe, sondern vor allem die Struktur des Geschäfts.

Drei Geschäftsfelder, ein ­inte­griertes Modell

Refresco vereint in Deutschland drei Bereiche unter einem Dach: Private Label, Lohnabfüllung und eigene Marken. Diese Kombination ist nach Einschätzung des Unternehmens ein zentraler Erfolgsfaktor. „Unser Konzept ist in dieser Form einzigartig. Es gibt keinen Wettbewerber, der gleichzeitig Eigenmarke, Lohnabfüllung und Marke bedient“, sagt Guido Kühne. Gerade im schwierigen deutschen Markt entstünden da­raus entscheidende Synergien. Während das Eigenmarkengeschäft hohe

Volumina und eine stabile Auslastung der Werke sichere, generierten Marken- und Lohnabfüllung zusätzlichen Mehrwert. Dieses Zusammenspiel ermöglicht es Refresco, das Produktionsnetzwerk konsequent auf Vollauslastung und Effizienz auszurichten. Zugleich kann das Unternehmen seinen Kunden eine nationale Abdeckung bieten – ein wichtiger Vorteil in einem Markt, in dem Transportwege und regionale Nähe über Wirtschaftlichkeit mitentscheiden.

Marken wachsen gegen den Markttrend

Ein besonderer Fokus liegt in Deutschland auf dem Ausbau des Markengeschäfts. Hintergrund ist die Übernahme von Hansa-Heemann, womit Refresco ein eigenes Markenportfolio in die Gruppe integrierte. Seither wurde dieser Bereich deutlich ausgebaut – mit regionaler Expansion, höheren Marketingbudgets und einem erweiterten Außendienst. Im Zentrum steht die Marke hella, die sich von einer stark norddeutschen Marke zunehmend zu einer nationalen Größe entwickelt. „Wir sehen im Markengeschäft großes Potenzial – vor allem, weil Marken wie hella das Zeug zur nationalen Marke haben“, betont Guido Kühne. Gerade in einem Markt, der insgesamt nur wenig wächst, ist diese Entwicklung bemerkenswert. Nach Unternehmensangaben verzeichnet das Markengeschäft seit Jahren deutlich überdurchschnittliche Zuwächse. ­Hinzu kommen gezielte Akquisitionen und Kapazitätserweiterungen. Mit dem Standort Grüneberg bei Berlin hat Refresco Ende 2024 einen weiteren Produktionsstandort übernommen und damit zugleich seine Position im Glasgeschäft gestärkt. Für Guido Kühne ist das ein strategischer Schritt: „Wir arbeiten in Deutschland weiter am Ausbau von Glaskapazitäten, weil wir dort zusätzliches Wachstumspotenzial sehen.“

Investitionen in Effizienz und Nachhaltigkeit

Parallel zum Wachstum investiert Refresco konsequent in moderne Produktion und nachhaltigere Prozesse. Dazu gehören eine große Photovoltaikanlage am Standort Calvörde, zwei neue Abfülllinien in Löhne und ein gemeinsam mit einem Anlagenpartner entwickelter Laserofen in Bruchsal. Diese Technologie hilft dabei, PET-Flaschen leichter zu machen und gleichzeitig effizienter zu produzieren. ­Nachhaltigkeit versteht das Unternehmen dabei ausdrücklich auch als operativen Hebel. „Wir haben unseren Energieverbrauch in den letzten fünf Jahren bei gleichem Output um rund 25% reduziert“, sagt Guido Kühne. ­Gleichzeitig arbeitet Refresco daran, als Arbeitgeber sichtbarer zu werden. Mit der Kampagne „Füll dein Leben“ positioniert sich das Unternehmen stärker im Arbeitsmarkt und setzt dabei auf einen emotionalen Zugang. „Der erste Schritt ist, überhaupt als Arbeitgeber bekannt zu sein“, sagt Guido Kühne. Für ein Unternehmen, das in einer dynamischen Branche weiter wachsen will, ist auch das ein entscheidender Teil der Zukunftsstrategie.

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