Präziser geht es nicht

Interview mit Dr. Till Vogels, Geschäftsführer der Präzisions-Entwicklung DENZ Fertigungs-GmbH

Wirtschaftsforum: Sie haben Ihre Ursprünge im Zubehör für Kameras. Was sind heute Ihre wichtigsten Produktbereiche?

Dr. Till Vogels: Ein wichtiges Standbein sind heute Prüfgeräte für Kameraobjektive und professionelle Filmkameras sowie Motivsucher, die hauptsächlich Regisseure nutzen, um sich Szenen vorab anzuschauen. Darüber hinaus bieten wir Zubehör rund um die Filmtechnik an, wie zum Beispiel Monitorhalter, Schwenkgeräte oder Objektivadapter. Unser zweiter Geschäftsbereich ist die Lohnfertigung. Hier sind wir auf hochpräzise Teile für Prototypen bis hin zu Kleinserien spezialisiert, die in verschiedenen Branchen wie z.B. Luft- und Raumfahrt, Elektronikherstellung oder der Medizintechnik eingesetzt werden für spezielle Produkte, wie zum Beispiel Raketen oder Rennwagen. Wir verfolgen dabei einen sehr partnerschaftlichen Ansatz und werden von unseren Kunden schon früh in die Produktentwicklung eingebunden. Wir beraten unsere Kunden ausführlich und auf Augenhöhe, um auch bei der konstruktiven und fertigungsgerechten Gestaltung der Bauteile die technisch und wirtschaftlich optimale Lösung zu finden.

Wirtschaftsforum: Was sind aktuelle Themen und Trends in Ihren beiden Geschäftsbereichen?

Dr. Till Vogels: Insgesamt sind die beschränkte Materialverfügbarkeit und die exorbitanten Preise ein großes Thema. In der Lohnfertigung haben wir einen hohen Materialbedarf, oft auch sehr kurzfristig. Leider verlängern sich zurzeit häufig die Lieferzeiten. Grundsätzlich ist auch die Digitalisierung ein wichtiger Treiber der Branche. Corona war hier das berühmte Brennglas. Mechatronische und opto-elektronische Bauteile werden immer interessanter, auch für die Elektronikoptimierung.

Wirtschaftsforum: Warum entscheiden die Kunden sich für Sie? Warum gehen Sie nicht zu einem anderen Anbieter?

Dr. Till Vogels: Unsere Kunden in der Lohnfertigung sind sehr anspruchsvoll und schätzen die hohe Präzision und Qualität, die sie bei uns erhalten. Ganz gleich, ob für Satelliten, Rennwagen oder medizinische Produkte – wir haben die Kompetenz in der Auslegung der Teile und das Know-how in der Fertigung. Wir fertigen nicht einfach die Bauteile nach Zeichnung und Modell sondern entwickeln mit unseren Kunden gemeinsam die wirtschaftlich sinnvollste Lösung. Gleichzeitig gehen wir schnell und flexibel auf die Kundenwünsche ein, z.B. was die Liefertermine angeht. Ähnliches gilt in der Filmtechnik. Wir verfügen über hochqualitative Produkte, die es sonst am Markt nicht gibt. Ein gutes Beispiel ist hier unser FDC, ein Gerät, mit dem man die Flanschtiefe der Kameras messen kann, den wir patentiert haben und weltweit als einziger Hersteller anbieten.

Wirtschaftsforum: Ihre Kunden sind also Hersteller und Unternehmen der Film- und Fernsehbranche sowie Industrieunternehmen. Aus welchen Regionen kommen sie?

Dr. Till Vogels: Im Film- und TV-Bereich sind wir global unterwegs. Von Europa über die USA bis nach Asien und Neuseeland. In der Lohnfertigung konzentrieren wir uns vor allem auf die DACH-Region. Hier ist der persönliche Kontakt wichtig, insbesondere in der Entwicklungsphase.

Wirtschaftsforum: Seit wann gibt es das Unternehmen und wie hat es sich bis heute entwickelt?

Dr. Till Vogels: Peter Denz hat die Firma 1970 gegründet, mit hochpräzisem Zubehör für die Film- und Fernsehtechnik. 1992 haben wir den technischen Oscar gewonnen, denn wir waren der erste Anbieter, der das Bild aus der Kamera digital ausspielen konnte. Nach und nach kamen weitere Branchen hinzu, die ebenfalls höchste Präzisionsansprüche haben, wie zum Beispiel die Luft- und Raumfahrtindustrie oder der Motorsport.

So entstanden im Laufe der Zeit Synergien und wir wuchsen in den Bereich der Lohnfertigung hinein, mit einer Spezialisierung auf hochpräzise Teile für Kleinserien. Seit 2019 agieren wir unter dem Dach der ARENIT Unternehmensgruppe.

Wirtschaftsforum: Welche Ziele haben Sie sich langfristig für das Unternehmen gesetzt?

Dr. Till Vogels: Wir möchten organisch wachsen und in beiden Bereichen neue Kunden gewinnen. Eventuell werden wir einen neuen Geschäftsbereich hinzunehmen, in dem wir Synergien aus unseren beiden Geschäftsbereichen nutzen können. Ein Asset für unsere weitere Entwicklung ist unsere nach wie vor überschaubare Größe, die es uns ermöglicht, schnell und flexibel zu reagieren.

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