Wachstum trotz Baukrise

Interview mit Martin Weihe, Geschäftsführer der Obra Bautenschutz GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Weihe, wie hat Obra die vergangenen turbulenten Jahre in der Baubranche erlebt? 

Martin Weihe: Aufgrund unserer breiten Ausrichtung im Markt sind wir bis zum heutigen Tage gut durch diese Zeit gekommen – das liegt zuallererst an unserem umfangreichen und vielfältigen Portfolio, das sich von Bauwerk­instandsetzungen über Industriebodenbeschichtungen bis hin zu vielfältigen Rohbaumaßnahmen und zahlreichen weiteren Tätigkeiten erstreckt. Unser Fokus lag dabei in den letzten Jahren vornehmlich auf der Instandsetzung im Industriesektor, wo wir bei Großunternehmen trotz einer schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage keine Zurückhaltung in der Sanierungs- und Investitionsbereitschaft erkennen mussten. So konnten wir uns in den letzten Jahren personell und unternehmerisch sogar noch verstärken und unser Portfolio weiter ausbauen, etwa durch noch umfassendere Leistungen in der Betoninstandsetzung, gerade auch im tragwerksrelevanten Umfeld, wo wir bereits über eine breite Expertise verfügen. 

Wirtschaftsforum: Worin sehen Sie die weiteren Gründe für diese beständige Auslastung trotz Wirtschaftskrise? 

Martin Weihe: Eine zentrale Erfolgsgrundlage von Obra liegt in unserer extremen Flexibilität, in deren Zuge wir teilweise sogar Just-in-Time-Instandsetzungen anbieten können. Denn viele Sanierungsmaßnahmen in der Industrie resultieren aus kurzfristigen Stillständen, wo dann in sehr kurzer Zeit ein großes Investitionsvolumen verlässlich abgewickelt werden muss, weil die dazu erforderliche parallele Abschaltung der Maschinen- und Anlagentechnik nicht über einen langen Zeithorizont möglich ist. Unser erfahrenes Personal kann sich perfekt auf derart komplexe Situationen einstellen und gemeinsam mit dem Kunden hierfür das jeweils optimale Konzept entwickeln und konsequent umsetzen. 

Wirtschaftsforum: Welche Werte prägen dabei die Zusammenarbeit mit Ihren Kunden? 

Martin Weihe: Unser Vertrauensverhältnis basiert nicht nur auf einer unbedingten Terminzuverlässigkeit, einem unumstößlichen Qualitätsversprechen und verlässlichen Abrechnungsmodalitäten, sondern auch auf einem fairen Umgang miteinander und einer größtmöglichen Flexibilität. Denn bei der Sanierung im Industrieumfeld ist zu Beginn eines Projekts meist noch nicht konkret absehbar, welche Maßnahmen am Ende tatsächlich vonnöten sein werden, um eine zielgerichtete Lösung umzusetzen. Obra kann dank seiner Erfahrung auch äußerst kurzfristig auf neue Begebenheiten reagieren – und damit für alle Seiten einen überzeugenden Erfolg sicherstellen. 

Wirtschaftsforum: Wie wichtig ist inzwischen auch das Thema Nachhaltigkeit für Sie und Ihre Kunden? 

Martin Weihe: Als Teil der Sax + Klee-Gruppe treiben wir die Integration der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeitsdimensionen in unser unternehmerisches Handeln konsequent voran und setzen dabei eine Vielzahl von verschiedenen Impulsen um: So sind alle verfügbaren Betriebsflächen von Obra inzwischen mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Darüber hinaus haben wir einen beachtlichen Teil unseres Fuhrparks bereits auf Fahrzeuge mit Elektroantrieb umgestellt, einschließlich der Anschaffung von bisher vier E-Sprintern – weitere werden folgen, während auch unser Maschinen- und Anlagenpark sukzessive auf Elektrolösungen umgestellt wird. Die Aufstockung unseres Bürogebäudes haben wir derweil in nachhaltiger Holzbauweise ausgeführt, wovon auch eine besondere Strahlkraft für Obra als Unternehmen und als attraktiver Arbeitgeber ausgehen soll. Diesen Weg wollen wir in den nächsten Jahren in der gesamten Unternehmensgruppe konsequent beschreiten. 

Wirtschaftsforum: Welche Veränderungen wird Obra in nächster Zeit durchlaufen? 

Martin Weihe: In den letzten vier Jahren haben wir uns unter anderem in der Geschäftsleitung und auf weiteren Führungsebenen personell etwas verjüngen können, was mich sehr freut: Denn dadurch kommen neue Perspektiven und auch eine gewisse neue Rasanz in das Unternehmen, wovon am Ende die gesamte Organisation profitiert. Diese zukunftsorientierte Frische soll so auch in den nächsten Jahren eine neue Dynamik bei Obra entfachen. 

Wirtschaftsforum: Worin liegt Ihre persönliche Motivation, diesen Wandel mitzugestalten? 

Martin Weihe: Ich bin jetzt Anfang 50, und ich habe eine unbändige Freude daran, mit intelligenten jungen Menschen zusammenzuarbeiten, die mit Ehrgeiz, Optimismus und Sachverstand neue Impulse in unser Unternehmen einbringen, indem sie viele Dinge aus anderen Blickwinkeln betrachten und sich neue Wege für unsere gemeinsame Zukunft bei Obra überlegen. So entsteht auch ein gewisser konstruktiver Druck – und nur unter Druck entstehen Diamanten. 

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