Smarte Elektrotechnik für komplexe Gebäudeprojekte

Interview mit Jens Neumann, Geschäftsführer der TKS-Connect GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Neumann, die TKS-Connect GmbH wurde 2014 gegründet. Wie hat sich das Unternehmen seitdem entwickelt?

Jens Neumann: Gegründet wurde das Unternehmen ursprünglich von meinem heutigen Geschäftspartner Thomas Kostidis als Einzelunternehmen. Zwei Jahre später bin ich als Gesellschafter und Geschäftsführer eingestiegen, gleichzeitig wurde die GmbH gegründet. Seitdem ging die Entwicklung nur in eine Richtung – nach oben. In den ersten Jahren hatten wir Wachstumsraten von 100 bis 200%. Durch dieses Wachstum mussten wir mehrfach umziehen und sitzen heute in einem eigenen Gebäude in Dreieich mit Platz für die weitere Expansion.

Wirtschaftsforum: Wie ist das Unternehmen heute aufgestellt und worauf hat es sich spezialisiert?

Jens Neumann: Neben rund 15 eigenen Mitarbeitern arbeitet TKS-Connect mit einem großen Netzwerk spezialisierter Nachunternehmer. Unsere Projektleiter koordinieren die externen Teams und sichern die Qualitätsstandards. Technisch sind wir komplett digital aufgestellt und

können von überall auf unsere Systeme zugreifen. Inhaltlich konzentrieren wir uns auf elek­trotechnische B2B-Großprojekte – von Neubauten bis zu kompletten Sanierungen. Schwerpunkte sind intelligente Gebäudetechnik, KNX-Steuerungen und moderne Automatisierung im Bereich Energieeffizienz. Darüber hinaus decken wir nahezu das gesamte Spektrum der Elektrotechnik ab – von Brandmeldetechnik über Netzwerke bis hin zu Zugangskontrollen und Beleuchtung.

Wirtschaftsforum: Was unterscheidet Ihr Unternehmen von vielen Wettbewerbern?

Jens Neumann: Wir leben fast ausschließlich von Empfehlungen und langfristigen Kundenbeziehungen. Unser Ziel war nie das schnelle Einmalgeschäft, sondern dauerhaftes Vertrauen. Dabei setzen wir auf ehrliche Zusammenarbeit und klare Kommunikation. Wenn etwas wirtschaftlich oder fachlich keinen Sinn ergibt, sprechen wir das offen an. Diese Haltung hat uns am Markt viel Respekt eingebracht.

Wirtschaftsforum: Gab es einen Moment, der die Bekanntheit des Unternehmens besonders geprägt hat?

Jens Neumann: Ja, ein großes Wohnbauprojekt mit rund 400 Wohneinheiten in Hattersheim. Damals ging es um die Auswahl eines Schalterprogramms. Ein großer Hersteller zeigte in den Verhandlungen keinerlei Entgegenkommen, weshalb wir gemeinsam mit einem anderen Anbieter eine wirtschaftlich attraktivere Alternative vorgeschlagen haben. Der Bauträger entschied sich letztlich für die komplette Umstellung. Das hat auf dem Markt für viel Aufmerksamkeit gesorgt und unsere Bekanntheit deutlich gesteigert.

Wirtschaftsforum: Wie haben Sie die Entwicklungen der vergangenen Jahre erlebt und welche Herausforderungen prägen die Branche aktuell besonders?

Jens Neumann: Einen Auftragsrückgang hatten wir nie – wir waren durchgehend ausgelastet. Die größten Herausforderungen waren Lieferengpässe und massive Preissteigerungen bei Materialien. Teilweise waren selbst einfache Komponenten plötzlich nicht mehr verfügbar, während feste Verträge weiterliefen. Die aktuelle Baukrise spüren wir weniger stark, da sich unsere Projekte stärker in Richtung Sanierung und größere Wohnbauprojekte verlagert haben. Gleichzeitig beobachten wir, dass große Aktiengesellschaften zunehmend in kleinere Marktsegmente drängen und Projekte mit extrem niedrigen Margen kalkulieren. Diesen Weg gehen wir bewusst nicht. Die größte Herausforderung bleibt jedoch der Fachkräftemangel. Trotz unseres Netzwerks stoßen wir an Grenzen, weil unsere Projektleiter teilweise mehrere Baustellen gleichzeitig betreuen.

Wirtschaftsforum: Sie haben auch selbst Fachkräfte ausgebildet. Welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht?

Jens Neumann: Wir haben mehrere Jahre intensiv ausgebildet und pro Jahr drei Azubis eingestellt, um langfristig eigene Fachkräfte aufzubauen. Leider mussten wir das Projekt vorerst einstellen, da wir niemanden dauerhaft übernehmen konnten. Gleichzeitig fehlt kleinen und mittelständischen Unternehmen oft die Infrastruktur großer Konzerne mit eigenen Ausbildungswerkstätten. Deshalb setzen wir heute stärker auf Recruiting, Firmen­branding und Social Media.

Wirtschaftsforum: Wie blicken Sie auf die kommenden Jahre?

Jens Neumann: Trotz der allgemeinen Marktlage blicken wir positiv nach vorne. Intelligente Gebäudetechnik und Automatisierung werden weiter an Bedeutung gewinnen. Deshalb investieren wir in unsere Sichtbarkeit und wollen gesund weiterwachsen, ohne unsere Qualitätsstandards aus den Augen zu verlieren. Auch soziales Engagement gehört für uns dazu – etwa die Unterstützung regionaler Vereine oder eines Kindergartens mit Klimaanlagen. Entscheidend bleibt die Verlässlichkeit.

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