Andere liefern Möbel in vielen Einzelteilen – wir bauen sie für unsere Kunden auf

Interview mit Stefan Fromme, Geschäftsführer der Möbelhaus Käthe MEYERHOFF GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Fromme, was muss ein Möbelhaus im Jahr 2023 mitbringen, um erfolgreich im Markt bestehen zu können?

Stefan Fromme: Das Möbelhaus Meyerhoff wurde im Jahre 1928 gegründet und hat sich in den bald 95 Jahren seines Bestehens immer wieder an neue Marktsituationen angepasst, um den jeweils aktuellen Anforderungen unseres Geschäftsmodells gerecht zu werden. Es war und ist entscheidend, Kunden einen bestmöglichen Service zu bieten. Sie bekommen bei uns ein Qualitätsversprechen – beginnend mit exzellentem Service, maßgeschneiderten Beratungsgesprächen, professionellem Liefer- und Aufbauservice durch unsere Montageprofis bis hin zum ‘Rundum-sorglos-Wohlfühlpaket’ während und nach dem Kauf. Dafür stehen wir seit fast 95 Jahren.

Wirtschaftsforum: Was sind die wichtigsten Voraussetzungen, um in diesem Beruf glänzen zu können?

Stefan Fromme: Die Kunden dürfen auf jeden Fall erwarten, in unserem Haus qualitativ hochwertig beraten zu werden. Alles Weitere folgt aus diesem Anspruch: So müssen unsere Mitarbeiter selbstverständlich jedes Möbelstück auch im Detail kennen, um seine jeweiligen individuellen Vorzüge und Funktionen vorstellen zu können. Von zentraler Bedeutung sind hierbei natürlich umfangreiche Schulungsmaßnahmen, die auch in den Werken der Hersteller stattfinden, sowie eine umfassende Berufserfahrung – manche unserer Kollegen sind schon seit Jahrzehnten für unser Unternehmen tätig. Mehr als früher helfen uns an dieser Stelle mittlerweile einschlägige digitale Möglichkeiten: So können wir das jeweilige Produkt in Form von 3-D-Planungen auf dem Tablet auch raumgetreu in verschiedenen Farbtönen vorstellen, damit die Kunden einen möglichst realistischen Eindruck von allen verfügbaren Varianten erhalten.

Wirtschaftsforum: Ist es heute schwieriger als früher, bei den Kunden Begeisterung zu wecken?

Stefan Fromme: Damals wie heute ist Begeisterung auf jeden Fall eine unabdingbare Grundvoraussetzung, damit der Endverbraucher unsere Einrichtungswelten überhaupt besucht. Daher ist es für uns enorm wichtig, die Costumer Journey der potenziellen Zielgruppe zu kennen und entsprechend zu agieren. Die Medienwelt bietet unserer Zielgruppe heute eine enorme Vielfalt an Informationsquellen. Derzeit arbeiten wir beispielsweise an der Optimierung im E-Commerce, um auch diesen Vertriebskanal effektiv nutzen zu können. Die Grenzen zwischen Digitalisierung und einem haptischen Möbelkauf verschmelzen zunehmend. So bieten wir zum Beispiel unseren Kunden die Möglichkeit, die eigene Küchen- oder Möbelplanung in 3-D mithilfe einer VR-Brille virtuell zu erleben. Aber auch bei Polstermöbeln werden Kundenwünsche sofort am Tablet visuell präsentiert. Damit bieten wir unseren Kunden Planungssicherheit beim Möbel- und Küchenkauf.

Wirtschaftsforum: Für viele Kundensegmente ist auch eine gute Ökobilanz mittlerweile von herausragender Bedeutung. Wie engagiert sich Ihr Unternehmen an dieser Stelle?

Stefan Fromme: ‘Go Green’ darf kein bloßer Slogan sein, sondern muss auch im Alltag gelebt werden. Dabei haben wir uns das Ziel gesetzt, die Bestrebungen der Bundesregierung noch deutlich zu übertreffen. Anstatt erst 2035 CO2-neutral agieren zu können, wollen wir diese Marke schon in einigen Jahren erreichen. Vergleichsweise niedrigschwellige, aber zugleich effektive Maßnahmen wie die Installation einer eigenen Photovoltaikanlage und die sukzessive Umstellung unseres Fuhrparks befinden sich bereits in der Umsetzung. Genauso wichtig ist die enge Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten, damit wir uns mit unseren Nachhaltigkeitsvorstellungen auch in unserer gesamten Supply Chain wiederfinden können. Dass viele Kunden auch den ökologischen Wert der Regionalität erkannt haben, ist für den stationären Handel wie die Möbelbranche selbstverständlich eine rundum positive Entwicklung.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

Vom Familienbetrieb zur  Industriegruppe: Schornsteintechnik im strategischen Aufbruch

Interview mit Antonio ­Cervino, Geschäftsführer der Steegmüller Kaminoflex GmbH

Vom Familienbetrieb zur Industriegruppe: Schornsteintechnik im strategischen Aufbruch

Volatile Energiemärkte, politische Unsicherheiten und steigende Qualitätsanforderungen prägen die Schornsteinbranche. Die Steegmüller Kaminoflex GmbH steht für Systemkompetenz und Fertigungstiefe. Mit der Integration in die italienische EXPO Inox Gruppe beginnt ein…

Kontinuität als Erfolgsfaktor im modernen Direktvertrieb

Interview mit Elke Kopp, Geschäftsführerin der Mary Kay Cosmetics GmbH

Kontinuität als Erfolgsfaktor im modernen Direktvertrieb

Direktvertrieb, Frauenförderung und starke Marken: Mary Kay Cosmetics steht weltweit für hochwertige Kosmetik und unternehmerische Chancen für Frauen. Im Gespräch erklärt Geschäftsführerin Elke Kopp, verantwortlich für die Märkte Deutschland, Schweiz…

„Keep it simple“ - Einfachheit als Geschäftsmodell

Interview mit Stephan Riese, CEO der reputatio systems GmbH & Co. KG

„Keep it simple“ - Einfachheit als Geschäftsmodell

Was braucht ein Unternehmen wirklich, um zu funktionieren? Für Stephan Riese ist die Antwort klarer, als viele denken. Mit reputatio systems entwickelt er Lösungen, die Komplexität reduzieren. Ein Gespräch über…

Spannendes aus der Region Landkreis Osterholz

„So schmeckt Heimat“ – auch über die Region hinaus

Interview mit Jan-Peter Mehring, Prokurist der Heino Mühlenbeck Fleischwaren GmbH

„So schmeckt Heimat“ – auch über die Region hinaus

Der Anspruch der Heino Mühlenbeck Fleischwaren GmbH ist es, ihre Kunden täglich mit hochwertigen Fleischprodukten und regionalen Spezialitäten zu versorgen. Seit über 100 Jahren steht das Unternehmen für handwerkliche Tradition…

Farmer First – mit über 50.000 Produkten

Interview mit Thomas Schlieben, Geschäftsführer der Sparex Handels- und Vertriebs GmbH

Farmer First – mit über 50.000 Produkten

Als drittgrößter Markt nimmt Deutschland für Sparex, einen britischen Hersteller und Großhändler von Ersatzteilen und Zubehör für landwirtschaftliche Anwendungsfelder, eine zentrale Rolle ein. Mit welchen Innovationen das Unternehmen seinen Einzelhandelskunden…

Lentz & Müller: Digital und persönlich

Interview mit Moritz Thole und Thomas Lentz, Geschäftsführer der Lentz & Müller Dentaltechnik

Lentz & Müller: Digital und persönlich

Von der kleinen Zahnschmiede zum digitalisierten Vor­zeigelabor – Lentz & Müller hat seit der Gründung im Jahr 1984 eine beeindruckende Entwicklung durchlaufen. Das Unternehmen mit rund 100 Mitarbeitern setzte früh…

Das könnte Sie auch interessieren

Die Windschutzscheibe als Schlüssel moderner Fahrzeugtechnologie

Interview mit Christian Baum, Geschäftsführer der Saint-Gobain Sekurit Service Deutschland GmbH

Die Windschutzscheibe als Schlüssel moderner Fahrzeugtechnologie

Steinschläge gehören zu den häufigsten Fahrzeugschäden, doch moderne Assistenzsysteme machen den Austausch von Autoglas zunehmend komplex. Die Saint-Gobain Sekurit Service Deutschland GmbH unterstützt Werkstätten im Ersatzteilmarkt mit Produkten, digitalen Lösungen…

Sitzmöbel mit Liebe zum Detail

Interview mit Ramon Werner, Verwaltungsratspräsident der de Sede AG

Sitzmöbel mit Liebe zum Detail

Manche Möbel füllen einen Raum, andere prägen ihn. Genau für diesen Anspruch steht die de Sede AG aus Klingnau in der Schweiz. Das Unternehmen fertigt exklusive Ledermöbel, die weit über…

Vom Boden zur Bühne der Markeninszenierung

Interview mit Stefan Imfeld, Creative Director der visuals united AG

Vom Boden zur Bühne der Markeninszenierung

Individuelle Gestaltung trifft auf innovative Materialtechnologie: Die visuals united AG mit ihrer Marke FOTOBODEN™ ist Spezialist für individuell bedruckbare Bodenlösungen – von Messe und Handel bis hin zu Museen und…

TOP