„Mit E-Learning kann man schnell die Masse erreichen!“

Interview mit Wolfgang Schaffer, Geschäftsführer der M.I.T e-Solutions GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Schaffer, mit seinen E-Learning-Lösungen will Ihr Unternehmen das Lernen für alle Menschen zugänglich machen – wie entsteht dabei der Content, mit dem Ihre Kunden ihre Mitarbeiter schulen? 

Wolfgang Schaffer: Die Produktion von digitalen Lerninhalten ist grundsätzlich ein mehrstufiger Prozess, der auf einem Drehbuch basiert, das stringent in ein granulares Feinkonzept zergliedert wird. Dabei muss man sich zunächst viele Fragen stellen: Welche Lernziele sollen am Ende genau erreicht werden? Welche Bilder und Texte sind diesbezüglich am wirkungsvollsten? Und wie gestaltet sich der didaktische Ablauf am besten? Denn der Schulungsteilnehmer soll schließlich nicht nur berieselt werden, sondern sich wirklich Wissen und Fähigkeiten aneignen: Deshalb muss im Lernprozess konsequent Interaktion stattfinden, etwa in Form von kleinen Quizzen als Lernzielkontrolle. Diese Struktur sowie die entsprechenden Inhalte lassen sich mit verschiedenen Autorentools umsetzen, die wir bisweilen auch selbst produzieren. Am Ende dieses Prozesses steht dann – stets in enger Zusammenarbeit mit dem Autor – eine umfassende Qualitätssicherung, um zu gewährleisten, dass Inhalt, Form und didaktisches Konzept auch genauso umgesetzt wurden wie ursprünglich geplant. 

Wirtschaftsforum: Worin liegen bei der Erstellung zielgerichteter E-Learning-Inhalte die größten Fallstricke? 

Wolfgang Schaffer: Viele unserer Kunden sind mit dem Konzept von Präsenzschulungen wohlvertraut – manche von ihnen gehen dann jedoch irrtümlicherweise davon aus, dass man die jeweiligen Lehrkonzepte eins zu eins in ein E-Learning-Format übertragen kann. Aber das ist nahezu ausnahmslos ein Trugschluss, der so gut wie nie zum Erfolg führt. Denn beim Face-to-Face-Training kann der Schulungsleiter direkt erkennen, ob die Mitarbeiter alles verstanden haben, Fragen geklärt werden müssen, eher noch vertieft werden sollte oder man direkt zum nächsten Punkt übergehen kann. Dieses direkte Feedback fehlt beim E-Learning – deshalb muss man hierfür ein wirklich passgenaues Konzept entwickeln, wobei man auf die bisherige Erfahrung von Präsenzschulungen nur bedingt zurückgreifen kann. 

Wirtschaftsforum: Welche Hürden muss Ihr Unternehmen beim Thema E-Learning bisweilen überwinden? 

Wolfgang Schaffer: Es ist manchmal gar nicht so einfach, erfahrene Trainer und Schulungsleiter davon zu überzeugen, dass digitales Lernen kein Feind, sondern eine enorme Bereicherung und sinnvolle Erweiterung der Lernerfahrung ist – nicht nur isoliert, sondern etwa auch im Rahmen von Blended-Learning-Konzepten. So lässt sich zum Beispiel mittels digitaler Lerninhalte schon vor einem Präsenzschulungstermin eine solide Wissensbasis schaffen, auf der dann schneller Fortschritte erzielt werden können. Aus unserer Sicht lassen gerade kleinere und mittelständische Unternehmen hier noch viel Potenzial liegen. Denn die technischen Voraussetzungen zur effektiven Vernetzung der digitalen und analogen Lernwelten sind mit der Vielzahl an nahtlos einsetzbaren mobilen Endgeräten längst geschaffen. 

Wirtschaftsforum: M.I.T e-Solutions ist schon seit über 50 Jahren im Markt aktiv – wie bewerten Sie vor dem Hintergrund dieser langen Erfahrung die Einsatzmöglichkeiten von KI in Ihrem Segment? 

Wolfgang Schaffer: Wir haben im Zuge unserer langen Geschichte schon viele technologische Veränderungen erlebt: von ersten Video-Learnings über die DVD bis hin zur nahtlosen digitalen Erfahrung. Die KI ist für uns per se kein neues Thema – denn wir setzen entsprechende Systeme schon seit über 15 Jahren ein. Neu ist, dass sie in Form der generativen KI inzwischen auch für den Endverbraucher eine Rolle spielen. Gleichzeitig ist die KI für uns zwar eine Arbeitserleichterung, aber kein Selbstläufer – denn durch sie verschiebt sich der Aufwand von der Inhaltsgenerierung in die Qualitätssicherung, die dann umso akribischer ablaufen muss. Ausgehend von dieser starken Basis wollen wir das E-Learning in den nächsten Jahren dabei noch schlagkräftiger in die Welt tragen: So sind wir neben dem DACH-Raum schon seit langer Zeit auch in Südostasien sowie auf dem afrikanischen Kontinent präsent – natürlich stets mit lokalem Content in der jeweiligen Landessprache. Diesen weltweiten Footprint als verlässlicher moderner E-Learning-Partner werden wir nun konsequent weiter ausbauen.

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