Pharmazeutische Innovation sichtbar machen

Interview mit Ina Herzer, Geschäftsführerin der Merck Sharp & Dohme Ges.m.b.H.

Merck Sharp & Dohme – kurz MSD – bekämpft seit mehr als 130 Jahren die größten Gesundheitsprobleme unserer Welt: Krebserkrankungen, Infektionserkrankungen und Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems. In den USA und Kanada firmiert das Unternehmen unter dem Namen Merck & Co. Die Firma Merck geht auf eine 1668 in Deutschland gegründete Apotheke zurück, die sich zu einem Pharma- und Chemieunternehmen entwickelt hat. George Merck gründete 1891 Merck & Co. in den USA. Um an der Weltspitze zu bleiben, investiert das Unternehmen jedes Jahr ein Viertel seiner Gewinne in die Forschung.

„MSD gehört zu den weltweit führenden forschenden und biopharmazeutischen Unternehmen,“ weiß Ina Herzer. „Allein in Österreich sind wir an drei Standorten vertreten und erzielen mit rund 900 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von gut 420 Millionen EUR. Meine Aufgabe als Geschäftsführerin des Standorts Humanmedizin liegt in der strategischen und geschäftlichen Leitung des Unternehmens mit seinem gesamten Portfolio. Dabei gilt es, die richtigen Akzente zu setzen, damit Medikamente und Impfstoffe in Interaktion mit Ärzten und Ärztinnen die Patienten erreichen können. Ich möchte an dieser Stelle auch für die forschende Industrie eintreten.“

So sei es kaum jemandem bewusst, dass zwischen 5.000 bis 10.000 Ansätze für die Entwicklung eines einzigen Medikaments benötigt werden. „Bis zur Zulassungsfähigkeit ist es ein weiter Weg,“ betont die gebürtige Deutsche „Die komplexen Entwicklungsprozesse und klinischen Prüfungen brauchen viel Zeit. Uns ist es ein wichtiges Anliegen zu verdeutlichen, wie Medikamente und Impfstoffe entstehen. Wir möchten dazu beitragen, dass pharmazeutische Innovation sichtbar und nachvollziehbar wird.“

Mit einem breit aufgestellten Portfolio trägt MSD dazu bei, Gesundheitsprobleme zu lösen und Menschen bessere Lebensqualität zu geben. Zentrale Bereiche sind die Onkologie, Impfstoffe und Infektionskrankheiten. „In zahlreichen Studien konnten wir substantiell verbesserte Überlebenschancen von Krebspatienten nachweisen,“ fügt Ina Herzer hinzu „Die Relevanz ist enorm, bedenkt man, dass allein in Österreich 40.000 Menschen pro Jahr an Krebs erkranken. Wir sind führend in der onkologischen Therapeutik, wobei uns das Thema Screening, also die Früherkennung, ein besonderes Anliegen ist. Gebärmutterhalskrebs, ausgelöst durch krebsverursachende HPV Typen, ist die vierthäufigste Krebserkrankung bei jüngeren Frauen in Österreich, durch die HPV-Impfung von Mädchen und Buben lässt sich das wirksam verhindern. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Erforschung von Antibiotika mit dem Ziel, sie nicht oder weniger einzusetzen, Stichwort Antibiotikarestistenz. Wir müssen Modelle finden, um dem Gesundheitssystem das zur Verfügung zu stellen, was es braucht. Wir können die Probleme nur gemeinsam lösen, daher bietet MSD sich als Partner im Gesamtsystem für innovative Lösungen in Österreich an.“

MSD setzt sich in Österreich seit 1971 für die Stärkung der Gesundheitskompetenz ein. Den neuen Standort im THE ICON hat die Humanmedizin gerade erst bezogen, berichtet die Geschäftsführerin. „Hier haben wir alle Möglichkeiten, ein inspirierender Arbeitgeber zu sein um talentierte Mitarbeiter zu gewinnen und zu behalten. Es gibt neue Anforderungen, auf die wir gemeinsam kreativ eingehen können, aber auch Rückzugsmöglichkeiten. Wir bieten einen attraktiven Standort, Home Office Programme, Nachhaltigkeit und Benefits, haben einen hohen Frauenanteil, arbeiten mit sechs bis sieben Nationen und sind in jeder Hinsicht gut aufgestellt. Natürlich ist auch die Digitalisierung eine Säule, die auf verschiedenen Ebenen zum Informationsaustausch und zur Effizienz im Gesundheitswesen beiträgt.“

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