Lebensqualität zu verkaufen

Interview mit Horst-Uwe Nöh, Geschäftsführer der MCS Medical Center Südwestfalen GmbH & Co. KG

MCS Medical Center Südwestfalen entstand 2008 durch den Zusammenschluss von sechs Unternehmen aus dem Gesundheitswesen. Neben den beiden Niederlassungen in Iserlohn und Freudenberg betreibt der Verbund elf Sanitätshäuser zwischen Hochsauerlandkreis und Rhein und ist in der Region im Bereich Sanitätsprodukte und -dienstleistungen führend. Der Jahresumsatz liegt bei 20 Millionen EUR.

Die Leistungen von MCS Medical Center Südwestfalen umfassen im handwerklichen Bereich Orthopädie, Fußorthopädie und den Reha-Sonderbau. Der Vertrieb ist auf Home Care, Standard-Rehaprodukte wie Rollstühle oder Krankenbetten sowie die klassischen Sanitätsprodukte ausgerichtet. Eine der beteiligten Firmen vertreibt zudem Praxisbedarf.

Geschäftsführer Horst-Uwe Nöh ist Mann der ersten Stunde. Er erklärt: „Wir haben unter unseren 200 Mitarbeitern einen großen Stamm von Außendienstlern. Als Medizinprodukte-Berater sind alle dafür ausgebildet, die Versicherten entsprechend zu betreuen und persönlich zu den Hilfsmitteln zu beraten. Sie sind unser Draht zum Kunden. Unsere Produkte sind nicht attraktiv, dafür aber erklärungsbedürftig, und die Preise werden von den Krankenkassen vorgegeben. Deshalb geht es um Beratung und Kundenzufriedenheit.“ In hellen Räumen wurde zudem ein Ambiente geschaffen, in dem sich die Kunden wohlfühlen.

Mobilität erhalten

Die Hilfsmittel werden entweder ärztlich verordnet oder es erfolgt direkt eine Überleitung aus stationärer Behandlung. „Die Kunden sind in der Regel durch das Internet bereits gut informiert. Oft entscheiden sie sich für das bessere Produkt und zahlen privat zu. Meist geht es dabei um Komfortunterschiede“, erläutert Horst-Uwe Nöh. Er berichtet von einem großen Wachstum im Bereich Mobilitätshilfsmittel wie Einlagen, Bandagen, hochwertige Rollatoren oder Elektromobile. „Es geht da-rum, die Mobilität zu erhalten und dadurch am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können“, sagt er.

Einen weiteren großen Bereich machen Kompressionsstrümpfe und Produkte für die Pflege aus, wie zum Beispiel Betten, Hilfen für das Bad und Toilettenstühle. Der Geschäftsführer hat beobachtet: „Die Ansprüche der Patienten werden immer höher. Die Menschen möchten so lange wie möglich zu Hause bleiben.“

„Es geht um Mobilitätserhaltung und Lebensqualität, nicht um die Kompensation von Defiziten.“ Horst-Uwe NöhGeschäftsführer
Horst-Uwe Nöh

Um die Bedürfnisse der Kunden noch besser zu befriedigen und individuelle Lösungen zu finden, hat MCS Medical Center Südwestfalen in Freudenberg einen ‘Mobilitäts-Stützpunkt’ eingerichtet.

Reha-Technik, die mitwächst

Das Angebot von MCS Medical Center Südwestfalen ist auf eine breite Zielgruppe ausgerichtet – die sich verändert, wie Horst-Uwe Nöh erklärt: „Als Patienten kommen immer mehr junge Leute. Der Bedarf an Sonderbau im Bereich Reha-Technik für Kinder und Jugendliche, zum Beispiel spezielle Sitzschalen für Rollstühle, die ‘mitwachsen’, steigt. Andere junge Menschen suchen Hilfe für die Pflege ihrer Eltern zu Hause. Wir fahren dann selbst zu den Betroffenen, um vor Ort die häuslichen Umstände festzustellen.“

Auch Sportler, die ihre Leistung steigern wollen, zählen zu den Kunden. Dem Wunsch nach Mobilitätserhaltung und Lebensqualität möchte Horst-Uwe Nöh auch in Zukunft nachkommen. „Es geht nicht um die Kompensation von Defiziten. Das ist mir eine Herzensangelegenheit“, betont er und verweist auf seine Leidenschaft für die Branche: „Ich möchte den Menschen das Leben leichter machen.“

Im Unternehmen steht nach zwei Jahren der Erneuerung eine Konsolidierung an. Stärkster und zuverlässigster Partner in der Region zu werden ist das Ziel, angestrebt ein Wachstum von 5%. Ein Faktor wird auch dabei eine wichtige Rolle spielen: „Trotz der Unterschiede in Handwerk und Vertrieb herrscht bei uns ein sehr gutes, konstruktives Miteinander. Das ist etwas Besonderes.“

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