Der natürliche Wachmacher: Warum Mate-Tee herkömmlichen Kaffee in den Schatten stellt

Interview mit Stefan Große Halbuer, Gründer und Geschäftsführer von Maraña

Wirtschaftsforum: Warum ‘Yerba Mate‘ und nicht herkömmlicher grüner Tee oder der altbekannte Kaffee, wenn Koffeinbedarf besteht?

Stefan Große Halbuer: Viele schätzen Kaffee als täglichen Wachmacher, während insbesondere grüner Tee eher als gesundes, bekömmliches und wohltuendes Getränk gesehen wird. Yerba Mate verbindet alle positiven Eigenschaften dieser beiden Getränke und bringt noch viele weitere Vorteile mit. Er macht wach wie Kaffee, wirkt aber sanfter und länger anhaltend und ist besser bekömmlich. Dazu stecken in Yerba Mate reichlich wertvolle Inhaltsstoffe, unter anderem Antioxidantien, Mineralien und 24 Vitamine. Außerdem enthält er Theobromin – den berühmten Schoko-Glücklich-Macher. Nachdem wir erfahren hatten, wie gesund Yerba Mate eigentlich ist, war für uns klar: für so ein tolles Produkt gibt es auch einen Markt!

Wirtschaftsforum: Sie versprechen unter anderem Energie, geringes Hungergefühl und erhöhte Leistungsfähigkeit. Funktioniert der Tee somit wie ein Nahrungsergänzungsmittel?

Stefan Große Halbuer: Nahrungsergänzungsmittel basieren oft auf künstlichen, minderwertigen Inhaltsstoffen und sind hochkonzentriert. Unser Yerba Mate ist ein zu 100% natürliches Lebensmittel und von höchster Bio-Qualität. Daher sehen wir ihn nicht als Nahrungsergänzungsmittel. Was richtig ist: Mate führt dem Körper Stoffe zu, die er benötigt, aber nicht (ausreichend) selbst bereitstellen kann. Dazu hat die Paris Scientific Society festgestellt: ‘Es ist schwierig, auf der Welt eine Pflanze zu finden, die Mate hinsichtlich ihres Gehaltes an lebenswichtigen Nährstoffen und Vitaminen ebenbürtig ist‘. 

Wirtschaftsforum: Es gibt allerdings verschiedene Studien, laut denen der Konsum von Mate krebserregend sein kann. Wie stehen Sie zu dieser Debatte?

Stefan Große Halbuer: Besonders in Argentinien wird der Mate nach der Ernte über Rauch getrocknet oder geröstet. Dadurch bekommt der Tee ein entsprechend rauchiges Aroma, das von vielen Südamerikanern geschätzt wird. Leider entstehen dadurch auch die Stoffe PAK und Anthrachinon, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Wir lassen unseren Maraña Yerba Mate nur mit Luft trocknen, sodass er absolut frei von diesen Stoffen ist. Das lassen wir uns zudem von Laboranalysen bestätigen. Den Geschmack finden wir persönlich so ohnehin angenehmer und mit dem frischen Aroma treffen wir unserer Meinung nach eher die Geschmacksgewohnheiten der Europäer.

Stefan Große Halbuer
„Wir waren überrascht, dass Yerba Mate in Deutschland und Europa noch so unbekannt ist, obwohl er so viele positive Eigenschaften besitzt.“ Stefan Große Halbuer

Wirtschaftsforum: Club Mate oder Mate Bier sind bereits populär – nun ziehen Sie mit Yerba Mate Tee nach. Warum sind diese Getränke bislang bekannter als das Original?

Stefan Große Halbuer: Wir waren tatsächlich überrascht, dass Yerba Mate in Deutschland und Europa noch so unbekannt ist, obwohl er so viele positive Eigenschaften besitzt. Ausgerechnet die Limonaden sind recht verbreitet, obwohl sie meist nur unter 1% Mate-Extrakt enthalten und mit Mate, dem Geschmack und der Wirkung wenig zu tun haben. Ein zentraler Faktor ist aus unserer Sicht, dass es im Gegensatz zu den Limonaden bislang keine zeitgemäß auftretende Marke gibt, die den Mate Tee hier bekannt macht. Die Lücke möchten wir füllen, indem wir mit guter Kommunikation und einer starken Marke das Getränk und seine Kultur sichtbar machen.

Wirtschaftsforum: Sie bieten Ihren Mate-Tee mit einem Trinkhalm mit Sieb an – was ist die Besonderheit dieser Trink-Technik?

Stefan Große Halbuer: Die Bombilla, der Trinkhalm, ist in Südamerika unverzichtbar beim Zubereiten und Trinken von Mate. Der Tee wird dabei lose im Gefäß (in Südamerika handelt es sich hier traditionell um einen ausgehöhlten Flaschenkürbis, der Kalebasse) aufgegossen. Durch das Sieb am Ende des Strohhalms bleiben die Blätter beim Trinken im Gefäß. In vielen Regionen Südamerikas gehen die Einheimischen täglich mit einer gut gefüllten Kalebasse und einer Thermoskanne aus dem Haus und gießen sich über den Tag hinweg ihren Mate immer wieder auf. Diese Kultur finden wir so interessant und faszinierend, dass wir das Zubehör auch hier anbieten. Man kann Mate Tee aber auch mit einem Teesieb, einem Filter oder auch einer French Press zubereiten. Wobei wir persönlich tatsächlich richtige Fans der traditionellen Trinkweise geworden sind – auf unseren Schreibtischen blickt immer irgendwo eine Bombilla aus einem Becher hervor.

„Für uns war von Anfang an klar, dass sich Profitabilität und Nachhaltigkeit nicht ausschließen dürfen, sondern Hand in Hand gehen müssen.“ Stefan Große Halbuer
Stefan Große Halbuer

Wirtschaftsforum: Der Trinkhalm besteht aus Edelstahl und der Mate-Tee wird ohne Beutel in das heiße oder kalte Wasser geschüttet. Spielt Nachhaltigkeit eine Rolle in Ihrem Unternehmen?

Stefan Große Halbuer: Wir sehen uns als Unternehmer definitiv in der Verantwortung, nachhaltig zu wirtschaften. Für uns war von Anfang an klar, dass sich Profitabilität und Nachhaltigkeit nicht ausschließen dürfen, sondern Hand in Hand gehen müssen. Unseren Mate beziehen wir daher im Direkthandel von einer Farm, die die Pflanzen in ihrer natürlichen Umgebung im Regenwald anbaut und schonend von Hand erntet. Der Regenwald wird so bestmöglich erhalten und geschont. Dies ist für uns jedoch nur der Beginn unserer Nachhaltigkeitsaktivitäten – wir arbeiten permanent daran, einzelne Stellschrauben zu optimieren. Wir haben da noch viel geplant!

Interview: Aurelia Leppen | Fotos: Maraña

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